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Sie gehörten zu den Ersten, die beim 24-Stunden-Schwimmen in das angenehm temperierte Wasser des Sportbads sprangen (v.l.): Frank Kerstens, Heike Melcher und Christa Kozian. Foto: t&w

Meter um Meter für den Guten Nachbarn

Lüneburg. Ob Dutzende Kilometer, 1000 Meter oder ein paar Bahnen jeder Meter, der von Sonnabend auf Sonntag beim 24-Stunden-Schwimmen im Lüneburger Sportbad zurückgelegt wurde, war ein Meter für den guten Zweck. Der gesamte Erlös kommt der Hilfsaktion „Der Gute Nachbar“, getragen von Wohlfahrtsverbänden und Landeszeitung, zugute. Der Gute Nachbar hilft seit 1958 unverschuldet in Not geratenen Menschen in Stadt und Landkreis. Rund 4300 Euro waren im vergangenen Jahr beim 24-Stunden-Schwimmen zusammengekommen.

Mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr

Insgesamt wurden am Wochenende 1724 Kilometer im Lüneburger Sportbad geschwommen. 703 Aktive, und damit mehr als in den vergangenen zwei Jahren, waren dabei, berichtete SaLü-Mitarbeiter Martin Petersmann gestern. Er hatte die Mammutveranstaltung mit seinem Kollegen Arne Evers koordiniert.

Zum zehnten Mal fand das 24-Stunden-Schwimmen statt. Und als Dirk Günther, Geschäftsführer des SaLü, und Holger Hennig (Diakonieverband), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Guter Nachbar, das Spektakel starteten, warteten viele Wasserratten schon ungeduldig. Für das SaLü sei das 24-Stunden-Schwimmen die aufwendigste Veranstaltung des Jahres, erklärte Günther. Aber auch „eine ganz entspannte“, denn „auch, wenn Teilnehmer bei der Anmeldung mal länger warten müssen, sind alle gut gelaunt“.

Ganz früh gekommen war etwa Frank Kerstens, der sich mit der Startnummer 1 auf Schulter und Rücken ins 26 Grad warme Nass stürzte. Oder auch die 76-jährige Heike Melcher (Startnummer 8), die mit Freundin Christa Kozian (69/Startnummer 7) und deren Tochter Anne (40/6) gekommen war. Die Familie Kozian bekam später auch noch Verstärkung durch Karsten (44) und die zehnjährige Lina.

Noch früher war die erste Schicht der vielen Helfer im Sportbad gewesen. Annegret Hesebeck, Timm Moritz Marquardt, Jasmin Tynath, Katja Oelschläger und Andrea Bonse etwa, die fleißig Bahnen zählten. Oder auch Lea Paulmann, Margot und Horst Albrecht sowie Jenny Weidlich, die die Aktiven in Empfang nahmen. Ohne die vielen Ehrenamtlichen sei das 24-Stunden-Schwimmen gar nicht zu bewältigen, sagte Martin Petersmann in diesem Jahr dabei waren Diakonieverband, DLRG, erstmals die Lebenshilfe, DRK, Arbeiterwohlfahrt, Caritas und LZ-Auszubildende.

Viel Betrieb bis in die Nacht

Viel Betrieb war den ganzen Sonnabend über auf den fünf Bahnen aber auch bis in die Nacht hinein riss der Strom der Wasserratten nicht ab. Das Licht wurde abgedunkelt, dafür wurde die Musik lauter aufgedreht Kenner kommen in dieser Zeit besonders gern, um die besondere Atmosphäre zu genießen.
Martin Petersmann: „Bis um zwei Uhr hatten die Kolleginnen von der Nachtschicht, Anett Lindhorst und Anika Lüdemann, alle fünf Bahnen geöffnet.“ Erst ab zwei Uhr sei es dann ruhiger worden, so dass bis um 6.30 Uhr drei Bahnen reichten.

Die Strecke von Lüneburg bis Hamburg, beeindruckende 50000 Meter, legte der 18-jährige Dominik Fraas am Wochenende zurück. Es ist die bislang längste Distanz, die ein Einzelstarter bei der Benefiz-Veranstaltung geschwommen ist. Auf 32400 Meter kam Michael Rieckmann (50). Stammgast bei den 24-Stunden-Schwimmen ist auch schon die 13-jährige Nele Wiesmann, die in diesem Jahr auf 28400 Meter kam. Frank Schmidt war mit 80 Jahren der älteste Teilnehmer und schwamm 1000 Meter. Die vierjährigen Marik Fraas und Lasse Probst schafften 600 und 400 Meter.
Für das 24-Stunden-Schwimmen konnten Sponsoren einen festen Betrag spenden, oder auch einen Euro pro Teilnehmer, oder zehn Euro für je 10000 geschwommene Meter. Das Spen-denergebnis wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Ebenso die Gewinner der Tombola, an der jeder Aktive teilnehmen konnte.