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Ulrike Pfaffendorf bietet an der Roten Straße als einzige Einrichtung in Lüneburg eine spontane Kinderbetreuung an. Foto: t&w

Das Småland Lüneburgs

Lüneburg. Vier Einkaufswagen voll mit Spielzeug. Ulrike Pfaffendorf erinnert sich immer noch gerne an den Einkauf für ihr eigenes kleines Unternehmen. Während andere Start-Ups Computer, Telefone und Schreibtische auf der Anschaffungsliste haben, gehören bei ihr drei Parkhäuser, zwei Puppenküchen und Playmobil zur Ausstattung. Die 46-Jährige hat sich mit ihrem 220 Quadratmeter großen „Kinderzimmer“ in der Innenstadt einen Traum erfüllt. „Ich wäre gerne irgendwann das Småland von Lüneburg“, sagt die sechsfache Mutter mit Blick auf das Ikea Kinderparadies, die beim Einkaufen mit ihren eigenen Kindern immer wieder feststellte: „In den Lüneburger Geschäften gibt es kaum Möglichkeiten für die Kleinen, sich zu beschäftigen.“

Sharing-Plätze im Kinderhaus Hollerbusch

Seit Juni gibt es an der Roten Straße die „City Kids Lüneburg“, die einzige Einrichtung in Lüneburg, die spontane Kinderbetreuung anbietet. „Samstags läuft das schon sehr gut“, berichtet die Gründerin. An den anderen Tagen sei die Nachfrage sehr wechselnd. „Ich überlege immer noch, wann die Muttis mich wirklich brauchen, und bin auch bereit, mich bei den Öffnungszeiten weiter anzupassen.“

Erfahrungen in der flexiblen Kinderbetreuung hat das Kinderhaus Hollerbusch. Bis 2013 war die heutige Krippe die Adresse für Eltern, die spontan eine Betreuung für ihre Kinder organisieren mussten. „Wir haben immer noch Anfragen, leider konnten wir das Konzept auf Dauer so nicht finanzieren“, sagt Leiterin Annemarie Köpsell. Gefehlt habe eine öffentliche Förderung, die nur Kitas und Krippen im Regelbetrieb bekommen. Heute bietet das Kinderhaus als einzige Einrichtung immerhin noch sogenannte „Sharing-Plätze“ an — ideal für Eltern, die ihr Kind nur an einzelnen Tagen in eine Betreuung geben möchten.

Erfahrungen in der flexiblen Kinderbetreuung

Auch Ulrike Pfaffendorf setzt auf einzelne Termine, die viele Eltern einfach hin und wieder haben und „sich ansonsten einen Babysitter nach Hause kommen lassen müssten“. Diesen Job hat die gelernte Friseurin und ehemalige Tagesmutter immer schon gern übernommen. Sogar Silvester möchte sie mit einer möglichst großen Gruppe von Kindern bei einer Übernachtungsparty feiern. „Ich liebe Kindergeburtstage. Und für mich ist das hier oft Kindergeburtstag.“ gae