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Die Zeit hat einige Teile der Ausstellung im Biosphaerium Bleckede überholt. Dazu gehört auch der Bereich über die Menschen aus der Region, den Geschäftsführerin Andrea Schmidt in diesem Jahr aktualisieren und erweitern will. Foto: t&w

Biosphaerium Bleckede: „Wir müssen etwas tun“

Bleckede. Die letzte große Veränderung liegt fast sechs Jahre zurück. Und kostete 1,4 Millionen Euro. 2011 erweiterte die Stadt Bleckede die Ausstellung im Elbschloss, baute in der ehemaligen Remise ein Elbe-Aquarium und dahinter eine Biber-Anlage. Die Haupt-Ausstellung im Westflügel blieb damals weitgehend die alte und ist es zu großen Teilen noch heute. Doch nun stehen auch dort Veränderungen an. „Ohne Frage ein notwendiger Schritt“, sagt Bleckedes Bürgermeister Jens Böther, „denn wir müssen etwas tun, damit das Biosphaerium für Besucher attraktiv bleibt.“

Comicfiguren als Sympathieträger

Eins der Kernprojekte für 2017: „Wir lassen Comicfiguren entwickeln, die wir in die Ausstellung und unsere Umweltbildungsprogramme integrieren werden“, berichtet Biosphaeriums-Geschäftsführerin, Andrea Schmidt. Zum Einsatz kommen die Tiere, die auch das Logo des Biosphaeriums zieren: Biber, Fisch und Gans. Beauftragt hat sie mit der Figuren-Entwicklung ein Büro mit Ausstellungsexperten aus Braunschweig. „Momentan befindet sich das Projekt noch in den ersten Zügen, aber wir hoffen, die Figuren in diesem Jahr etablieren zu können.“ Parallel arbeitet die Geschäftsführerin daran, den Ausstellungs-Bereich „Menschen in der Region“ zur aktualisieren und zu erweitern. „Einige Personen, die wir in dem Bereich vorstellen, werden wir austauschen, außerdem neue Leute vorstellen, die sich inzwischen im Biosphärenreservat engagieren.“

Einer der 16 Ausstellungsräume soll zudem grundlegend verändert, das Konzept „Kulturlandschaften“ in dem Zimmer im Erdgeschoss ganz neu aufbereitet werden. Wie, darüber beraten aktuell Schmidt und ihr Team mit Kollegen der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker.

Offen ist außerdem noch, wie die Umgestaltung des gesamten Ausstellungsraumes finanziert werden soll. „Aktuell suchen wir nach Geldgebern“, sagt Schmidt. Im normalen Geschäfts­etat stünden ihr pro Jahr lediglich 10000 Euro für Investitionen in die Ausstellung zur Verfügung. „Davon kann ich die Sachen instand halten, hier und da mal ein Exponat erneuern“, sagt Schmidt, „aber große Sprünge kann ich damit nicht machen.“ Ein Beispiel: 2016 ließ die Biosphaeriums-Chefin die Scheiben der Aquarien säubern und polieren, Kosten: „7000 Euro“, sagt Schmidt.

Weitere Veränderungen sollen folgen

Insgesamt erstreckt sich die Ausstellung im Haupthaus über mehr 1000 Quadratmeter, zwei Stockwerke und 16 Räume, dazu kommen weitere 850 Quadratmeter in Biberanlage und Elbe-Aquarium. Besucht wurde das Biosphaerium 2015 von insgesamt 20116 zahlenden Gästen, „dazu kamen zwischen 6000 und 7000 Besucher, die nur kostenfreie Teile der Ausstellung, Veranstaltungen oder Serviceeinrichtungen nutzten“, sagt Schmidt. Die aktuellen Besucherzahlen für 2016 liegen noch nicht vor, werden aber in einer der kommenden Sitzungen des Bleckeder Stadtrates präsentiert.

Auch in den kommenden Jahren soll die Ausstellung im Bio­sphaerium weiterentwickelt werden. „Darüber herrscht auch im Stadtrat Konsens“, sagt Bürgermeister Jens Böther. Allein die Finanzierung wird Stadt und Biosphaerium vor Herausforderungen stellen. „Doch wir sind zuversichtlich, auch weiterhin Geldgeber von verschiedenen Projekten überzeugen zu können“, sagt Bürgermeister Jens Böther.

von Anna Sprockhoff

Eine Tochter der Stadt

Die Stadt Bleckede betreibt mit ihrer Gesellschaft – seit der Erweiterung im Jahr 2011 die Biosphaerium Elbtalaue GmbH – seit 2001 für das Land Niedersachsen das Informationszentrum für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue im Schloss.

Das Land fördert den Betrieb mit jährlich 145 000 Euro, die Stadt Bleckede bezuschusste das Geschäft im vergangenen Jahr mit rund 161 000 Euro. Beschäftigt sind im Biosphaerium aktuell vier Vollzeit- und acht Teilzeitkräfte (insgesamt 6,1 Vollzeitstellen).