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Umweltminister Stefan Wenzel (l.) auf dem Weg zur Pressekonferenz. Weidetierhalter empfangen ihn mit Transparenten und „Wolfsgeheul“. Foto: phs

Umweltminister Wenzel und das Heulen der Wölfe

Uelzen. Wut und Verzweiflung sind groß bei den Weidetierhaltern: Und der Besuch von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gestern im Uelzener Kreishaus hat kaum dazu beigetragen, die Situation zu entspannen. Im Gegenteil: „Wenn nichts passiert, dann schießen wir die Wölfe selbst“, machte ein Mutterkuh- und Pferdehalter aus dem Kreis Uelzen seinem Unmut Luft. Gehört hatte Wenzel diese Worte allerdings nicht. Denn direkt nach der Pressekonferenz verließ der Minister das Kreishaus. Wortlos, mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen, eilte er zum Dienstwagen. Begleitet vom „Wolfsgeheul“ der rund 60 Demonstranten.

Eingeladen zum Krisengespräch hatte den Minister der Uelzener Landrat Dr. Heiko Blume (CDU). Aus gutem Grund: Denn auch im Landkreis Uelzen nimmt die Zahl der Wolfsrisse zu. „Und die Menschen haben Angst. Waldtage der Kindergärten werden bereits abgesagt – aus Sorge vor dem Wolf“, berichtete der Landrat.
Wenzel, der zuvor hinter verschlossenen Türen mit Vertretern der Uelzener Kreispolitik sowie Vertretern der heimischen Weidetierhalter konferiert hatte, reagierte mit den gleichen Worten, wie bei seinem Besuch bei Schäfer Gerd Jahnke im Dezember in Südergellersen, dessen Herde gleich mehrfach von Wölfen heimgesucht worden war (LZ berichtete).

Weidetierhalter vs. Wolf

Auch jetzt in Uelzen wurde der Minister nicht müde zu betonen, „dass der Wolf für das Land eine große Herausforderung darstellt, die wir sehr ernst nehmen.“ Und dass die Sicherheit der Menschen an erster Stelle stehe. Um den Menschen die Angst vor dem Wolf zu nehmen, will Wenzel die Akzeptanz des Raubtieres in der Gesellschaft verbessern: Es gebe eine subjektive und eine objektive Wahrnehmung, so der Minister und führte aus – „wenn sie sich die Zahl der Vorfälle mit Wölfen seit dem Zweiten Weltkrieg anschauen, werden sie auf zwei Handvoll stoßen. Teilweise verbunden mit Tollwut, teilweise verbunden mit Anfüttern“. Verglichen mit anderen Gefahren, denen Menschen ausgesetzt seien, sei dies verschwindend gering. Dass der Wolf trotzdem so ein schlechtes Image in Deutschland hat, für Wenzel ist das der „Rotkäppchen-Effekt“.

Ausweichend antwortete Wenzel auf die Frage nach dem Aufbau einer eigenen „Vergrämungsgruppe“. Denn bei der Vergrämung und dem späteren Abschuss von Problemwolf „Kurti“ musste das Land auf externe Spezialisten aus Schweden zurückgreifen. „Wir haben unsere Möglichkeiten verbessert“, sagte der Minister. Und auf Nachfrage: „Ich sage mal… ich gehe davon aus, dass wir in der Lage sind, auch selbst zu vergrämen.“

Auf die Forderung, den Abschuss beziehungsweise die Entnahme einzelner Tiere zu ermöglichen, die sich zum Beispiel wiederholt Wohngebieten nähern oder Tiere gerissen hätten, antwortete der Minister: „Wir waren bisher die ersten und einzigen, die gezielt einen Wolf entnommen haben. Und wir würden dies wieder tun, sollte es erforderlich sein.“
Bei der Frage nach dem Umgang mit Problemwölfen habe er sich konkretere Aussagen des Umweltministers erhofft, bilanzierte Landrat Blume abschließend. „Dort müssen die heutigen Spielräume im Artenschutz bei Bedarf zügig genutzt werden. Auch sind meines Erachtens bereits heute Maßnahmen in die Wege zu leiten, um den Wolf regulieren zu können, sollte sich der Bestand weiter so dynamisch entwickeln.“

So sehen das auch die Weidetierhalter: „Wir erhöhen die Schutzmaßnahmen, trotzdem lernen die Wölfe in Abständen immer wieder, diese zu überwinden“, kritisierte Joachim Rehse, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Niedersachsen, die aus seiner Sicht zu zögerliche Wolfspolitik des Landes. „Es wird der Punkt kommen, wo wir nicht mehr in der Lage sein werden, unsere Tiere zu schützen“. Seiner Meinung nach gibt es nur eine sichere Einzäunung – den Zoo. „Aber wollen wir unsere Landschaften so verbarrikadieren?“

Von Klaus Reschke

Schafsrisse im Kreis

Erneut sind sechs Schafe im Landkreis Lüneburg gerissen worden. Dieses Mal traf es eine Herde mit Kamerun-Schafen in Wendisch Evern. „Sechs Tiere sind tot“, bestätigte gestern Mathias Holsten von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Lüneburg.

Als Wolfsberater war er vor Ort, hat DNA-Proben entnommen, mit deren Hilfe die „Täterschaft“ des Wolfs eindeutig festgestellt werden kann. Insgesamt wurden 2016 mindestens 135 Nutztiere in Niedersachsen gerissen. Weitere 26 Fälle sind laut Umweltministerium noch nicht abschließend bewertet. kre

9 Kommentare

  1. Tom Schulze-Helmke

    Artenschutz kann nicht funktionieren, wenn jede Region oder Interessengruppe für sich bestimmen kann welche Tiere ein Recht auf Leben haben. Wenn nur wirtschaftliche Interessen zählen würden sähe es zappenduster für eine ganze Reihe von Tierarten aus. Zum Beispiel dulden die Fischer von Taiji in Japan keine Delphine und schlachten die zu hunderten ab. Da gibt es bestimmt auch einen Landrat Blume der dieses rechtfertigt? Übrigens sagen Kindergärten auch jedes Mal ihre Waldtage ab wenn Jäger unterwegs sind und scharf schießen? Das ist nämlich eine konkrete Gefahr wie die häufigen Jagdunfälle beweisen. Auch darf man nicht vergessen, dass es zwar ein paar besonders laute Befürworter der Wiederausrottung gibt jedoch längst nicht „die Landbevölkerung“ oder „die Weidetierhalter“ diese naturverachtende Einstellung teilen. Allerdings trauen die sich mittlerweile in einigen Dörfern nicht mehr offen zu ihrer Naturliebe zu stehen da sie gleich von diesen Lautsprechern niedergemacht werden.

    • „Übrigens sagen Kindergärten auch jedes Mal ihre Waldtage ab wenn Jäger unterwegs sind und scharf schießen? Das ist nämlich eine konkrete Gefahr wie die häufigen Jagdunfälle beweisen. “

      Das hört sich ja beängstigend an Herr Schulze-Helmke. Woher haben sie diese Informationen? Sagen die Jäger vor jeder Pírsch in den Kindergärten Bescheid? Ich dachte auch immer diese Gruppe geht eher abends und nachts auf die Jagd. Eine Ausnahme bildet dabei sicher eine Treibjagd. Aber die wird sehr selten durchgeführt und es werden dann entsprechende Warnschilder aufgestellt.
      Und dann die „häufigen“ Jagdunfälle! Sind sie sicher dass es die häufig gibt. Aus welcher Quelle ziehen sie solche Informationen? Ich kann mich nicht erinnern im vergangenen Jahr jemals eine Meldung über einen Jagdunfall in Deutschland gelesen zu haben. Und ich lese weit mehr als nur die LZ. Ich habe versucht über Google eine Statistik über Jagdunfälle in 2016 zu finden. Leider vergeblich. „jüngste“ Zahlen über Unfälle mit Schusswaffen stammten aus dem Jahr 2011. In dem Jahr waren es 13 Unfälle. Aber NICHT nur durch Jäger! Sondern bezogen auf ALLE legalen Waffenbesitzer in Deutschland. Das sind zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Personen. Diese besitzen legal rund 6,4 Millionen Schusswaffen. Weiterhin wird vermutet, dass es zusätzlich zwischen 20 und 40 Millionen illegale Schusswaffen in Deutschland gibt. Aber in 2011 gab es nur 350.000 Jäger! Und die genannten 13 Unfälle mit Schusswaffen in 2011 beziehen sich auf ALLE legalen/registrierten Schusswaffen von 1,1 – 1,5 Millionen Personen. Wenn sie natürlich eine Seite von z.B. „Peta“ aufrufen wird das, wie sollte es auch anders sein, völlig anders dargestellt.
      Fazit: Für ihre Behauptungen waren keine Nachweise zu finden. Warum stellen sie dann derartige Behauptungen hier ins Netz? Wissen sie überhaupt was für einen Müll sie da schreiben. UND GANZ WICHTIG! Ich bin weder Jäger noch habe ich irgendeine Beziehung zu dieser Gruppe.
      Was mich einfach nur ank…. sind ideologisch und unsachlich geführte Kämpfe mit Schlagworten aber wenigen nachweisbaren Fakten gegen bestimmte Zielgruppen die man sich als Zielscheibe ausgesucht hat. Bei vielen dieser Fanatiker denke ich häufig dass es besser wäre wenn sie sich erst mal mit sich selbst auseinander setzen würden. Allerdings denke ich das auch von manchem/-er Politiker/Politikerin und bestimmten Parteien. Aber Menschen sind eben sehr unterschiedlich und vielfältig, denken nicht alle gleich und sind fehlbar. Ich habe nur geschrieben wie ich denke.

      • Ein sehr guter Kommentar, dem ich zustimmen möchte.

      • Lesen Sie einfach auf seiner Facebookseite, Otto, dann wissen Sie, wes Geistes Kind dieser Herr und seine Anhänger sind. Jagdhetze in reinster Form. Und mit Behauptungen und Stories, die an Fantasie nichts zu wünschen übrig lassen, jedoch keiner Faktenrecherche stand halten.
        Den Namen der Seite nenne ich jetzt nicht, das tut Herr Schulze-Helmke selbst schon oft genug. Also einfach aml seinen Namen googlen, dann finden Sie in nullkommanix unzählige Treffer, in denen er auf seine Seite hinweist.
        Ansonsten ist der Herr schlichter Schreibtischtäter. Wohnt nicht in einer Wolfsregion und redet von der Farbe wie ein Blinder, der den Sehenden die visuelle Welt erklärt und dabei behauptet, grün sei blau. Und das scheinbar rund um die Uhr.

  2. ich könnte mich beömmeln. da kommt ein vierbeiner eimem schlachter zuvor und das auch nur sehr selten und das geheule ist größer , als jedes wolfsrudel es jemals schaffen würde. nur schafe brauchen hirten.wo sind sie? zäune sind da kein ersatz. als fleischlieferant würde ich keine schafe ohne selbstschussanlagen mehr halten. gut , es könnte mal den falschen treffen, pech gehabt. zur falschen zeit am falschen ort, jeder wolf bekommt es zu spüren. da sollte man doch mit bestem beispiel voran gehen. was werden aldi, lidl, rewe und andere vermarkter bloß dazu sagen? liefert uns wolffleisch? nehmt euch ein beispiel an die chinesen. die essen auch alles?

    • Die Bemerkung zu den „allesessenden“ Chinesen empfinde ich als völlig daneben und fast rassistisch.

      Außerdem übersieht der oberflächliche Kommentar, dass es nicht nur um Nutztiere geht, was eigentlich aus der Diskussion um die Gefahr für Kinder deutlich hervorgehen sollte.

    • Selten so einen saudämlichen Beitrag gelesen, Herr Bruns.

      Aber wenn die Argumente fehlen, kommen als Nächstes halt Polemik und Unterstellungen.

  3. ja ja, die liebe wahrheit, wer kann sie schon ab? die gewohnheitsentrüsten garantiert nicht. thomas und katrin , beides bestimmt veganer in lederschuhen. schmunzel.der wolf frißt gern großmütter, nicht kinder. gebrüder grimm sind meine zeugen. katrin ,sie wollen keine argumente hier lesen, sondern nur ihre meinung. thomas , öttinger ist trotz seiner schlitzaugen befördert worden. fast rassistisch , was ist das? ob ihr beiden ansonsten überhaupt noch was merkt, darf ich doch bezweifeln, oder? satire sollte man lesen, aber dann auch verstehen, wenn satire nicht davor steht. in diesem sinne, meiner meinung nach dürft ihr gern weiter schlafen. schmunzel.