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Es kommt auf jeden Euro an: Obwohl sie eine Arbeitsstelle haben, sind laut DGB mehr als 2300 Frauen und Männer im Landkreis Lüneburg zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. Foto: A/t&w

Hartz IV trotz Arbeit: Wenn jeder Euro zählt

Lüneburg. 2359 Menschen im Landkreis Lüneburg sind derzeit trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen. Diese Zahl der Aufstocker nennt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Großteil dieser Personen arbeite in geringfügiger Beschäftigung. So hätten 729 Aufstockende nur einen Minijob.

Gewerkschaft spricht von untragbaren Zuständen

„Es ist untragbar, dass so viele Menschen trotz guter wirtschaftlicher Lage von ihrer Arbeit nicht leben können“, findet Matthias Richter-Steinke, Geschäftsführer des DGB in der Region. „Ein besonderes Problem sind die Minijobs. Sie sind keine Brücke in reguläre Beschäftigung, sondern ein Armutsrisiko.“ Besonders für Frauen nach der Familienphase, die den Wiedereinstieg in sozialversicherte Arbeit suchten, würden Minijobs zur Sackgasse. Diese Beschäftigungen böten keine Perspektive auf Qualifizierung und Aufstieg im Beruf. Hinzu komme, dass keine oder nur eingeschränkte Ansprüche für die gesetzliche Sozialversicherung erworben werden und dies oft über viele Jahre. Oftmals klebe das Etikett „Minijob gleich Aushilfe“ an den geringfügig Beschäftigten.

Das Jobcenter müsse sich mehr für die Beschäftigten im Leistungsbezug engagieren, fordert Richter-Steinke: „Wer sich in einer beruflichen Einbahnstraße befindet, braucht mehr Unterstützung statt Druck und Sanktionen.“ Es müsse das Ziel sein, mehr Minijobs in sozialversicherte Arbeit umzuwandeln.

Auch Land und Kommune sieht Richter-Steinke in der Verantwortung: „Weit über die Hälfte der geringfügig Beschäftigten bundesweit, die aufstocken müssen, sind Frauen. Viele von ihnen leisten Familien- und Pflegearbeit, so dass sie nur eine begrenzte Anzahl von Stunden arbeiten können. Deshalb müssen wir die Infrastruktur so ausbauen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter zu meistern ist.“ lz

One comment

  1. Andreas Janowitz

    Wo ist der Ansatz jedem Bürger ein Zentralbank finanziertes Grundeinkommen zu zahlen?

    Dann könnte man gewisse Einrichtungen, wo Leute von Steuergeld lebend, jederman klar machen wollen, wie asozial es sei von Steuergeld zu leben, ersatzlos streichen?

    Ein Zentralbank finanziertes Grundeinkommen würde desweiteren die Geldschöpfung regulieren und intermediäre daran hindern Pseudowährungen zu schaffen?

    Die Tilgung dieser Zentralbankkredite müsste dann über Staatsschulden laufen, dieser widerum kann ja mit dem ersatzlosen Streichen von reinen Drangsalierungs- und Schikaneeinrichtungen Kosten drücken.