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Den Lüneburger Horizont im Hintergrund und das Titelmotiv des neuen Programmhefts in Händen haben VHS-Leiter Gerhard Cassens und seine Stellvertreterin Claudia Kutzick. Foto: be

VHS Lüneburg: Gemeinsam Horizonte erweitern

Lüneburg. „Unser Hauptanliegen ist es, Menschen zusammenzubringen, damit sie sich austauschen, weiterentwickeln, weiterbilden und ihren Horizont erweitern können.“ Darum trägt laut Gerhard Cassens, Leiter der Lüneburger Volkshochschule, das neue VHS-Programmheft den Titel „Gemeinsam Horizonte erweitern“. Es umfasst 1186 Kurs-Angebote und wird in dieser Woche an Kunden verteilt, die 2016 bereits einen Kursus belegt haben, und ist ab 3. Januar an den üblichen Auslagestellen zu haben. Online können die Kurse bereits gebucht werden.

Bildungsurlaub zum Thema Burn-out auf Wangerooge

Mit „Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie“ gibt es eine neue Rubrik, unter der etwa ein Bildungsurlaub zum Thema Burn-out auf Wangerooge zu finden ist. Der immer stärker nachgefragte Bereich Bildungsurlaub wurde mit 48 Angeboten stark ausgeweitet, hier hat Cassens ein „Phänomen“ ausgemacht: „Die Anmeldungen kommen übers Internet aus ganz Deutschland, rund 90 Prozent sind nicht aus unserer Region.“ Die stellvertretende VHS-Leiterin Claudia Kutzick sagt: „Jeder Arbeitnehmer in Niedersachsen hat den gesetzlichen Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub im Jahr.“

Neben dem Sprach- und EDV-Bereich gibt es einen Aufenthalt im Biosphärenreservat Elbtalaue, ein dreitägiges Persönlichkeitstraining mit Pferden oder eine Vorbereitung auf den Ruhestand unter dem Motto „Blütezeit statt Ruhestand“. In einigen Sparten gibt es Neuerungen, so spielt der 3D-Drucker in Kursen für Kinder wie für Erwachsene eine Rolle. Im Gesundheitsbereich hat sich eine Reihe etabliert: Gesund leben mit Tieren. Sie richtet sich an Menschen, die sich einen Hund anschaffen wollen oder bereits ein Tier haben, Kutzick: „Manchmal haben wir mehr Hunde auf dem Flur als Teilnehmer.“ Hier wirkt die VHS mit dem Tierheim zusammen.

Kooperationen werden fortgesetzt 

„Wir bauen unsere Kooperationen mit anderen Einrichtungen und mit Volkshochschulen aus“, sagt Cassens. Gemeinsam mit der KulturBäckerei und der Sparkassenstiftung wird die Fortbildung für Kulturschaffende fortgesetzt. Fortgesetzt wird auch das Zusammenwirken mit dem Museum, da geht es zum Beispiel um Stadtgeschichte und Naturfragen.

Auch Ausstellungen sind geplant, der VHS-Leiter: „Im Luther-Jahr startet Anfang Januar eine Luther-Poster-Ausstellung, das Theologische Forum beschäftigt sich mit dem Thema ebenso wie ein neues Projekt.“ Auf eine von der VHS entwickelte Ausstellung macht Kutzick aufmerksam: „Porträtiert werden Migrantinnen, die seit vielen Jahren in Lüneburg leben und erfolgreich in ihrem Beruf sind. Dabei geht es auch um die Frage: Wo ist meine Heimat?“

Ein Projekt wird mit dem Theater umgesetzt. In einem Kursus entwickeln Laien eine eigene ­Inszenierung von Roland Schimmelpfennigs Stück „Der goldene Drache“ und dürfen es auf der Theater-Bühne aufführen zeitnah zu der Version der Profi-Darsteller vom Lüneburger Theater.

Von Rainer Schubert

Wichtige Hilfe für Flüchtlinge

Die VHS wird 2017 in den Sprach- und Integrationskursen mit rund 1600 Flüchtlingen arbeiten, die in insgesamt 32 000 Unterrichtsstunden Deutsch lernen und Prüfungen ablegen können. Leiter Gerhard Cassens sagt: „Dieser Umfang entspricht dem einer vierzügigen Grundschule.“

Die einzelnen Kurse laufen über sechs bis neun Monate. Dabei sind rund 60 Lehrer im Einsatz, ein Drittel von ihnen als hauptberufliche Kräfte, ein Drittel als Honorarkräfte. Darüber hinaus wird es in Kooperation mit der Uni wieder die Reihe „Einwanderungsland Europa“ geben, mit der Menschen die Möglichkeit zur Diskussion zum Thema gegeben werden soll.

Eröffnet wird sie am 25. Januar mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Uni-Präsident Sascha Spoun.