Mittwoch , 19. September 2018
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Warten auf Schmelze der Arbeitslosenzahl

Lüneburg. Der Winter und das Ende der dreieinhalbjährigen Ausbildungen hat im Januar zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Im Vergleich zum Vorjahr stellt Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, allerdings einen bemerkenswerten Unterschied fest: „Der Dezember-Januar-Anstieg fiel geringer aus als im vergangenen Jahr.“ Außerdem blieb die Arbeitslosigkeit weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosigkeit stieg in Stadt und Landkreis Lüneburg in den vergangenen vier Wochen um 346 auf 5709 Frauen und Männer, das waren 116 Arbeitslose weniger gegenüber Januar 2016.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen kletterte um 0,3 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 6,2 Prozent. Die Zunahme hat laut dem Agentur-Chef keine konjunkturellen Gründe, sondern ist saisontypisch: „Nach unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre, die durch die aktuellen Zahlen für die Arbeitskräftenachfrage untermauert werden, sind wir zuversichtlich, dass mit Frühlingsbeginn die übliche Schmelze der Arbeitslosenzahlen einsetzen wird.“

Durch das Ausbildungsende stieg auch die Jugendarbeitslosigkeit an, im Januar waren 540 unter 25-Jährige erwerbslos gemeldet, das sind 24 mehr gegenüber Dezember, darunter 115 junge Menschen unter 20 Jahren. Passier betont: „Für Unternehmen, die Fachkräfte suchen, ist dies ein guter Zeitpunkt, die Belegschaft um neue Kollegen zu erweitern.“

Im Januar meldeten sich 1507 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 145 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1147 Personen ihre Arbeitslosigkeit (plus 31). Der Bestand an Arbeitsstellen sank lediglich um drei auf 1464 offene Stellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 94 Stellen mehr. Dass die Arbeitgeber Kräfte suchen, zeigt sich daran, dass sie der Agentur im Januar 304 neue Arbeitsstellen meldeten, das ist ein Plus von 48 gegenüber Januar 2016. rast

Flüchtlinge auf Jobsuche

Für den Januar nennt Lüneburgs Agentur-Chef Bernd Passier die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen. Im Dezember vorigen Jahres waren 989 Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen als arbeitslos gemeldet, jetzt im Januar waren es 1042, wobei die Zahl in Stadt und Kreis Lüneburg um 30 Flüchtlinge stieg. Hier der Vergleich im Agentur-Bezirk:

  • Kreis Lüneburg: 507 (Dezember: 477)
  • Kreis Harburg: 360 (357)
  • Kreis Uelzen: 111 (93)
  • Kreis Lüchow-Dann.: 64 (62)

Arbeitsmarktreport Januar 2017