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Zumindest in Teilen des Landkreises sollen Hühner ab Sonntag wieder unter freiem Himmel erlaubt sein. Foto: A/t&w

Vogelgrippe: Zurück ins Freie für das Federvieh

Lüneburg. Lange haben die Geflügelhalter in der Region darauf gewartet, am Sonntag ist es soweit: In großen Teilen des Landkreises Lüneburg dürfen Hühner, Gänse und Co. wieder ins Freie. Zum Schutz vor der Geflügelpest hatte die Kreisverwaltung zum 5. Dezember eine kreisweite Stallpflicht verfügt, zuvor galt die Auflage bereits für die Gebiete an der Elbe. „In einem bestimmten Areal an der Elbe wird vorerst auch weiterhin eine Stallpflicht angeordnet“, erklärt Kreissprecherin Katrin Holzmann. Wo ganz genau, „das wird derzeit noch festgelegt und in der Allgemeinverfügung am Sonnabend veröffentlicht“.

Stallpflicht in Uelzen und Harburg schon aufgehoben

Auch die Nachbarlandkreise Uelzen und Harburg haben die Stallpflicht bereits ganz oder zum Teil aufgehoben, Grundlage für die Entscheidungen ist ein Erlass des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Danach soll nur noch in Landkreisen mit einer Geflügeldichte von mehr als 1000 Tieren pro Quadratkilometer die flächendeckende Aufstallung gelten. Dies trifft auf insgesamt zehn Landkreise zu – insbesondere im Weser-Ems-Gebiet (Landkreise Osnabrück, Vechta, Grafschaft Bentheim, Emsland, Cloppenburg, Ammerland, Oldenburg, Stade, Diepholz und Nienburg).

Zulässig sei eine teilweise Stallpflicht laut Landwirtschaftsministerium zudem dort, wo „von einem besonders hohen Risiko einer Ansteckung mit Geflügelpest ausgegangen wird“, erklärt das Ministerium in einer Pressemitteilung. Dies sei der Fall in Gebieten mit einer besonders hohen Wildvogel-Dichte – zum Beispiel in den Elbe-Bereichen des Kreises Lüneburg.
Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern halten an der flächendeckenden Stallpflicht fest, Niedersachsens grüner Landwirtschaftsminister Christian Meyer wiederum sieht darin keinen Sinn mehr.

Minister will Betriebe entlasten

„Ein direkter räumlicher Zusammenhang zwischen den Wildvogel­funden und den Ausbrüchen der Geflügelpest ist kaum feststellbar“, erklärt er in der Pressemitteilung. „Eine kreisweite Aufstallung bei nur geringer Geflügeldichte dürfte also keinen zusätzlichen Gewinn an Biosicherheit bringen.“ Vor allem Tausende kleinerer Betriebe im Land, „bei denen die fortgesetzte Aufstallung auf zunehmende Probleme stößt“, will Meyer mit dem Erlass entlasten. „Wir müssen aber Tierschutzprobleme vermeiden und die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren.“

Alle Details zu der künftigen Aufstallregelung veröffentlicht der Landkreis Lüneburg am Sonnabend in der Landeszeitung und auf seiner eigenen Internetseite www.lueneburg.de

Von Anna Sprockhoff

Der Eier-Code

Für die Legehennenhalter, die ihre Tiere nun wieder ins Freie lassen dürfen, kommt das Ende der Stallpflicht gerade rechtzeitig. In anderthalb Wochen hätten sie ihre Freiland-Eier offiziell als Eier aus Bodenhaltung kennzeichnen müssen.

Zwölf Wochen dürfen die Hennen ohne Vermarktungs-Konsequenzen im Stall bleiben.