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Welche soll es denn sein? Wilfried Hartig hat die Säge schon griffbereit. Nordmanntannen und Blaufichten wachsen auf seinem Areal. Auch als Rentner hat er durch den Verkauf in diesen Tagen viel zu tun. Foto: t&w

Nordmanntanne überwiegend gefragt

Von Manuela Gaedicke
Vastorf/Lüneburg. Die Kettensäge kann Wilfried Hartig vorerst zur Seite legen. 15 Nordmanntannen liegen jetzt auf seinem Anhänger: Nachschub für seinen Verkaufsstand am örtlichen Supermarkt. Dort nimmt das Geschäft in den letzten Tagen vor Weihnachten noch einmal richtig Fahrt auf, weiß der 67-Jährige. „Die Leute, die jetzt noch einen Baum kaufen, gucken meistens an den Hauptverkehrsstraßen. Bei uns auf dem Hof wird es dagegen schon ruhiger“, erzählt Hartig, der auf seinem acht Hektar großen Grundstück in Vastorf vor allem an den vergangenen Wochenenden viele Besucher hatte, die ihren Weihnachtsbaum selbst schlagen wollten.

Kinderkarussell und Punsch-Bude sind Pflicht

Die Auswahl an Bäumen ist groß. Tausende Nordmanntannen und Blaufichten wachsen auf dem hügeligen Gelände, das Wilfried Hartig schon seit 30 Jahren im Nebenerwerb bewirtschaftet. Es ist der erste Winter, in dem er sich nun ganz auf seine Tannenbäume konzentriert. Die Zeiten, in denen er tagsüber in Lüneburg in seiner eigenen Agentur Versicherungen verkaufte, sind vorbei. „Das war immer ein schöner Ausgleich zum Bürojob“, erinnert sich der Rentner, „aber so ist es auch schön. Ich kann mir die Arbeit selbst einteilen und habe immer etwas zu tun.“

Mit seinem Schmalspur-Traktor ist Hartig das ganze Jahr auf seiner Plantage unterwegs, hält die Bäume mit Fräse und Mulder frei von Unkraut. Das begeistert die Enkel, aber auch Hartig selbst. „Wenn im Mai die neuen Triebe kommen und die Bäume wachsen, ist das immer ein tolles Gefühl.“ Zu sehen, wo der Baum gewachsen ist, das ist seiner Meinung nach auch der Grund, warum viele Leute raus aufs Land fahren, um einen Baum zu holen. Ein kleines Kinderkarussell und eine „Punsch-Bude“ seien dann Pflicht. „Sonst könnten die Leute ja gleich in den Baumarkt gehen.“

Für viele Familien ein Event

Auch auf der Lüneburger Plantage von Eckhard Conrad ist schon das Aussuchen eines Tannenbaumes für viele Familien ein Event. „Einige machen schon früh einen Zettel dran und kommen dann zwei Wochen später zum Abholen“, erzählt Conrad, der seit 28 Jahren im Nebenerwerb an der Hamburger Straße Tannenbäume verkauft. Wann die meisten Leute ihren Baum tatsächlich holen? „Ich hab das Gefühl, das wird immer früher. Ich höre immer, dass viele ihren Baum schon eine Woche vor Weihnachten aufstellen wollen“, sagt Conrad, der in diesem Jahr wieder mehr Kunden hatte, die eine Blaufichte kaufen wollten, „weil die so schön duftet“. Überwiegend gefragt sei allerdings die Nordmanntanne.

Viele Kunden hoffen auf Schnäppchen an Heiligabend

Ein Trend, den Wilfried Hartig bestätigt. „Die wächst schön gerade, und ich kann sie zwischendurch auch gut beschneiden“, erzählt der Vastorfer, während er auf einige besonders perfekte Exemplare zeigt, die allerdings noch ein paar Jahre brauchen. Gut zehn Jahre dauert es, bis eine Nordmanntanne mit zwei Metern die durchschnittliche „Wohnzimmerhöhe“ erreicht hat. 40 Euro investiert der Kunde dafür, „viele hoffen natürlich auf ein Schnäppchen, wenn sie erst am 24. Dezember kommen“, sagt der Tannenbaum-Händler und schmunzelt. Ob er den tatsächlich gewährt? Händler-Geheimnis. Nur so viel sei verraten: „Wer am letzten Tag kommt, überlegt meistens nicht allzu lange.“ Der will wahrscheinlich einfach nur einen Tannenbaum.

So hält der Baum länger

Der Pflege-Tipp von Wilfried Hartig: „Schneiden Sie den abgesägten Baum ruhig noch einmal nach, so wie Sie das bei Blumen machen, bevor Sie sie ins Wasser stellen.“ Ein Ständer mit Wasser sei absolut ratsam, ebenso wie kalte und feuchte Luft. „Wenn Sie länger etwas von dem Baum haben wollen, lassen Sie ihn vor Weihnachten möglichst lange auf dem Balkon oder auf der Terrasse stehen.“