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Der designierte US-Präsident Donald Trump hat überhöhte Einfuhrzölle angekündigt, um sich vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Bei Yanfeng in Lüneburg sieht man dem kritisch entgegen. Symbolbild: A/t&w

35 Prozent Einfuhrzoll? Yanfeng blickt kritisch über großen Teich

Lüneburg. 35 Prozent Einfuhrzoll auf deutsche Autos, mit diesem Szenario hat der designierte US-Präsident Donald Trump jetzt für Schlagzeilen gesorgt. Trump, der am Freitag ins Weiße Haus einzieht, will den eigenen Automobilmarkt vor unliebsamer ausländischer Konkurrenz schützen. Nur wer auch in den USA produziert, soll von Strafzöllen verschont bleiben. Beim Automobilzulieferer Yanfeng, der in Lüneburg ein Werk hat, hält man sich mit einer Einschätzung zu möglichen Auswirkungen bedeckt.

„Solange der designierte Präsident nicht offiziell im Amt ist und keine formellen Ankündigungen dazu gemacht hat, können wir nicht spekulieren, was er tun wird“, sagt Astrid Schafmeister, Pressesprecherin von Yanfeng Automotive Interiors. Sie machte aber deutlich, dass Investitionsentscheidungen in der Automobilindustrie langfristig geplant seien und nicht von heute auf morgen über Bord geworfen würden. Im Übrigen schließe man sich der Einschätzung des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) an. Deren Präsident Matthias Wissmann hatte erklärt, Einschränkungen des NAFTA-Raumes würden der Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer verpassen.

1100 Mitarbeiter im Lüneburger Werk

Im Lüneburger Werk produziert Yanfeng mit 1100 Mitarbeitern Instrumententafeln und Türverkleidungen für diverse Fahrzeugmodelle, zu den Kunden zählen General Motors/Opel, VW, BMW, Daimler und Suzuki. Das Werk besteht seit 1949 und lief damals noch unter der Firma Fibrit, die 1996 von Happich und 1998 von Johnson Controls übernommen wurde. Seit 2015 besteht ein Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen Yanfeng, das weltweit rund 30000 Mitarbeiter in 18 Ländern beschäftigt. Umsatz 2015: 8,5 Milliarden US-Dollar.

Dass Yanfeng von der Trump-Ankündigung betroffen sein könnte, wird beim Blick auf den US-amerikanischen Automarkt deutlich. Laut VDA sind die Vereinigten Staaten für die deutschen Hersteller der zweitgrößte Exportmarkt, aber auch wichtiger Produktionsstandort. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge, die die deutschen Hersteller in den USA fertigen, würden exportiert. Dazu die Yanfeng-Sprecherin: „Wir beobachten das, sind aber relativ entspannt.“ us