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Das Schiffshebewerk in Scharnebeck gilt als Nadelöhr im Elbe-Seitenkanal. Die Tröge sind zu klein für moderne Binnenschiffe. Gelöst werden soll das Problem mit einem Schleusenneubau, westlich des Hebewerkes (auf dem Bild links neben dem Hebewerk). Foto: nh/tamme

Kreis will Beitrag zu Schleuse leisten

Von Ingo Petersen
Lüneburg. 40.000 Euro sind nicht viel im Vergleich zu 270 Millionen Euro. Aber sie sind ein kleiner von vielen Beiträgen, die dabei helfen können, eines der größten Verkehrsinfrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte in Norddeutschland zu verwirklichen: Die neue Schleuse am Schiffshebewerk Scharnebeck im Zuge des Elbe-Seitenkanals (ESK).

Der Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV des Lüneburger Kreistags hat in seiner jüngsten Sitzung dem Kreisausschuss einstimmig empfohlen, eben diese 40.000 Euro der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für Planungsleistungen zur Verfügung zu stellen. 270 Millionen Euro für den Neubau stehen im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 bereit, zehn Millionen Euro wurden für die Planungsphase bewilligt.

Konkret: Der Landkreis Lüneburg leistet für einen Zeitraum von vier Jahren zur finanziellen Unterstützung der Planungsleistungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung einen Beitrag in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr. Die Gesamtausgabe von 40.000 Euro wird dabei durch einen Zuschuss des Förderfonds der Metropolregion Hamburg in Höhe von zumindest drei Mal 5000 Euro, also 15.000 Euro teilweise refinanziert.

Planungen für die Schleuse beschleunigen

Mit dem Zuschuss will der Landkreis Lüneburg — Hand in Hand mit anderen Partnern wie weiteren Landkreisen und Städten sowie auch Unternehmen in der Region am Elbe-Seitenkanal — die Planungen für die Schleuse beschleunigen, heißt es von der Kreisverwaltung.

Das Schiffshebewerk Scharnebeck mit seinen Trögen von 100 Metern Länge wird mehr und mehr zum Nadelöhr für den Hinterlandverkehr aus dem Hamburger Hafen. Vorgesehen ist der Bau einer neuen Schleuse mit einer Länge von 225 Metern, die freie Fahrt für moderne Binnenschiffe vom Hamburger Hafen in Richtung Mittellandkanal und Ruhrgebiet bedeuten würde.

Die Dringlichkeit der Schleusenplanung hat ihren Grund: Die Mengen im Seegüterumschlag werden sich im Hamburger Hafen nach den aktuellen Prognosen bis 2030 nahezu verdoppeln. Für den Hamburger Hafen wird ein Mengenzuwachs von 47 Prozent im Hinterlandverkehr erwartet, von dem ein Großteil über die Binnenwasserstraßen abtransportiert werden soll.

Länder Niedersachsen und Hamburg haben bereits ihre Unterstützung zugesagt

Seit vielen Jahren setzt sich die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg für den Bau der neuen Schleuse bei Scharnebeck ein. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur fordern, sondern dass wir auch bereit sind, einen Beitrag dazu zu leisten“, erklärt Dr. Jerome Stuck, Referent für Verkehr und Infrastruktur bei der IHK, die Aktivitäten der IHK.

Die Industrie- und Handelskammer ist derzeit dabei, entsprechende Finanzierungszusagen für die Förderung von Planungsleistungen einzuholen. Die Länder Niedersachsen und Hamburg haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Auch die Kommunen der Region, darunter verschiedene Landkreise und Städte, haben signalisiert, sich zu beteiligen. „Wir haben schon Zusagen bekommen, wir sind guter Dinge“, sagt Stuck.

Auch Wirtschaftsbetriebe entlang des ESK, aber auch am Mittellandkanal, hätten schon „positive Signale“ gegeben, berichtet Stuck. Gemeinsames Ziel: Durch schnelle und unbürokratische Unterstützung die Planungskapazitäten zu erhöhen und eine Beschleunigung des Verfahrens zu erreichen.

Darum gehts

17 Stellen vor der Besetzung

Die Planungen für den Bau der neuen Schleuse haben Schwung aufgenommen, sieht Martin Köther, Chef des Wasser- und Schifffahrts­amts Uelzen, das für die Unterhaltung des ESK zuständig ist, mit Genugtuung: Die Baumaßnahme sei in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, das Wasserstraßenbaugesetz sei verabschiedet, für die Planungsphase seien zehn Millionen Euro genehmigt.

Auch mit der Schaffung zusätzlicher Stellen in der Wasser- und Schifffahrts­verwaltung des Bundes gehe es voran. Vier Stellen wurden im vergangenen Jahr ausgeschrieben, weitere 13 in diesem Jahr. „Die Stellen können wohl in Kürze besetzt werden“, sagt Köther auf Anfrage der Landeszeitung. Angesiedelt sein werden diese Stellen beim Neubauamt der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Hannover. pet