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Acht Stunden im Büro ohne eine Zigarette -- für die meisten Raucher ist dar gar nicht denkbar. Doch wie halten es Chefs, wenn Raucher zum Qualmen regelmäßig Pausen einlegen? (Foto: A/be)

Harte Zeiten für Raucher

Lüneburg. Früher war alles einfacher. „Als wir vor 15 Jahren an den Start gegangen sind, da war es noch normal, im Café zu rauchen“, sagt Heiko Meyer und lacht, als er von den „alten Zeiten“ erzählt, die eigentlich noch gar nicht so lange zurückliegen. Damals waren auch spezielle Pausen für Raucher noch kein Thema. „Das hat ja niemanden gestört“, erinnert sich der Betreiber des „Coffee House No.1“ an der Schröderstraße. Heute gehen seine rauchenden Mitarbeiter für eine Zigarette raus. „Rauchen ist erlaubt, aber einzeln. Zu zweit quasselt man zu viel, das dauert dann einfach zu lange.“ Die LZ hat sich umgehört, wie es andere Unternehmen und Behörden mit den Raucherpausen halten.

Zwischen fünf und sieben Minuten beschreiben viele Raucher die sogenannte Zigarettenlänge – bezahlte Pausen oder Zeit, die nachgearbeitet werden muss? In einzelnen Betrieben wird das ganz unterschiedlich gehandhabt, wie die Umfrage ergab. Grundsätzlich darf der Arbeitgeber entscheiden, welche Regeln er in Bezug auf das Rauchen am Arbeitsplatz aufstellt: Rein rechtlich liegt es in seiner Hand, ob er seine Mitarbeiter verpflichtet, nur eine bestimmte Anzahl von Raucherpausen zu machen, genauso kann er das Ein- und Ausstempeln anordnen.

Arbeitgeber kann über die Regeln entscheiden

Dieser Regelung folgen beispielsweise die Mitarbeiter der Stadt Lüneburg und des Klinikums, auch beim Landkreis werden die sogenannten „Raucherpausen“ von der Arbeitszeit abgezogen. Wieder andere wie der Müsli-Hersteller De-Vau-Ge verzichten in diesem Punkt auf Zeiterfassung und haben die Pausen auf Vertrauensbasis geregelt. Auch bei der Polizei darf zwischendurch geraucht werden – „allerdings nur draußen“, wie Pressesprecherin Antje Freudenberg betont. Sie selbst erinnere sich noch sehr gut an die Zeiten, in denen sich Raucher im Pausenraum mit an den Mittagstisch setzten. „Das war nicht so schön. Aber damals gab es noch keinen Nichtraucherschutz.“

Rauchen im Gebäude ist häufig tabu

Das hat sich seit 2007 in vielen Institutionen geändert: „Soweit nicht schon ein Rauchverbot galt, wurde das Rauchen in der gesamten Kreisverwaltung mit Inkrafttreten des Niedersächsischen Nichtraucherschutzgesetzes untersagt“, berichtet Landkreis-Pressesprecherin Katrin Holzmann.
Auch die Stadt hat in diesem Punkt klare Regeln: Dort ist Rauchen auch im Rathausgarten und in den Ein- und Ausgangsbereichen tabu, genauso wie im gesamten Gebäude.

Doch nicht überall ist es so leicht, zum Rauchen rauszugehen. „In unserem Unternehmen gibt es einen definierten Raucherbereich, der außerhalb der Hygienebereiche liegt“, berichtet Roswitha Schütz, Pressesprecherin bei De-Vau-Ge: „Mitarbeiter, die diesen Bereich aufsuchen, können die Produktionsräume nur nach Passieren einer Hygieneschleuse wieder betreten.“ Die Zahl der Raucher sei in den vergangenen Jahren außerdem zurückgegangen – ein Trend, den alle befragten Arbeitgeber bestätigen können.

Von Manuela Gaedicke

Rechtslage am Arbeitsplatz

Der Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz ist in der sogenannten Arbeitsstättenverordnung gesetzlich geregelt: Der Arbeitgeber hat durch sein Direktionsrecht „die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind“, heißt es dort.

Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Raucherraum oder eine Raucherecke ist im Arbeitsrecht nicht vorgesehen. Genauso wenig haben Raucher ein Recht auf Zigarettenpausen, der Arbeitgeber kann sogar das Rauchen auf dem Betriebsgelände verbieten.

One comment

  1. Ein Hoch auf den Alkohol.Ach ja das ist ja ne Krankheit. Hab noch nie ein gehört das ein Raucher eine entziung bezahlt bekommt geschweige denn mehrere. Von Sachbeschädigung bis hin zu total Ausfällen kommt es bei Rauchern eher auch nicht.

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