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Hans Christian Schimmelpfennig vom Kurparkverein hofft, dass sich die Pläne für den Wiederaufbau des alten Badehauses noch realisieren lassen. Foto: phs
Hans Christian Schimmelpfennig vom Kurparkverein hofft, dass sich die Pläne für den Wiederaufbau des alten Badehauses noch realisieren lassen. Foto: phs

Kurparkverein auf der Suche nach Partnern

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Hans Christian Schimmelpfennig steht vor dem schlichten, weißen Flachbau am nördlichen Ende des Kurparks und schwärmt. „Es wäre wirklich ein Gewinn, wenn das alte Badehaus hier wieder stünde. Nicht nur für den Kurpark, für die Stadt insgesamt“, sagt der Vorsitzende des Lüneburger Kurparkvereins, dem der profane Salü-Zweckbau seit Jahren schon ein Dorn im Auge ist. Vor gut vier Jahren hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten den Verein ins Leben gerufen, seitdem kämpfen sie für den Wiederaufbau des alten Badehauses. Doch nach anfänglicher Euphorie hat sich inzwischen Ernüchterung breitgemacht. Aufgeben will der Verein aber noch nicht.

Viele Fragen bislang noch ungeklärt

„Alles hängt an einem tragfähigen Nutzungskonzept“, sagt Hans Christian Schimmelpfennig. Dessen Wunschvorstellungen gehen zwar in Richtung Kultur „beispielsweise eine Kunsthalle für Privatsammlungen oder wechselnde Ausstellungen würde der Stadt guttun“ , offen sei der Verein aber auch für jede andere Art der Nutzung. „Das Haus bietet viele Möglichkeiten“, sagt der Lüneburger mit Blick auf den Plan, den der Verein von einem Architekten hat zeichnen lassen. Rund 300 Quadratmeter Nutzfläche böte der Bau im Erdgeschoss, hinzu käme eine weitere Etage im Dachgeschoss. „Das ist genug Platz, um auch Gastronomie mit unterzubringen“, ist Schimmelpfennig überzeugt.

Das bisher von ihm angesprochene benachbarte Seminaris-Hotel habe indes kein Interesse gezeigt, „man will sich dort auf den eigenen Betrieb konzentrieren, hieß es“. Die Salztherme Lüneburg (SaLü) sie wurde an der Stelle des Anfang der 1970er-Jahre abgerissenen Badehauses errichtet steht dem Bau sogar insgesamt skeptisch gegenüber. Rolf Sauer, Geschäftsführer der Gesundheitsholding Lüneburg, zu der das Salü gehört, sagt: „Der Kurpark steht unter Denkmalschutz. Dies sowie Fragen des Baurechts und der späteren Nutzung sind noch völlig ungeklärt.“

„Neue Ideen sind immer gut“

Hans Christian Schimmelpfennig vermutet indes andere Gründe: „Mir wurde signalisiert, dass man nicht möchte, dass die dort trainierenden Kraftsportler keinen freien Blick mehr auf den Kurpark haben. Ich halte das aber nicht für wirklich entscheidend.“ Zwar bestätigt Rolf Sauer, dass im Zusammenhang mit dem Umbau des Salü auch über die Sichtachsen und die Einbeziehung der Fensterfront zum Kurpark gesprochen wurde, „aber das ist eine Petitesse am Rande“. Für den Verein, von dem er seit zwei Jahren nichts gehört habe, stehe er aber gern für ein Gespräch zur Verfügung.

Befürchtungen, für das neue Badehaus sollten Teile des Salü weichen, tritt Schimmelpfennig entgegen: „Im Gegenteil, unsere Pläne sehen zwischen beiden Gebäuden einen gemeinsamen Lichthof mit Zugang auch für die Kraftsportler vor.“

Der Verein will jetzt den Kreis möglicher Interessenten größer ziehen. Auch gebe es Überlegungen, für die Ideenfindung die Universität mit einzubinden, „neue Ideen sind immer gut“, sagt Schimmelpfennig. Grundsätzlich aber wolle man das Konzept mit dem künftigen Partner gemeinsam abstimmen, „der soll ja auch Mittel für das Projekt mitbringen“. Die beziffert der Verein auf bis zu drei Millionen Euro, „je nach Nutzung“.

Ohne die Zustimmung der Stadt geht nichts

Das ist offenbar auch nötig, da die Stadt bereits erklärt hat, dafür derzeit kein Geld übrig zu haben. „Immerhin hat man das Vorhaben nicht komplett abgelehnt“, gibt sich Schimmelpfennig optimistisch. Denn auch er weiß, dass ohne Zustimmung der Stadt als Herrin über Grund und Boden des Kurparks ein Wiederaufbau nicht möglich wäre. „Sollten sich die Lüneburger an dem Projekt nicht interessiert zeigen, werden wir auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv werden“, sagt Schimmelpfennig. „Die Region ist attraktiv, das wurde ja gerade mit dem Verkauf der Golf-anlage Lüdersburg an eine internationale Hotelbetreiber-Gruppe deutlich.“

2 Kommentare

  1. Hannelore Strube

    Das Badehaus sollte unbedingt wieder gebaut werden. Ein nettes Café, nicht nur für junge Leute, müßte natürlich untergebracht werden. Das habe ich immer schon vermisst und sicher viele andere auch. Je nach Größe des Hauses könnten vielleicht wechselnde Ausstellungen, Lesungen, kleinere Musikveranstaltungen u.ä. dargeboten werden. Habe früher in LG gewohnt und bin nach wie vor passionierte Lüneburgerin, komme sehr oft als Besucher. Möchte gern wieder zurück, leider bisher keine bezahlbare Wohnung! Wenn ich kann, unterstütze ich den Verein, auf jeden Fall dran bleiben!
    Viele Grüße aus Hildesheim

  2. Werner Schneyder

    Das finde ich gut. Da mache ich mit.