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Noch laufen die Grünhagener zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Bushaltestelle auf diesem Gehweg. Der soll bald gepflastert werden - völlig unnötig, finden einige Anwohner. Foto: t&w

Grünhagen: Streit um 130 Meter Gehweg

Grünhagen. Vera Merz ist sauer. Seit Jahren wohnt die Grünhagenerin an der Eitzener Straße, in der Nähe des Wendehammers der Bushaltestelle. Seit Jahren verläuft vor ihrer Haustür ein nicht befestigter Gehweg und der sei gut nutzbar. „Uneingeschränkt und ohne Gefährdung“, sagt sie. Doch jetzt will die Gemeinde Bienenbüttel im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms dort einen gepflasterten Weg bauen. Zur Freude der Bewohner des nahen Neubaugebietes. Und zum Ärger von Vera Merz und einiger anderer Alt-Anwohner.

Gepflastert werden soll der Gehweg von der Bushaltestelle bis zur Gabelung „Am Beek/Eitzener Straße“, vorbei am Dorfgemeinschaftshaus und dem Neubaugebiet „Schwalbenberg“ bis zum Erlengrund. Insgesamt 440 Meter. Genau 130 Meter zu viel, finden Merz und andere Anlieger. Sie stören sich an dem letzten Abschnitt zwischen Wendehammer und „Am Beek“.
„Der Ausbau ist völlig überflüssig“, sagt Vera Merz, „es handelt sich hierbei um eine reine Schönheitsmaßnahme.“ Sie schrieb mit anderen Anliegern eine Protest-Mail an die Mitglieder des Bauausschusses, an den Ortsvorsteher und die Presse. „Die Gemeinde verspricht Neubürgern gepflasterte Fußwege, bezahlen sollen die einige wenige Altbürger“, heißt es. Konkret kämen auf die Grundstückseigentümer Kosten von bis zu 2000 Euro pro Partei zu.

Ortsvorsteher verteidigt die Baupläne

Unnötig sei der Ausbau des letzten Abschnittes auch, weil es für alle, die nicht über Gras laufen mögen, eine ca. 130 Meter längere Alternative über den Eichenweg zur Bushaltestelle gebe. „Zumutbar“, findet Merz, „und somit gibt es keine Rechtfertigung für dieses Bauvorhaben.“ Darüber hinaus kritisiert Merz, gebe es keinen Anlass für ein derartiges „Hauruck-Verfahren“, Anträge für die Dorferneuerung könnten auch noch 2018 gestellt werden. „Dann überlegter, mit Blick auf Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit“, sagt Merz.

Ortsvorsteher Andreas Feige (CDU) verteidigt die geplante Baumaßnahme: „Auf den Infoveranstaltungen war eine große Mehrheit der Anwesenden für die Pflasterung des Gehwegs.“ Da zu der ersten Anliegerversammlung am 19. Januar viele Anlieger nicht gekommen sind, gab es vergangenen Donnerstag ein weiteres Treffen. Nur wenige der 60 Teilnehmer seien gegen das Projekt gewesen. Und auch er selbst ist ein Befürworter: „Auf dem Grasweg haben Senioren mit Gehhilfen gerade bei Nässe Schwierigkeiten, voranzukommen.“ Teilweise müssten sie auf die Straße ausweichen.

Propjekt ist Thema im Bauausschuss der Gemeinde

Auf den Infoveranstaltungen sei auch der bereits gepflasterte Umweg über den Eichenweg angesprochen worden. Nach Feiges Meinung sei es schwierig, beispielsweise Schulkinder den längeren Weg anzuerziehen. „Sie nehmen wahrscheinlich den kürzeren Weg, auch wenn er nass ist.“ Oder würden ebenfalls auf der Straße laufen.
Dass die Planungen kurzfristig und „vielleicht überraschend“ kamen, versteht der Ortsvorsteher. Doch der Weg zum Dorfgemeinschaftshaus wurde den Bewohnern des Neubaugebietes lange versprochen, auch sei es günstiger, den gesamten Weg in einem Durchgang zu erneuern: Dank des Dorferneuerungsprogramms sparen die insgesamt 23 Anlieger die Hälfte der Kosten. „In vier Jahren wären die Mittel weg“, sagt Feige. Außerdem wollten einige Grünhagener für den Bau des Gehwegs spenden.

Das letzte Wort möchte Feige aber doch den Anwohnern überlassen. „Wenn die Mehrheit der neun Anlieger des unteren Teils gegen den Ausbau ist, würde ich dem Bauausschuss empfehlen, von dem Ausbau abzusehen.“ Vera Merz weiß von drei Parteien, die definitiv gegen den Pflasterweg sind. Heute Abend um 18.30 Uhr beschäftigt sich der Bauausschuss mit dem Thema, er tagt im Mühlenbachzentrum.

von Robin Williamson