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Das Bleckeder Schloss mit seinen beiden Gebäudeflügeln: Im Westflügel (hinten links) befindet sich das Informationszentrum für das Biosphärenreservat, in dem sanierungsbedürftigen Nordflügel gehören das Renaissancezimmer sowie der Gerichts- und Schlosssaal zu den Kernräumen. Foto: t&w

Bleckeder Schloss: Die nächste große Sanierung

Bleckede. Der Handlungsbedarf ist seit Jahren bekannt, nun werden die Sanierungspläne für den Nordflügel des Bleckeder Schlosses konkret: Insgesamt 1,75 Millionen Euro wird die Instandsetzung des historischen Gebäudeteils laut einem aktuellen Gutachten kosten, davon sollen 1,2 Millionen Euro über die Städtebauförderung finanziert werden. Bleiben 550 000 Euro, „die wir versuchen aus verschiedenen Töpfen einzuwerben“, sagt Bleckedes Bürgermeister Jens Böther (CDU). Beantragt sind Zuschüsse bei der Sparkassenstiftung (300 000 Euro) und beim Landkreis Lüneburg (200 000 Euro), „um weitere 50 000 Euro werden wir bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bitten.

Dritte Baumaßnahmeunter Regie der Stadt

Die Sanierung des Nordflügels mit Renaissancezimmer, Schloss- und Gerichtssaal wäre die dritte große Baumaßnahme am Schloss unter der Regie der Stadt Bleckede. Im Mai 2000 hatte die Kommune das historische Gebäudeensemble für den symbolischen Preis von einer Mark vom Landkreis erworben und vor allem den Westflügel, in dem sich seit Frühjahr 2002 das Informationszentrum für das Biosphärenreservat befindet, aufwendig saniert. Insgesamt flossen damals mehr als 4,6 Millionen Mark, finanziert aus Eigenmitteln sowie Zuschüssen von Land, EU und Landkreis. Die zweite große Investition folgte 2011 mit der Erweiterung des Informationszentrums um eine Biber-Anlage und ein Elbe-Aquarium, Kosten dafür: rund 1,4 Millionen Euro.

Dass auch am Nordflügel umfassende Sanierungsarbeiten anstehen, war für die Stadt keine Überraschung. „Wir haben bereits vor zwei Jahren mit Mitteln der Sparkassenstiftung ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben“, sagt Böther. Das Ergebnis: „Es gibt etliche Feuchtigkeits- und Mauerwerksschäden, die Farbe platzt an verschiedenen Stellen ab und das Tragwerk muss in Teilen erneuert werden.“

Für Städtebauförderung beworben

Doch allein könnte die Stadt die Sanierungskosten nicht tragen. „Auch deshalb haben wir uns 2014 für die Städtebauförderung beworben“, sagt Böther. Von Anfang an waren in den sechs Millionen Euro Gesamtvolumen für die über zehn Jahre laufende Fördermaßnahme 1,2 Millionen Euro für das Schloss miteingeplant. „Davon zahlen dann wie bei allen Maßnahmen die Stadt Bleckede, das Land Niedersachsen und der Bund jeweils ein Drittel“, erklärt der Verwaltungschef. Heißt in diesem Fall: Stadt, Land und Bund beteiligen sich an der Nordflügel-Sanierung mit jeweils 400 000 Euro.“

Startschuss für die Bauarbeiten soll 2018 sein, das laufende Jahr für Planung, politische Beratung und die Mitteleinwerbung genutzt werden. Dabei ist der Stadt die Unterstützung des Landkreises bereits sicher. „Das Schloss Bleckede ist ein wichtiger kultureller Anziehungspunkt“, erklärt Landrat Manfred Nahrstedt. „Deswegen wollen wir die Sanierung in den kommenden zwei oder drei Jahren mit Mitteln aus dem Kommunalen Strukturentwicklungsfonds unterstützen.“ Geplant sind jeweils 100 000 Euro über zwei Jahre. „Das alles ist natürlich abhängig von den Entscheidungen der Politik“, betont Nahrstedt.

Blick in die Historie

Die erste Burg an der Stelle der heutigen Schlossanlage wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Der zweigeschossige Nordflügel repräsentiert weitgehend einen Renaissancebau von 1600 und wurde vom Amtmann Fritz von dem Berge im Auftrag des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg erbaut.

Der Westflügel wurde im 18. Jahrhundert ebenfalls in Fachwerk neu errichtet. 1932 zog das Amtsgericht in das Gebäude. Nachdem das Gericht 1974 aufgelöst wurde, kaufte der Landkreis das Schloss, von 1977 bis 1996 diente es als Zweigstelle der Heimvolkshochschule Barendorf mit Internat. Danach stand das Schloss bis zum Verkauf an die Stadt Bleckede einige Jahre leer.