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Die Feuerwehr hatte in Lüneburg im Jahr 2016 reichlich zu tun, musste so oft ausrücken wie seit 2002 nicht mehr. Foto: be

Feuerwehr Lüneburg gefordert wie seit Jahren nicht

Lüneburg. Die Lüneburger Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr reichlich zu tun. 755 Mal rückten die ehrenamtlichen Helfer aus. Lediglich im Jahr 2002 war die Zahl höher, damals standen 832 Einsätze an. Verantwortlich dafür war auch Hochwasser. Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft erinnert sich noch gut daran: „Da stand die ganze Stadt unter Wasser.“ 2016 wurde Lüneburg nicht überflutet, dafür trieben vor allem sogenannte technische Hilfeleistungen die Einsatzzahlen für die vier Ortsfeuerwehren in Lüneburg nach oben.

Ausgerückt sind die Feuerwehrleute aus den Ortswehren Mitte, Häcklingen, Oedeme und Rettmer sogar 1167 Mal. Einsätze waren es jedoch nur 755, erklärte Diesterhöft jetzt im Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenschutz. „Die Ortswehren fahren ja auch zusammen raus.“ In der Zahl inbegriffen seien „jegliche Einsätze, die auflaufen“. So wurden die Brandbekämpfer ebenso zu Tierrettungen gerufen wie zu Türöffnungen und Großbränden.

Uneinsichtiger Rentner fährt Helfer bei Einsatz an

Besonders gefordert waren sie im September. Da hatte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Straße Bei Mönchsgarten Feuer gefangen, Teile des Dachs waren in die darunterliegenden Wohnungen gestürzt (LZ berichtete). 185 Kräfte seien damals im Einsatz gewesen, sagte Diesterhöft, der auch darauf hinwies, dass Personal aus Bardowick, Deutsch Evern, Melbeck, Reppenstedt und Bleckede den Lüneburgern helfen musste, unter anderem weitere Drehleitern beisteuerte. Ein Feuerwehrmann wurde bei diesem Einsatz verletzt allerdings nicht beim Löschen, sondern im Straßenverkehr. Er hatte einen Rentner in seinem Auto auf die Straßensperrung hingewiesen, daraufhin hatte ihn dieser angefahren. Thorsten Diesterhöft ist heute noch schockiert über den Vorfall: „Wir haben natürlich umgehend Anzeige erstattet, aber die wurde gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt.“

„Sie glauben gar nicht, was uns da alles passiert.“
Thorsten Diesterhöft, Stadtbrandmeister

Neben dem Großbrand beschäftigten auch 362 technische Hilfeleistungen die Feuerwehr, gemeint sind beispielsweise Bergungen von Fahrzeugen, die einen Unfall hatten, Tierrettungen, Sturm- oder Wasserschäden oder auch Ölspuren, die abgestreut werden mussten. 176 Einsätze galten Personen, die gerettet werden konnten. Für 17 Menschen kam im letzten Jahr jede Hilfe zu spät. Für weitere Einsätze sorgten Brandmeldeanlagen (173), Brände (131) und Türöffnungen (122). Wegen Schneebruchs mussten die Kräfte 80 Mal ausrücken. Zudem lösten 62 Rauchmelder aus, nur 29 auch begründet. Diesterhöft: „Sie glauben gar nicht, was uns da alles passiert.“ So seien es regelmäßig Bewohner, die ihr Essen im Ofen oder auf dem Herd vergessen, auf dem Sofa einschlafen und erst wach würden, wenn die Feuerwehr schon in der Wohnung stehe.

Etwa 25 Prozent der Gesamteinsätze seien sogenannte Kleinalarmierungen: Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr 180 Mal aus, um eine Tür zu öffnen, bei einem Wasserschaden zu helfen, Ölspuren zu beseitigen oder aber brennende Mülleimer zu löschen.

Von Anna Paarmann

Mitgliederzahlen

    • Einsatzbereich: 229 (Vorjahr: 221)
    • Jugend: 74 (87)
    • Kinder: 65 (60)

Aus dem Jugendbereich sind neun Mitglieder in den aktiven Einsatzbereich übergetreten, drei Kinder wechselten aus Altersgründen zu den Jugendlichen. Großen Zulauf in der Kinder-Feuerwehr habe man durch die Neubaugebiete, Probleme dagegen in Ochtmissen, weil sich dort kaum Betreuer finden, sagt Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft.