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Nach dem Nahwärme- kommt das Breitbandnetz. Dafür sorgen (v.l.) Christof Katthagen, Michael Mollenhauer, Thomas Koch und Nobert Hill. Foto: dth

Das Breitband-Dorf Ellringen

Von Dennis Thomas
Ellringen/Lüneburg. Aus dem Bioenergie-Dorf Ellringen in der Samtgemeinde Dahlenburg wird jetzt das Breitband-Dorf Ellringen. Möglich macht das Biogasanlagen-Betreiber Thomas Koch, Geschäftsführer der „Bioenergie Ellringen GmbH und Co KG“. Sein Unternehmen hatte 2013 das Nahwärmenetz im Ort in Betrieb genommen. Bereits beim Aufbau der Wärmeversorgung mit nunmehr drei Blockheizkraftwerken ließ Koch seinerzeit flächendeckend in Ellringen Leerrohre verlegen. Die Tochterfirma EKW-Bioenergie lässt die Leerrohre nun mit Glasfaser versehen. Thomas Koch sagt: „Jetzt schließen wir 40 von 50 Haushalten in Ellringen ans schnelle Internet an.“ Die restlichen Haushalte hätten bisher kein Interesse gezeigt. Koch: „Das ist immerhin eine Anschlussquote von 80 Prozent.“

„Wir bringen hier Glasfaser über eine Strecke von insgesamt zehn Kilometern in die Erde“, sagt Christof Katthagen von der ausführenden Fernmeldebau-Firma. Dafür investiert Kochs Unternehmen um die 100.000 Euro. Verpachtet wird das im Aufbau befindliche Glasfaser-Netz an den Lüneburger Netzbetreiber LüneCom. Geschäftsführer Michael Mollenhauer sagt: „Im Frühjahr 2017, spätestens im zweiten Quartal, werden wir die Anschlüsse freischalten.“ Dann seien laut seinem Geschäftsführer-Kollegen Nobert Hill Bandbreiten mit 25 und 50 Megabit pro Sekunde verfügbar. Gewerbetreibende könnten sogar auf eine bis zu 10 Gigabit/s starke Verbindung setzen.

„Wir wollen dem Dorf etwas zurückgeben“

Zu seiner Motivation, die Ellringer mit Breitband zu beglücken, sagt Biogasanlagen-Betreiber Koch: „Wir wollen dem Dorf etwas zurückgeben. Das steht so auch schon in unserem Konzept zum Bioenergie-Dorf.“ Zudem ermögliche das Breitbrandnetz in Ergänzung zum Nahwärmenetz, „dass wir in Zukunft unsere Zähler in den angeschlossenen Haushalten auch digital aus der Ferne auslesen können“.

Mit der Selbstversorgung der Ellringer muss sich der Kreis Lüneburg um einen Ort weniger kümmern, den er im Zuge seiner Breitbandinitiative versorgen muss. Dazu Kreisrat Jürgen Krumböhmer: „Wer die Möglichkeit hat, so etwas zu tun … warum denn nicht?“ Es bestehe zumindest die Chance, dass dadurch der Aufwand für den Kreis geringer wird.

Sieben Millionen Euro im Kreis-Etat  eingeplant

Zuletzt hatte der Kreis einen Teilnahmewettbewerb durchgeführt und acht Angebote von Unternehmen erhalten, die bereit wären, gegen mehr Geld die unterversorgten Bereiche im Kreis mit schnellen Internetanschlüssen auszustatten. Krumböhmer: „Wir werden Anfang 2017 die weiteren Ausschreibungsunterlagen an diese Unternehmen aushändigen, damit sie ihre Angebote konkretisieren können.“ In zwei Runden sollen dann Verhandlungsgespräche geführt werden. Krumböhmer: „Wir wollen im Mai den Auftrag vergeben.“

Wie berichtet, hat der Kreis für den Breitbandausbau vom Bund einen vorläufigen Bewilligungsbescheid über rund 15 Millionen Euro erhalten. Damit soll ein Teil der Wirtschaftlichkeitslücke an das ausgewählte Unternehmen bezahlt werden. Krumböhmer: „Alles, was darüber hinaus geht, wollen sich Kreis und die beteiligten Kommunen teilen.“ Im Kreis-Etat seien dafür sieben Millionen Euro eingeplant.