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2013 schmiedete die Samtgemeinde Scharnebeck einen Rettungsplan für die Grundschule Echem und änderte die Schulbezirkssatzung. Kinder aus den Gemeinden Hittbergen und Lüdersburg mussten fortan in Echem zu Schule gehen. Spätestens 2018 könnte es dort nun eng werden. Foto: t&w

Echem: Die verflixte Sache mit dem Schulbezirk

Echem/Hohnstorf. Vor dreieinhalb Jahren fasste der Samtgemeinderat Scharnebeck einen Rettungsplan. Um den Fortbestand der schülerschwachen Außenstelle der Grundschule Hohns­torf in Echem zu sichern, entschied sich die Mehrheit der Politiker (17 Ja-, 8 Nein-Stimmen) für eine Änderung der Schulbezirkssatzung und zwang damit Eltern aus den Gemeinden Hittbergen und Lüdersburg ihre Kinder fortan in Echem einzuschulen. Inzwischen zeichnet sich anhand der Schülerprognosen ab: Bleibt die Samtgemeinde bei der Regelung, wird es im Schuljahr 2018/2019 in Echem zu eng. Ein Problem, das am Montag, 16. Januar, im Schulausschuss der Samtgemeinde diskutiert werden soll.

Politiker schließen Anbau in Echem aus

Unbestritten ist in den verschiedenen Fraktionen: Ein Anbau an der Grundschule in Echem steht nicht zur Debatte, zumal es an der Grundschule in Hohnstorf mehr als genug Klassenräume und damit die Möglichkeit zur Zweizügigkeit gibt. Bleibt die Frage: Wie kriegt man 2018 die Kinder, die in Echem zu viel sind, nach Hohnstorf?

Die SPD hatte bereits im September beantragt, die 2013 beschlossene Änderung wieder aufzuheben. „Zu dem Zeitpunkt stand aufgrund der aktuellen Schülerzahlprognose fest, dass es spätestens ab 2018 genügend Schüler für eine Einzügigkeit an beiden Standorten gibt“, sagt Fraktionschef Andreas Köhlbrandt, „es zeigte sich aber auch, dass es in Echem ein Platzproblem geben wird.“ Für die SPD der Moment, um den Eltern aus Lüdershausen und Hittbergen wieder die Wahl-Freiheit zu geben und die Satzung auf den Stand vor den 26. Juni 2013 zurückzusetzen.

Auch die neue Grünen-Fraktion im Rat ist für eine Aufhebung der Regelung. „Sollten dann trotzdem noch alle Eltern aus Hittbergen und Lüdersburg ihre Kinder nach Echem schicken wollen, gibt es sicherlich sanftere Möglichkeiten zur Steuerung als eine Satzung“, sagt der grüne Schulexperte Claus Poggensee. Während der letzten Schulausschusssitzung im Oktober stimmte letztlich auch die CDU der Aufhebung zu allerdings unter einer Bedingung: Eine Satzungsänderung sollte erst in Kraft treten, wenn „ein erarbeitetes und vom Samtgemeinderat verbindlich beschlossenes Standortsicherungskonzept für die Grundschulen Echem und Hohnstorf vorliegt“.

Satzungsaufhebungkomplizierter als gedacht

Um die Erarbeitung eines solchen Konzeptes hatte sich die Samtgemeindeverwaltung daraufhin bemüht, dafür auch Rücksprache mit der Landesschulbehörde gehalten. Inzwischen liegt eine schriftliche Stellungnahme der Behörde vor. Und die offenbart mehr als deutlich: Eine Aufhebung der 2013 beschlossenen Änderung ist komplizierter als gedacht.

Das Problem: Sobald es für die Grundschule in Hohnstorf mit ihrer Außenstelle in Echem nur noch einen Schulbezirk gibt, werden Hohnstorf und Echem von der Behörde auch als eine Schule behandelt. Die Folge: Der Unterrichtsbedarf wird nicht mehr für die einzelnen Standorte gesondert berechnet, sondern für beide zusammen. Konkret hieße das, dass die Behörde eine 1. Klasse mit 12 Schülern in Echem und eine 1. Klasse mit 13 Schülern in Hohnstorf wie eine 1. Klasse mit 25 Schülern behandelt und damit auch nur eine Lehrkraft zur Verfügung stellen würde.

CDU-Fraktionschef Harald Heuer plädiert deshalb dafür, die Schulbezirkssatzung so zu lassen wie sie ist „und sie wenn nötig für einen bestimmten Zeitraum außer Kraft zu setzen“. Ein weiterer Vorschlag stammt aus dem Schreiben der Landesschulbehörde: „Die Schulbezirkssatzung könnte entsprechend der erwarteten Anzahl von Einschulungen jährlich angepasst werden“.
Ob die SPD unter den Bedingungen an ihrem Antrag festhält, „müssen wir sehen“, sagt Fraktionschef Köhlbrandt. Sein Anliegen sei es vor allem, „anders als 2013 dieses Mal rechtzeitig eine Lösung zu finden, sodass die Eltern Planungssicherheit haben“.