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Hier hat Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, gut Lachen, im Rat allerdings wurde jetzt heftig diskutiert, ob die Hansestadt weiter Mitglied in der Gesellschaft bleibt. Foto: A/t&w

Lünebuger Heide GmbH im Fokus

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. So holprig, wie der neue Rat durch seine erste Sitzung ruckelte, startete er jetzt in die zweite. Schon bei der Freigabe des Protokolls der letzten Sitzung gerieten sich Jamaika-Gruppe und Linke auf der einen und SPD auf der anderen Seite in die Haare. Gestritten wurde darüber, ob die Vergabe der Ausschussvorsitze einstimmig beschlossen worden war oder nicht — ein Thema, das erneut auf der Tagesordnung stand, auf Antrag der Jamaika-Gruppe aber wieder entfernt wurde. Zur Sache ging’s dann bei der Frage, ob die Hansestadt aus der Lünebuger Heide GmbH aussteigen soll.

„Sie begehen einen eklatanten Fehler, der sich in drei bis vier Jahren negativ auf unsere Stadt auswirken wird.“ Mit einem deutlichen Appell für den Verbleib der Stadt in der Lüneburger Heide GmbH stellte sich Oberbürgermeister Ulrich Mädge gegen den Antrag der Jamaika-Gruppe, die sich für einen Ausstieg zum Jahreswechsel 2019/2020 ausgesprochen hat. Die dadurch frei werdenden Mittel in Höhe von 50.000 Euro sollten zur Unterstützung der Aktivitäten der Lüneburg Marketing GmbH eingesetzt werden.

50.000 Euro als Unterstützung

Wie schwer den Ratsmitgliedern eine Einschätzung der werblichen Erfolge der Lüneburger Heide GmbH fiel, machte unter anderem Michèl Pauly deutlich: „Es gibt Gründe dafür und es gibt Gründe dagegen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken. Letztlich sprach er sich für eine Kündigung aus, beantragte aber, eine Entscheidung zur Verwendung der frei werdenden Mittel erst 2019 zu treffen.

Dr. Marion von Haaren (Grüne) kritisierte, dass vieles, was der Lüneburger Heide GmbH bei ihrer Gründung ins Konzept geschrieben wurde, bis heute nicht umgesetzt sei: „Sie hat ihr Ziel nicht erreicht“. Und sie bezweifelte, ob ein Anstieg der Besucherzahlen den Aktivitäten der Gesellschaft zu verdanken sei.

„Rote Rosen und die Tierarztpraxis reicht als Werbung für Lüneburg nicht“, hielt Klaus-Dieter Saleski (SPD) dagegen. Ihn störe, dass sich die Antragsteller gar nicht inhaltlich mit der Frage auseinandergesetzt hätten. Zudem kämen die Kosten, die man einsparen will, über den Umweg Landkreis letztlich doch wieder auf die Stadt zu.

Neun Arbeitsplätze stehen in Lüneburg auf dem Spiel

„Wenn wir so wichtig für die Region sind, warum sind wir in der GmbH dann so untergeordnet“, gab Birte Schellmann (FDP) zu bedenken. Sie plädierte dafür, die Arbeit der Lüneburger Heide GmbH zu überprüfen.

Ulrich Blanck sprach sich dafür aus, jetzt zu kündigen, dann verbliebe der Lüneburger Heide GmbH ja noch Zeit, den Rat von ihrer Arbeit zu überzeugen.

„Wir brauchen beide, denn die Lüneburg Marketing GmbH kann die Zeit ohne die Roten nicht allein stemmen“, sagte Heiko Meyer (SPD), der zugleich überzeugt ist, dass auch die 50.000 Euro für die anstehenden Herausforderungen „bei weitem“ nicht ausreichen werden. Zudem stünden neun Arbeitsplätze in Lüneburg auf dem Spiel.

Am Ende ging der SPD-Änderungsantrag durch, noch einmal im Wirtschaftsausschuss über die Verbleib oder Ausstieg bei der Lüneburger Heide GmbH zu beraten, auch weil der grüne Ratsvorsitzende Wolf von Nordheim sich vornehm enthielt.

One comment

  1. Alles, was „inhaltlich“ (Salewski) zur LHG zu sagen ist, findet sich in den 18 Kommentaren unter diesem LZ-Artikel: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/371724-wie-viel-werbung-braucht-lueneburg

    Frau Dr. Marion von Haaren (Grüne) hat recht, dass vieles, was der Lüneburger Heide GmbH bei ihrer Gründung ins Konzept geschrieben wurde, bis heute nicht umgesetzt sei: „Sie hat ihr Ziel nicht erreicht“. Und warum hat die LGH „hr Ziel“ nicht erreicht? Weil es sich um „Ziele“ handelt, die eine solche Agentur gar nicht erreichen KANN, die gar nicht in den Bereich ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeiten gehören, deren Erreichbarkeit Herr von dem Bruch nur BEHAUPTET, um im Spiel (also an den Geldtöpfen) zu bleiben.

    Frau Dr. Marion von Haaren (Grüne) hat recht, wenn sie bezweifelt, dass ein Anstieg der Besucherzahlen den Aktivitäten der Gesellschaft zu verdanken sei. Er ist es mit Sicherheit NICHT.

    Die Sozialdemokraten können nur mit Untergangs- oder Verlustszenarien drohen (Mädge) oder oder irgendwas vom „Stemmen“ faseln, aber mit plausiblen (!) Daten und Belegen unterfüttern können sie ihr martialisches aber vollkommen leeres Gerede nicht.

    „Zudem stünden neun Arbeitsplätze in Lüneburg auf dem Spiel“? Wozu neun Arbeitsplätze mit subventionieren, die nur Kosten und heiße Luft verursachen, aber nichts Erkennbares leisten? Eine zentrale digitale Vermittlungsplattform, die an die LMG angedockt ist, würde den Hoteliers, Gaststätten und „Veranstaltern“ einen ausreichenden Dienst erweisen.