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Foto t&w Klinikum Kinderklinik Spendenübergabe

Üben mit der Frühchen-Puppe

Lüneburg. Lewis ist 31 Zentimeter groß, wiegt 730 Gramm. Er gleicht einem etwa zwölf Wochen früher als geplant zur Welt gekommenen Baby. Körpermaße, Gewicht und vor allem seine Hautfarbe wirken verblüffend echt. Fast wirkt es so, als wenn Lewis gleich seine geschlossenen Äuglein öffnen würde. Barbara Grieb, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ überreichte die Frühchen-Puppe jetzt an Dr. Sabine Mahncke, Leitende Oberärztin in der Kinderklinik des Städtischen Klinikums. Sie soll in der Eltern- und Krankenpflegeschulung des Perinatalzentrums der Kinderklinik zum Einsatz kommen.

„Eltern haben Berührungsängste mit dem kleinen zarten Wesen, das zerbrechlich wirkt.“
Dr. Sabine Mahncke, Oberärztin der Kinderklinik

In der Kinderklinik werden pro Jahr 30 Frühchen mit einem Gewicht unter 1250 Gramm betreut, dazu kommen 250 Frühgeborene pro Jahr, die vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblicken. „Nach dem plötzlichen Ende der Schwangerschaft sind die Eltern oft für diese Situation noch nicht aufgestellt. Hinzu kommen Berührungsängste mit dem kleinen zarten Wesen, das zerbrechlich wirkt“, sagt Dr. Sabine Mahncke. Hautkontakt und Nähe sind aber für die gesunde Entwicklung des kleinen Wesens wichtig. Lewis ermöglicht den Eltern zu lernen, wie sie ihr Kind halten müssen, was beim Wickeln und Baden zu bedenken ist. „Erst diese Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendungsroutine vermittelt Sicherheit und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“, erklärt Barbara Grieb. Aber auch in der Schulung des Pflegepersonals kommt Lewis zum Einsatz, wenn es um besondere Griff-, Halte- und Lagerungsübungen geht, ergänzt Susanne Braunholz, stellvertretende Stationsleitung.

Die Rendsburger Puppenkünstlerin Ursula Konhäuser fertigt die Frühchenpuppen für den Bundesverband, der ein Netzwerk aus Selbsthilfe-Initiativen und Beratungsstellen für Frühchen-Familien auf den Weg gebracht hat. Lewis konnte dank Spenden von „Fundskerle“, dem Förderkreis der Gesundheitsholding, angeschafft werden. as