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Michael Hansen aus Deutsch Evern bewirbt sich als Nachfolger von Karin Bertholdes-Sandrock für den Landtag. Foto: kre

Deutsch Everner Michael Hansen will in den Landtag

Deutsch Evern. Fußball nennt Michael Hansen als eine seiner großen Leidenschaften: Trotzdem werden die Altherren des SV Ilmenau auf ihren Torwart in nächster Zeit wohl des Öfteren mal verzichten müssen, denn der 42 Jahre alte zweifache Familienvater bereitet sich auf eine Herausforderung ganz anderer Art vor. Der Christdemokrat aus Deutsch Evern bewirbt sich um die Nominierung als CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis 48 (Elbe) und somit um die Nachfolge der noch amtierenden Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock, die angekündigt hat, nach Ablauf der Wahlperiode kein weiteres Mal kandidieren zu wollen.

Konkurrenz für Uwe Dorendorf

Hansen ist nicht der einzige, der seinen Hut in den Ring wirft. Seine Bewerbung bekannt gegeben hatte bereits Uwe Dorendorf, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg (LZ berichtete). Wer letztlich als offizieller Kandidat der Partei in den Wahlkampf ziehen wird, entscheiden die CDU-Mitglieder am 7. März in einer Urwahl.

Michael Hansen gegen den CDU-Kreisvorsitzenden Uwe Dorendorf: Rechnet sich der Deutsch Everner da wirklich Chancen aus? „Sicherlich sehen mich zurzeit noch viele in einer Außenseiterrolle“, analysiert Hansen, „deshalb bin ich dabei, mich in den Ortsverbänden vorzustellen.“ Eine echte Ochsentour, denn der Wahlkreis 48 (Elbe) ist flächenmäßig mit der größte in Niedersachsen, umfasst den Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Teile des Landkreises Lüneburg, nämlich die Stadt Bleckede, die Samtgemeinden Ostheide, Scharnebeck und Dahlenburg sowie die Einheitsgemeinden Adendorf und Amt Neuhaus.

Bau der Elbquerung für Hansen wichtig

Schon die Geografie dieses Wahlkreises gebe die Themen vor — angefangen von der Verbesserung der Infrastruktur bis hin zur Inneren Sicherheit. Einsetzen will sich Hansen auch für eine Elbquerung, deren Bau für den Deutsch Everner genauso wichtig ist wie ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr. „Die Busverbindungen beispielsweise sind vielfach eine Katastrophe“, rügt der 42-Jährige, der zuletzt als Geschäftsführer in einem Personaldienstleistungsunternehmen beschäftigt war und aktuell ein berufsbegleitendes Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt absolviert.

Auch die geplante Streichung von Bahnhaltepunkten hält er für einen eklatanten Fehler. „Solche Entscheidungen tragen nicht dazu bei, den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten.“ Breitbandausbau, Erhalt von Schulen, die Verbesserung der Unterrichtsversorgung… auch das sind Themen, die auf der Agenda des Familienvaters stehen.

Zum Thema Innere Sicherheit sagt er: „Unsere Polizei muss personell aufgestockt und vernünftig ausgestattet werden.“ Wichtig ist ihm auch, „dass den Beamten von der Politik und der Gesellschaft der Rücken gestärkt wird.“ Es könne doch nicht sein, dass die Polizisten den Kopf hinhalten müssen und dann noch als die Buh-Männer gelten. Auch zum Thema Wolf hat Michael Hansen eine klare Meinung: „Naturschutz ist richtig und wichtig, aber nicht zu Lasten der Sicherheit der Menschen.“

Hansen auch Streiter gegen das dritte Gleis

Zurück zu seiner Außenseiterrolle, die der Lokalpolitiker aus Deutsch Evern in den Augen vieler — noch — einnimmt: „Ich bin Vorsitzender des Vereins Agade21. Unser Kampf in Deutsch Evern gegen den Bau des dritten Gleises wurde anfangs belächelt. Jetzt ist selbst der Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg, Ulrich Mädge (SPD) davon überzeugt, das dass dritte Gleis falsch ist.“

Da kommt bei dem 42-Jährigen auch die Erfahrung als Fußballer wieder durch. Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter pfeift.

Von Klaus Reschke