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Schulleiterin Eva-Maria Peetz freut sich über die Nachricht aus Hannover: Die IGS in Embsen bekommt ab Sommer 2018 eine gymnasiale Oberstufe. Foto: be

Abitur künftig auch in Embsen

Embsen. Das Abitur am Schulzentrum in Embsen ist keine Fiktion mehr. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) erhält die ersehnte gymnasiale Oberstufe. Die entsprechende Genehmigung ab Sommer 2018 hat das niedersächsische Kultusministerium jetzt erteilt. „Das ist eine fantastische Nachricht“, freut sich Eva-Maria Peetz, Leiterin der IGS Embsen, „auf diese Genehmigung haben wir lange Jahre hingearbeitet.“

Landrat erwartet, dass Schule nun attraktiver wird

Die IGS Embsen war zum Schuljahresbeginn 2012/2013 errichtet worden und schloss zunächst nur die Schuljahrgänge 5 bis 10 mit ein eine Erweiterung sollte nur bei entsprechend wachsenden Schülerzahlen erfolgen. Doch inzwischen hat sich die Schule etabliert. Beim Landkreis Lüneburg dem Schulträger geht man davon aus, dass rund 40 Prozent der Jugendlichen an der IGS den erweiterten Sekundarabschluss I erreichen und damit die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe schaffen werden. Für Landrat Manfred Nahrstedt war es daher nur konsequent, einen entsprechenden Antrag auf Genehmigung der gymnasialen Oberstufe bei der Landesschulbehörde zu stellen.

„Damit wird die Vision von Friedhelm Koch doch noch Wirklichkeit.“
Peter Rowohlt , Samtgemeindebürgermeister

Nach den statistischen Erhebungen der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen (GGG) erreichen landesweit an inte­grierten Gesamtschulen im Durchschnitt 55 Prozent der Schüler diesen Abschluss. „Genau wie die Leiterin der IGS Embsen bin ich davon überzeugt, dass die Oberstufe viele Eltern dazu bringen wird, ihre Kinder dort anzumelden“, erklärte der Landrat bereits vor Monaten, „die Genehmigung der Oberstufe und die dann vom Landkreis geplanten baulichen Erweiterungen werden dazu führen, dass die Schule weiter an Attraktivität gewinnt und eine Alternative zum gymnasialen Angebot in Stadt und Landkreis Lüneburg darstellt.“

Für gute Laune sorgte die Nachricht auch in der Samtgemeinde Ilmenau: „Damit wird nicht nur die harte Arbeit der IGS Embsen zu Recht belohnt, damit schließt sich auch ein Kreis, der im Dezember 2003 in einer denkwürdigen Kreistagssitzung begann: Schon damals wurde mit der Festlegung, dass am Schulstandort Embsen eine Haupt- und Realschule für den südlichen Landkreis errichtet wird, der Grundstein für ein Schulzentrum gelegt, welches mit einem Gymnasium komplettiert werden sollte“, erinnert Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) und fügt hinzu: „Damit wird die Vision des vor wenigen Jahren verstorbenen Kreistagspolitikers und Embsener Bürgermeisters Friedhelm Koch doch noch Wirklichkeit.“

Planungen für Anbauten beginnen 

Dass eine Oberstufe der IGS noch einmal einem gewaltigen Schub geben wird, davon ist auch Rowohlt überzeugt: „Viele Eltern aus der Samtgemeinde Ilmenau und der Samtgemeinde Amelinghausen haben zuletzt in einer Befragung angegeben, sie würden genau darauf noch warten und ihre Kinder so lange lieber in die etablierten Gymnasien schicken. Dafür besteht nun kein Grund mehr.“

Die Oberstufe wird im Sommer 2018 dreizügig starten. Von der gymnasialen Oberstufe in Embsen dürften nach Einschätzung von Eva-Maria Peetz auch die Berufsbildenden Schulen in Lüneburg profitieren. „Die Anmeldelisten dort werden dann wohl nicht mehr ganz so lang sein.“

Bis zum Start des ersten Oberstufen-Jahrgangs ist freilich noch einiges zu tun: „Wir werden jetzt mit den Planungen für die notwendigen Anbauten beginnen“, heißt es aus dem Kreishaus. Geplant seien zunächst sechs weitere allgemeine Unterrichtsräume sowie zwei Gruppenräume. 800000 Euro sind dafür im Haushalt für das kommende Jahr vorgesehen.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. Das liest sich alles ausgsprochen schön, sieht nur leider in der Theorie anders als in der Praxis.
    Fakt ist, dass viele Eltern mit ihren Kindern in den höheren Jahrgängen, die tatsächlich den Weg zum Abitur beschreiten möchten, die Entscheidung treffen,das es besser sei, die Schule verlassen. Die Qualität des Unterrichts ist in keinster Weise vergleichbar mit dem, was an den Gymnasien vermittelt wird. Da herrscht ein großes Defizit, welches schwerlich zu überbrücken scheint.
    Woran das liegt? Vermutlich eine Kombination aus vielen kleinen Dingen, die sich in Summe zeigen.
    Meine Meinung- und die vieler anderer Eltern ist, dass die Umsetzung und Idee der Schulform IGS, nicht umgesetzt wird. Kein Vergleich zur IGS-Lüneburg.
    Nicht umsonst, ist diese jedes Jahr wieder so stark frequentiert, dass die Plätze per Losverfahren vergeben werden. Es ist mehr als ärgerlich, dass da anscheinden wenig Kooperation besteht und wenig Interesse besteht, sich am Vorbild eines funktionierenden Systems zu orientieren. Schade.