Donnerstag , 22. November 2018
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An der Kirchgellerser Industriestraße sollen ein kleineres Neubaugebiet und weitere Gewerbegrundstücke entstehen. Sowohl der Landkreis Lüneburg als auch die Samtgemeinde Gellersen müssen zuvor noch zustimmen. Foto: uk

Kirchgellersen entwickeln und gleichzeitig bewahren

Kirchgellersen. Es war eine Premiere: Zum ersten Mal tagte jetzt der Gemeindeausschuss der Gemeinde Kirchgellersen in der örtlichen Grundschule. Das neue Gremium ersetzt den früheren Bauausschuss, der zuletzt als „Bau-, Umwelt-, Sport-und Sozialausschuss“ eine große Themenpalette abdecken musste. Unter dem Vorsitz von Alfred-Christian Lemke (SPD) startete der Ausschuss mit einem umfangreichen Programm: Auf der Tagesordnung standen neue Krippengruppe, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, Bebauungsplan Dorf, Neubaugebiet und Oberflächenwasser-Probleme.

Der Bebauungsplan Nr. 16 „Dorf“ beschäftigt den Rat bereits seit 2015. „Ziel ist der Erhalt des dörflichen Charakters und der besonderen Strukturmerkmale des Ortes“, fasste Ortsplaner Frank Patt zusammen. Da es für große Teile des Altdorfes bisher keinen Bebauungsplan gibt, sollen künftig Grundstücksgrößen und Bebauungsdichte verbindlich geregelt werden. Zweites Ziel ist der Ausschluss von Vergnügungsstätten, also Spielhallen oder Discotheken, in weiten Teilen der Ortslage. Nach der öffentlichen Auslegung des Plans im August 2016 wurden jetzt die eingegangenen Stellungnahmen abgewogen und eine zweite öffentliche Auslegung mit einer einstimmigen Beschlussempfehlung auf den Weg gebracht.

Planänderung an Industriestraße vorgesehen

Zwischen der Industriestraße und der Straße „Am Eichenweg“ will die Gemeinde die Entwicklung vorantreiben: Im Süden soll das vorhandene Gewerbegebiet erweitert werden, nördlich davon, abgegrenzt durch die Gaspipeline, ein Wohngebiet entstehen. Dabei gibt es einige Hürden zu nehmen: So ist im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ein Teil der Fläche an der Industriestraße als Tonabbaugebiet ausgewiesen, obwohl die Tongrube deutlich weiter im Süden liegt und die nördlichen Flächen nach einer Absprache mit dem Abbauunternehmen nicht mehr für den Abbau vorgesehen sind. Nun muss ein sogenanntes „Zielabweichungsverfahren“ beim Landkreis Lüneburg beantragt werden, um die Fläche neu zu überplanen. Auch der Flächennutzungsplan bei der Samtgemeinde Gellersen muss geändert werden. Beides empfahl der Ausschuss einstimmig.

Die Gemeinde wolle attraktiv bleiben für junge Familien, erklärte Bürgermeister Jürgen Hövermann (CDU). Dazu gehörten nicht nur ein neues Baugebiet, sondern auch genügend Krippenplätze. Die sind nämlich, wie berichtet, in Gellersen inzwischen Mangelware. Die Samtgemeinde möchte daher neben dem Kirchgellerser Kindergarten eine weitere Krippengruppe einrichten mit Option auf Erweiterung. Die Fläche rechts neben dem Kindergarten stellt die Gemeinde der Samtgemeinde für das Bauvorhaben zur Verfügung, als Ausgleichsmaßnahme ist ein Grünstreifen am Acker hinter dem Kindergarten vorgesehen. Für den notwendigen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans sprach sich der Ausschuss ebenfalls einstimmig aus.

Bedarfsampel nahe Bäckerei soll Sicherheit erhöhen

Eine weitere Bedarfsampel an der Straße „Im Dorfe“ nahe der Bäckerei soll die Sicherheit von Fußgängern erhöhen. Eltern der Grundschulkinder hatten zunächst einen Zebrastreifen angeregt, der Vorschlag war aber bei Polizei und Landkreis auf Ablehnung gestoßen. Nun sollen 30000 Euro für die Ampel in den Haushalt eingestellt werden. Weiter sollen Piktogramme auf dem Asphalt an brisanten Einmündungsbereichen aufgebracht werden.

Probleme mit Oberflächenwasser, das am Wappenhorner Weg mehrfach zu Überflutungen geführt hatte, waren schon häufiger Thema im Rat. Mit einem zweiten Rohr soll der Abfluss in das Biotop verbessert werden. Der Ausschuss empfahl, 10000 Euro für die Maßnahme in den Haushalt einzustellen.

Von Ute Klingberg-Strunk