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Nach den Weihnachtstagen quellen die blauen Tonnen für Altpapier in vielen Haushalten über. Weiterer Müll folgt am Silvesterabend und wenn wenige Tage später die Weihnachtsbäume entsorgt werden. Foto: A/t&w

Weihnachten sorgt für Müllrekorde

Bardowick. Weihnachten ist vorbei. Die Festtags-Gans ist verputzt, die Schlacht unter dem Christbaum ist geschlagen, die Geschenke alle ausgepackt. Dafür stapelt sich jetzt in vielen Haushalten das zerissene und zerknüllte Geschenkpapier, dazu leere Kartons und überflüssiges Verpackungsmaterial. Spätestens jetzt plagt wohl so manchen Lüneburger das schlechte Umweltgewissen angesichts des einst sorgsam ausgesuchten und jetzt so trostlosen Verpackungsmülls. Wohin damit? Bedenkenlos alles in die die blaue Papiertonne?

Schaut man sich die Zahlen des kommunalen Abfallentsorgers GfA in Bardowick an, scheint das in der Tat die Devise der Lüneburger in Stadt und Kreis zu sein: „Der Januar ist traditionell der Monat mit dem höchsten Altpapier-Aufkommen“, erläutert GfA-Vorstand Hubert Ringe. Denn in keinem anderen Monat sammeln die GfA-Mitarbeiter soviel Altpapier ein, wie in den ersten Wochen nach dem Fest. 1550 Tonnen waren es im Januar 2015, zwölf Monate später, im Januar 2016 waren es immerhin 1410 Tonnen. Das Ergebnis für das diesjährige Weihnachtsfest steht zwar noch aus, aber auch das, da ist sich Ringe sicher, wird verglichen mit den restlichen Monaten des Jahres wieder ein Spitzenergebnis werden.

„Die Erlöse fließen zu 100 Prozent in die Berechnung der Gebühren ein.“ Hubert Ringe, GfA-Vorstand

Das Altpapier geht nicht in die Verbrennung, „sondern wird recycelt“, erläutert Ringe. Und der Heißhunger auf Altpapier wird immer größer: Ringe freut das: Denn die Zeiten, in denen die GfA gerade mal traurige fünf Euro für die Tonne Altpapier erlösen konnte, sind zum Glück lange vorbei. Jetzt sind die Preise, einer brummenden Wirtschaft sei Dank, deutlich besser. Wie viel die GfA jetzt für die Tonne Altpapier erlöst, will Ringe nicht verraten, aber er scheint mit den erzielten Erlösen alles andere als unzufrieden zu sein. Von den guten Preisen profitiert auch der Gebührenzahler, denn: „Die Erlöse fließen zu 100 Prozent in die Gebührenberechnung ein“, erläutert Ringe. Will heißen: Gute Preise beim Altpapier entlasten letztlich auch den Gebührenhaushalt und damit die Bürger. 16181 Tonnen Altpapier hat die GfA 2015 eingesammelt, 2014 waren es 16084 und 2013 insgesamt 15812 Tonnen.

Altpapier ist also ein lohnendes Geschäft: Laut dem Verband Deutscher Papierfabriken setzt die Industrie für 100 Tonnen neues Papier 74 Tonnen Altpapier ein. 16181 Tonnen Altpapier hat die GfA 2015 eingesammelt, 2014 waren es 16084 und 2013 insgesamt 15812 Tonnen. Grundstoff unter anderem für neues Geschenk- und Weihnachtspapier.

Nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll gehören allerdings mit Kunststofflacken oder -folien hergestellte Lack-, Glacé- und Chrompapiere also beschichtetes Papier. Auch Klebestreifen, Schleifenband und anderer Zierrat, hat im Altpapiercontainer nichts zu suchen.

Von Klaus Reschke

Wirtschaftszweig mit Bedeutung

Die Papierindustrie ist ein Wirtschaftszweig mit Tradition und Bedeutung. Allein in Deutschland werden pro Jahr knapp 23 Millionen Tonnen Papier in rund 3 000 verschiedenen Sorten hergestellt. Nur in China (107 579 Mio. Tonnen), den USA (73 188) und Japan (26 471) werden noch größere Mengen produziert.

Weltweit sind es jährlich knapp 400 Millionen Tonnen Papier. Die Produktion in Deutschland gliedert sich in vier Hauptsortengruppen: 49 Prozent Verpackungspapiere und -karton, 38,4 Prozent grafische Papiere, 6,4 Prozent Hygienepapiere und 6,2 Prozent technische- und Spezialpapiere. lz