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Hoch die Becher: In Lüneburg müssen die Weihnachtsfeiern nicht allzu exotisch sein, auch die Klassiker wie der gemeinsame Ausflug mit den Kollegen zum Weihnachtsmarkt scheinen noch gut anzukommen. Foto: t&w

Klettern bei der Weihnachtsfeier

Von Manuela Gaedicke
Lüneburg. Die Angebote im Internet lesen sich gut. Event-Agenturen aus ganz Deutschland schlagen dort für die Weihnachtsfeier beispielsweise „Team Drumming“ vor, laden ein zur „Domino-Lego-Challenge“ oder haben für die Kollegen eine „Dschungelprüfung“ im Gepäck. Auf LZ-Nachfrage bei drei Agenturen stellt sich jedoch schnell heraus: Noch gibt es keine Lüneburger Firma, die zu Weihnachten um die Wette trommelt, mit Domino-Steinen neue Rekorde aufstellt oder die Kollegen mit Leckereien aus dem australischen Dschungel beglückt.

Bewegung immer mehr ein Trend

Dass der Trend trotzdem dahin geht, mal etwas anderes zu machen, bestätigen auch Lüneburger Gastronomen. „Viele machen eine Stadtführung oder eine Krimitour vorweg, bevor sie zu uns zum Essen kommen“, berichtet Lutz Stoffregen, Geschäftsführer der Krone. Als Weihnachtsfeier beliebt sei in diesem Jahr auch ein mittelalterliches Essen mit Zeremonienmeister und Rahmenprogramm. „Am Wochenende haben wir wieder vier Firmen. Die Leute wollen halt gerne was machen und nicht nur essen und trinken“, sagt der Gastronom.

Das kann auch Elke Muthig, Geschäftsführerin des KraftWerks, bestätigen. Sie hat das Klettern als Weihnachtsfeier in ihrer Boulder Lounge, einer Kletterhalle, nie bewusst beworben, trotzdem habe sich die Möglichkeit mittlerweile in Lüneburg herumgesprochen. „Am Anfang war das für viele noch sehr exotisch, aber Bewegung ist immer mehr ein Trend. Und die Firmen haben natürlich jedes Jahr die Herausforderung, etwas Neues zu machen“, erzählt die Geschäftsführerin. Da es auch Routen für Anfänger gebe, sei das Klettern in der Regel für jeden möglich. „Einige sitzen aber auch gerne im Bistro und gucken einfach zu“, erzählt die Unternehmerin.

Weihnachtsfeiern auf der Elbe

Eine etwas andere Form der Bewegung wählen Firmen, die ihre Weihnachtsfeiern auf der Elbe verbringen. Auch das Fahrgastschiff Lüneburger Heide bietet schon seit Jahren eine entsprechende Tour an, bei der auch Essen und Trinken im Angebot inbegriffen sind. „Diese Planbarkeit kommt gerade bei Weihnachtsfeiern immer gut an. Viele Firmen brauchen bei den Kosten einfach eine zuverlässig zu kalkulierende Größe“, berichtet Inhaberin Birgit Wilcke, die zusammen mit ihrem Mann jedes Jahr andere Firmen auf dem Schiff begrüßt. Für viele sei das aber ein besonderes Event, das sie in ein paar Jahren noch einmal wiederholen wollen.

Nach wie vor sind aber auch Feiern hoch im Kurs, bei denen „nur“ gegessen und getrunken wird, bestätigen diverse Gastronomen am Telefon. Von der 180-Personen-Weihnachtsfeier, für die die ganze Kneipe gemietet werde, bis hin zu kleinen Gruppen sei alles dabei.

„Nicht jede Weihnachtsfeier geht vom Chef aus“

Im Brauhaus Nolte treffen sich auch häufig kleine Gruppen von Kollegen auf eigene Initiative und machen ihre eigene kleine Weihnachtsfeier. „Nicht jede Feier geht vom Chef aus“, erzählt Hannelore Nolte. Den Trend zur Bewegung beobachtet die Inhaberin des Brauhauses auch schon seit Jahren, so sei die Kegelbahn in der Vorweihnachtszeit immer besonders gut gebucht. „Viele kombinieren das ganz gerne“, weiß Nolte. Und auch wenn Kegeln nicht so exotisch klingt wie „Domino-Lego-Challenge“ — die Klassiker scheinen in Lüneburg immer noch anzukommen.