Aktuell
Home | Lokales | Abholzung in Brietlingen: der nächste Kahlschlag?
An der Bundesstraße 209 bei Brietlingen Moorburg ist in einem schmalen Waldstück ordentlich abgeholzt worden. Entgegen der Sorgen einiger Anwohner gibt es dort offiziell allerdings keine Baupläne. Foto: t&w

Abholzung in Brietlingen: der nächste Kahlschlag?

Brietlingen. Wenn es ums Abholzen geht, sind die Anwohner in Brietlingen-Moorburg wachsam. Im März 2012 hatte der damalige Flächeneigentümer ein Waldstück zwischen Bundesstraße und Wohngebiet von heute auf morgen gefällt und damit im gesamten Ortsteil für Empörung gesorgt (LZ berichtete). Nun haben seine Erben in einem Schreiben an die Anwohner erneut Fäll­arbeiten angekündigt, zeitgleich hat ein Stück weiter südlich am Rande des Wohngebietes eine größere Fällaktion stattgefunden. Für Anwohner Gerhard Mai Grund genug Alarm zu schlagen. Seine Befürchtung: „Hier wird alles vorbereitet, um einen erneuten Antrag auf Bauland für das Waldgebiet zu stellen.

Tatsächlich hat Marco Karls als Besitzer des inzwischen wieder spärlich bewachsenen Waldstücks in einem Schreiben an die Anwohner angekündigt, eine fünf Meter breite Schneise freischneiden zu wollen. Etwas voreilig, wie sich gestern Vormittag herausgestellt hatte. Bei einem Vor-Ort-Termin mit einer Vertreterin des Landkreises „hat man uns gesagt, dass wir dort keine Schneise freischlagen dürfen“, berichtet Karls und betont: „Also passiert erstmal gar nichts.“

Beschwerde Grund für Schneisenpläne

Als Grund für die Schneisen-Pläne nennt Karls die Beschwerde eines Anwohners. „Der hatte sich über Äste beschwert, die auf sein Grundstück reichen, also wollten wir einen Streifen zwischen Wald und Bebauung frei halten.“ Pläne, das Waldstück in Bauland umzuwandeln, „haben wir aktuell nicht“. Auch Brietlingens Gemeindedirektor Laars Gerstenkorn liegen aktuell keine entsprechenden Anträge für Brietlingen-Moorburg vor. „Und auch die Gemeinde hat nicht vor, dort irgendwelche Bauplätze auszuweisen.“
Bereits abgeschlossen ist indes eine größere Fällaktion südlich zwischen Bundesstraße und Wohngebiet. Dort grenzte ein schmales Waldstück bisher direkt an das Gelände des Garten- und Landschaftsbauunternehmens „Windt&Schröder GbR“, dahinter erstreckte sich eine Pferdekoppel. „Den ehemaligen Pferdeacker haben wir gekauft“, sagt Firmenchef Christian Schröder. Und auch das Waldstück ist in Besitz des Unternehmens. Beides wolle man forst- und landwirtschaftlich nutzen. „Die ehemalige Pferdekoppel soll wieder eine Wiese werden“, sagt Schröder. Baupläne gebe es dort nicht. „Zumal es sich auch gar nicht um Bauland handelt.“
Zu den Fällarbeiten sagt Schröder: „Wir mussten Bäume fällen, die drohten auf die Straße zu kippen.“ Grund für weitere Erklärungen zu der Abholzung sieht der Unternehmenschef nicht, erklärt nur so viel. „Es wurden ausgewählte Kiefern gefällt.“ Und: „Die Hälfte des Waldstücks bestand ohnehin nur aus Sturmschäden.“

Von Anna Sprockhoff