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Noch immer ist die Wiese bei Böhmsholz gesperrt. Dort wurden asbesthaltige Baustoffe illegal entsorgt. Foto: us

Bauschutt bei Böhmsholz: Ein Fall für den Staatsanwalt

Lüneburg. Der Bauschutt, der Anfang Dezember auf einer Pferdekoppel bei Böhmsholz gefunden wurde, beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft Lüneburg. Wie die Behörde gestern mitteilte, werde wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen ermittelt. Zwischenzeitlich entnommene Materialproben hätten zudem ergeben, dass dort auch asbesthaltige Stoffe vergraben worden sind.
Wie berichtet, war der Umweltfrevel durch Zufall ans Tageslicht gekommen. Der Nabu-Vorsitzende Thomas Mitschke war auf den Fund gestoßen, nachdem Wildschweine auf der Suche nach Nahrung Teile der Pferdekoppel umgepflügt und dabei den vergrabenen Bauschutt freigelegt hatten.

Die Stadt hatte daraufhin die Wiese abgesperrt und Materialproben entnommen. Ob daraus Rückschlüsse auf den Verursacher gezogen werden konnten, wollte die Stadt nicht bestätigen. „Möglicherweise handelt es sich um einen ahndungswürdigen Sachverhalt. Deswegen können und werden wir zum aktuellen Stand unserer Erkenntnisse keine weiteren Auskünfte geben“, teilte Pressesprecher Daniel Gritz mit.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg erklärte unterdessen, dass derzeit Zeugen vernommen würden. „Es gibt auch einen Verdächtigen“, erklärte Angelika Klee, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft. Gegen wen sich der Verdacht richtet, wollte sie wegen der laufenden Ermittlungen nicht sagen. Mit einem Ergebnis werde in den nächsten Wochen gerechnet.
Wegen der in dem Bauschutt festgestellten asbesthaltigen Stoffe hat die Stadt bislang von einer Entnahme und Entsorgung abgesehen. Daniel Gritz: „Bei Asbest müssen einige Sicherungsanforderungen erfüllt sein. Insbesondere darf es nicht stauben.“ Bis Ende Januar aber soll das Material fachgerecht entsorgt werden. Erst dann könnten auch Angaben über die tatsächlich vergrabenen Mengen gemacht werden.

Thomas Mitschke, der das Verfahren mit einer Anzeige ins Rollen brachte, sagte zu den laufenden Ermittlungen: „Es geht vor allem darum, solche Personen zu stoppen, die ihre Altlasten rücksichtslos in der Natur entsorgen.“

Von Ulf Stüwe