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Anke Ahlf ist Sprecherin der Bürgerinitiative „Bus 209“. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass künftig deutlich mehr Busse auf der Bundesstraße 209 von Artlenburg und Brietlingen nach Lüneburg fahren. Foto: A/t&w

Lüneburger ÖPNV: Der Kampf um Busse geht weiter

Lüneburg. Die Bürgerinitiative „Bus 209“, die sich für mehr und bessere Busverbindungen von Brietlingen und Artlenburg nach Lüneburg einsetzt, lässt nicht locker. Jetzt waren Vertreter der Initiative, die im vergangenen Herbst schon eine Unterschriftenliste mit mehr als 2500 Namen an Landrat Manfred Nahrstedt übergeben hatte (LZ berichtete), mit einer Fragenliste im Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV des Kreistags.

Landrat vermisst konkrete Vorschläge der Bürger

Mit einem ausführlichen Brief hatte sich die Bürgerinitiative zuletzt auch an alle Mitglieder des Kreistags gewandt. Darin wiesen die BI-Vertreter unter anderem auf die rasante Bevölkerungsentwicklung in Brietlingen und Artlenburg – ein Plus von 59 Prozent zwischen 1995 und 2015 – hin. Weiter darauf, dass vergleichbare Gemeinden im Landkreis, nach Auffassung der Bürgerinitiative, erheblich mehr Verbindungen nach Lüneburg haben als die acht bis neun, die an Werktagen von Artlenburg und Brietlingen nach Lüneburg angeboten werden.
Mit neun Fragen waren Anke Ahlf, Petra Harrison, Deike Tschierlei und Rolf Twesten in den Ausschuss gekommen – die waren der Spitze der Kreisverwaltung mit Landrat Nahrstedt und dem Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer aber „zu allgemein“. Etwa die Frage, wer denn eine „Mindestbedienung“, wie sie der Landkreis für Brietlingen und Artlenburg gegeben sieht, für eine Kommune definiere.

2500 Unterschriften für den Landrat

Manfred Nahrstedt verwies stattdessen darauf, dass er die BI-Vertreter schon mehrfach aufgefordert habe, konkrete Zeiten für Busverbindungen zu nennen, die nach deren Auffassung am dringendsten benötigt werden. Dann könne eine Testphase gestartet werden, um die Auslastung zu ermitteln.

Nahrstedt betonte, dass sich auf jeden Fall aber auch die Gemeinden finanziell an einer möglichen Erweiterung des Busangebots beteiligen und auch deren Räte dahinter stehen müssten. „Meine Zusage steht“, betonte der Landrat, aber konkrete Vorschläge der Bürgerinitiative habe er bisher nicht bekommen.

Das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern, machten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Bus 209“ außerhalb der Sitzung klar. Sie berichteten über eine Online-Umfrage, die zurzeit vorbereitet wird. In der können Brietlinger und Artlenburger benennen, wann und von wo weitere Busverbindungen in Richtung Lüneburg am dringendsten gebraucht werden.
Aber auch an den Mitgliedern des Kreistags wollen BI-Sprecherin Anke Ahlf und ihre Mitstreiter „dran bleiben“. Für den Schulausschuss für allgemein- und berufsbildende Schulen, der am Dienstag, 21. Februar, tagt, haben sie bereits eine Fragenliste vorbereitet. Die behandelt speziell die Probleme von Schülern – und benennt etwa Elf-Stunden-Tage, die Schüler der Berufsbildenden Schulen in Lüneburg teilweise zu meistern haben.

Ausschussmitglieder kritisieren Umgang mit BI

Als die Mitglieder der „BI 209“ schon die Sitzung verlassen hatten, ging es noch einmal um sie. Ausschussmitglied Harald Subke (AfD) bemängelte, dass es die Geschäftsordnung des Kreistags nicht vorsehe, dass Bürger während der Einwohnerfragestunde mit den Ausschussmitgliedern reden dürfen.

Subke verwies auf den „Bürgerausschuss“, den seine Fraktion in der konstituierenden Kreistagssitzung beantragt habe, der aber mit großer Mehrheit abgelehnt worden sei. Er sah die BI-Mitglieder abgebügelt. Das wies Günter Dubber (CDU) zurück.

Nicht zufrieden mit dem Umgang mit der „BI 209“ war auch Michel Pauly, als Vertreter des Lüneburger Stadtrats beratendes Mitglied im Ausschuss. Im Stadtrat, so Pauly, gebe es bei einem Beschluss mit entsprecheneder Mehrheit auch für die Fraktionen die Möglichkeit sich zu Einwohnerfragen zu äußern.

Von Ingo Petersen

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