Donnerstag , 20. September 2018
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Die Vastorfer investieren ins Industrie- und Gewerbegebiet (Archivbild): Wegen der hohen Nachfrage werden große Flächen mit Stichstraßen in mehrere kleine aufgeteilt. Foto: t&w

Immer mehr Anfragen in Vastorf

Von Claudia Wesch
Vastorf. Vastorf setzt auf sein Industrie- und Gewerbegebiet. Es ist der einzige Trumpf der kleinen Gemeinde im Südosten des Landkreises und sichert sowohl Arbeitsplätze als auch Gewerbesteuereinnahmen. Schon in den 1950er-Jahren wurden hier die ersten Bereiche ausgewiesen, 2007 überplante die Gemeinde das zehn Hektar große Areal noch einmal und goss es 2012 endgültig in seine Form.

Zu dem Zeitpunkt gab es noch Überlegungen zu einem Gleisanschluss in den Gewerbepark, doch die Bahn spielte nicht mit. Ursprünglich wollten die Vastorfer diesen Anschluss trotzdem realisieren, doch jetzt sind diese Pläne definitiv vom Tisch: Bei der jüngsten Ratssitzung verabschiedeten die Politiker eine Überarbeitung des Gebietes, die jetzt anstelle überwiegend großer Flächen eine kleinteilige Parzellierung vorsieht. Damit wird auch der Bereich überplant, über die das Gleis einmal laufen sollte.

Investitionen haben Früchte getragen

„Unsere Investitionen in den letzten Jahren haben Früchte getragen“, freute sich Gemeindedirektor Dennis Neumann. „Wir haben immer mehr Anfragen und müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir das realisieren können.“ Das war nicht immer so: Lange Zeit lag das Areal in einem wirtschaftlichen Dornröschenschlaf, gab es kaum gewerbliche Ansiedlungen. Das hat sich geändert, nicht zuletzt, weil die Metropolregion Hamburg das Vastorfer Areal als Premium-Gewerbegebiet vermarktet.

Die neue Planung, die das Ingenieurbüro Ohlenroth vorstellte, sieht drei Stichstraßen mit Wendehammer vor, die die großen Gewerbeflächen zu mehreren kleinen erschließt.

Gesprächsbedarf wegen der Entwässerung

Die größte ist die Planstraße A, die den Südwesten des Areals erschließt. Sie wird 6,50 Meter breit, zusätzlich einen Fußweg und einen Seitenstreifen zum Parken haben. Die anderen beiden sind kürzer: die Planstraße B schließt an den jetzigen Kreisel an und erschließt nur zwei Grundstücke und die Planstraße C verläuft auf dem Grundstück der Firma Manzke, die ebenfalls Interesse an der Planung hat.

„Da gibt es noch Gesprächsbedarf wegen der Entwässerung“, so Planer Werner Ohlenroth. „Einige der Flächen sind nicht angebunden.“ Allerdings hat er bereits eine Idee, wie sich das Ganze lösen lassen könnte: Ein Grundstück in dem Areal müsste dafür aus dem Verkauf genommen werden.

Bebauungsplan wird noch einmal angepasst

Billig werden diese drei Straßen nicht: Rund 830.000 Euro müsste die Gemeinde dafür auf den Tisch legen. „Das Geld wird aber auf die Käufer umgelegt“, versicherte Ohlenroth. Es handelt sich um eine Vorfinanzierung, nur zehn Prozent trägt die Gemeinde tatsächlich selbst.

Bei der Überplanung wird nun auch der Bebauungsplan noch einmal angepasst. Nachdem sowohl Windkraftanlagen als auch Massentierhaltung hier knapp abgewehrt worden konnten, wollen die Politiker diese Einschränkungen mit in den Plan einfließen lassen.

Die Planungen sollen aber erst Ende des kommenden Jahres umgesetzt werden. Für die potenziellen Käufer von Gewerbeflächen sollte dies kein Problem sein, befand Neumann, der bereits in konkreten Verhandlungen ist. Derzeit sind in dem Industrie- und Gewerbegebiet noch rund 95.000 Quadratmeter für rund 24,50 Euro pro Quadratmeter zu haben.

2 Kommentare

  1. „Lange Zeit lag das Areal in einem wirtschaftlichen Dornröschenschlaf, gab es kaum gewerbliche Ansiedlungen. Das hat sich geändert, nicht zuletzt, weil die Metropolregion Hamburg das Vastorfer Areal als Premium-Gewerbegebiet vermarktet.“

    Liebe Frau wesch, liebe LZ-Redakteure
    Könnten Sie dazu bitte einmal ein paar Zahlen veröffentlichen, zum Beispiel wieviele Arbeitsplätze in Vastorfer Industriegebniet bis jetzt genau enstanden sind, im Verhältnis zu den anscheinend nicht ganz unerheblichen EU-Subventionszahlungen und Investitionen? Was jedem auf den ersten Blick auffällt, der mit dem Auto am Vastorfer Kreisel vorbeifährt ist ein menschenleeres, großflächig eingezäuntes und beleuchtetes Paletten-Lager, mit ein paar abgestelten Kirmes-Wagen daneben. Dahinter stehen dann noch ein ein paar Baucontainer, die wohl als Büro genutzt werden und man blickt auf die aufwändige, ästhetisch aber nicht wirklich überzeugende Bepflanzungsaktion eines Gartenbauunternehmens. Ich habe meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher EU-subventionierten „Investitionsprojekte“ und glaube auch nicht, dass es mit mit dem ungeprüften Herunterbeten des Arguments „Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen“ getan ist bzw. dass sich eine Flächgenversiegelungen und Umweltzertörungen dieser Art so auf Dauer rechtfertigen lassen. Stehen zurzeit nicht überall Gewerbeflächgen leer? Bitte berichten Sie neutral und übernehmen Sie nicht die Wortwahl der Proifiteure solcher Bebauungspläne. Interesant wäre es auch, einmal zu erfahren, in welchem Zusammenhang diese neuen, erweiterten Vastorfer Beton-Pläne mit dem Bau der „dringend erforderlichen“ A39 stehen… Vielen Dank!

  2. Cordula Schröder-Ehrenfels

    Ja, sehe ich auch so. „Immer mehr Anfragen“ und „Investitionen, die Früchte getragen haben“ – aber im gesamten LZ-Artikel entdecke ich keine Zahlen bzw. belastbare, nachprüfbare Fakten zu diesen Aussagen. Gibt es die nicht, oder werden sie aus gutem Grund so „vorsichtig“ kommuniziert? Es wäre doch schön, wenn wir Leser uns selbst ein Urteil bilden könnten, anhand eben solcher Zahlen.
    Aber ich habe einen Traum: im neuen Jahr wird Gemeindedirektor Dennis Neumann die Chance ergreifen und hier im LZ-Online-Forum kurz die folgenden Zahlen und Infos nachreichen:
    Zür Höhe der EU-Subvenstionen, die in den vergangenen 5 JAhren geflossen sind, zur Anzahl der in dieser Zeit entstandenen Arbeitsplätze (bitte ohne Minijobs), zur Höhe der eingenommenen Gewerbesteiereinnahmen im Industriegebiet Vastorf ( ohne FA MAnzke bzw .diese bitte separat angegeben) – und zu den erwarteten Gewerbesteuereinnahmen/Arbeitsplätzen im Vergleich zu den weiteren, geplanten Steuergelder-Investitionen und EU-Subventionen (in EUR). Jede Barendorfer Familie kann sich dann ja selbst mal überlegen, ob so ein rasant wachsendes Industriegebiet bei uns wirklich dringend benötigt wird, ob die Kosten-Nutzen-Relation stimmt, und ob wir z. B. den zusätzlichen LKW-Verkehr den so etwas mit sich bringt, wirklich wollen. Ganz zu schweigen von der Umweltzerstörung vor unserer Haustür, die wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen damit hinterlassen. Herr Neumann, ich freue mich auf Ihre Antwort …J
    Übrigens geht man davon aus, dass in Deutschland jeden Tag etwa 70 ha in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt werden , das entspricht einer Fläche von ca. 60 Fußballfeldern. Soll das ewig so weiter gehen? Wer sich zum Thema Flächenversiegelung informieren möchte: hier gibt es weitere Zahlen und Fakten: http://www.umweltbundesamt.de/daten/bodenbelastung-land-oekosysteme/bodenversiegelung#textpart-2