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Alle Beschlüsse zur Elbbrücke sollen aufgehoben werden das wünscht sich die Gruppe SPD/Grüne im Rat Neu Darchau. Die Verkehrsführung würde den Ort spalten, der Hochwasserschutz gefährdet, fürchtet Bürgermeister Klaus-Peter Dehde (SPD). Foto: rg

Endgültiges Brücken-Aus in Neu Darchau?

Neu Darchau. Die Planungen für die Elbbrücke wurden Sommer 2015 von der Mehrheit des Lüneburger Kreistags beerdigt. Dass diese nicht wiederbelebt werden, ist das Ziel der Gruppe SPD/Grüne im Neu Darchauer Gemeinderat. Daher stellt sie in der kommenden Ratssitzung am Donnerstag, 2. Februar, einen Antrag mit dem Titel: „Aufhebung sämtlicher im Zusammenhang mit der Elbbrücke bei Neu Darchau gefällten Beschlüsse“. Bürgermeister Klaus-Peter Dehde (SPD) erklärter Brückengegner sieht in diesen Beschlüssen die Stimmen der meisten Bürger seiner Gemeinde missachtet.

Insbesondere die Bestimmungen zur Zuwegung, die der frühere Gemeinderat beschlossen hatte, sind dem Gemeindeoberhaupt nach wie vor ein Dorn im Auge: Denn die sahen vor, dass der Verkehr zur Brücke durch den Ort geleitet wird. „Die Gemeinde wird zerschnitten, das ist eine nicht zu ignorierende Tatsache“, findet das Gemeindeoberhaupt. Und dagegen seien auch die meisten Neu Darchauer. „Bei der Bürgerbefragung zu dem Thema gaben 85 Prozent der Teilnehmer an, dass sie gegen eine Zuwegung durch den Ort sind“, erklärt Dehde.

Landkreis Lüneburg sieht keinen Anlass zur Sorge

Aber nicht nur die Zuwegung, sondern auch der Hochwasserschutz werde durch den Brüc­kenbau gefährdet. „Die Planungen sind nicht hochwassersicher“, stellt Dehde fest. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg habe im Dezember 2015 erhebliche Bedenken zur Deichsicherheit in Neu Darchau geäußert unter anderem wegen Eisversatz. Der käme durch die Verengung des Stroms durch die Brücke zustande.

Der Rat Neu Darchau hat diesen Planungen in der Vergangenheit mit seinen Beschlüssen zugestimmt. Das will Dehde mit seiner Gruppe nun ändern und sämtliche Beschlüsse kippen. Im Rat hat seine Gruppe nach der Kommunalwahl derzeit die Mehrheit mit einer Stimme.

Jörg Sohst vom Pro-Elbbrüc­ken-Verein „Brücken bauen“ bedauert diesen Schritt. „Ich finde es nicht gut, wenn demokratische Entscheidungen vom Nachfolger einfach gekippt werden.“ Allerdings glaubt der Bleckeder nicht, dass dies große Auswirkungen auf die weiteren Planungen für die Brücke haben werden. Denn durch die neuen Mehrheitsverhältnisse im Lüneburger Kreistag sind neue Planungen nicht ausgeschlossen: Erst vor einigen Wochen rief er eine Arbeitsgruppe ins Leben die soll bis Ende des Jahres die baulich-technischen sowie finanziellen Möglichkeiten zur Elbbrücke prüfen.

Und auch der Förderverein bleibt weiter aktiv, befindet sich mittlerweile in Gesprächen mit der Metropolregion Hamburg. „Wir setzen uns weiter ein, bis die Brücke steht.“
Und auch der Landkreis Lüneburg nimmt den Antrag aus dem Neu Darchauer Rat gelassen. Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Der Landkreis Lüneburg hat mit der Gemeinde Neu Darchau, der Samtgemeinde Elbtalaue und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg die Brückenvereinbarung geschlossen.“ Das war vor acht Jahren, die Vereinbarung regele die wichtigsten Punkte in den Bereichen Planung, Zuständigkeit und Finanzierung. „Diesen Vertrag sehen wir durch Beschlüsse der Gemeinde zunächst einmal nicht gefährdet.“

Der Gemeinderat Neu Darchau tagt Donnerstag, 2. Februar, um 19 Uhr im Göpelhaus in Neu Darchau.

Von Robin Williamson

One comment

  1. „Der Landkreis Lüneburg hat mit der Gemeinde Neu Darchau, der Samtgemeinde Elbtalaue und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg die Brückenvereinbarung geschlossen.“
    vor ,oder nach der bürgerbefragung?was soll das eigentlich? der bau würde immer teurer werden. der nutzen dagegen immer weniger. wie sieht der nächste unfug aus? flugplatz in lüneburg vergrößern, damit die vielen zu erwartenden studeten schneller einfliegen können? die leuphana lässt mit ihren finanzierungsglanzpunkten bestimmt als beispiel heranziehen. ob ,,spedi(teure),, sich an der brücke beteiligen würden, wenn man sie fragt? so manche abkürzung sollte doch drin sein, oder? gerade der schwerlastverkehr rechnet mit jedem kilometer.