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Der Kindergarten in Hohnstorf ist zu klein, das machte Bürgermeister André Feit jetzt dem Rat noch einmal mit Fakten klar. Foto: A/kre

Hohnstorf: In Kita und Straßen muss investiert werden

Von Ina Freiwald
Bullendorf. Es wurde ein langer Abend für die Ratsmitglieder der Gemeinde Hohnstorf, denn immerhin musste eine Agenda von 21 Tagesordnungspunkten abgearbeitet werden. Im Saal des Restaurants Elia in Bullendorf berieten die Politiker knapp drei Stunden vor vierzig Zuhörern. Diese schienen sich vor allem für die Verkehrssituation ihrer Gemeinde zu interessieren und die damit zusammenhängenden Voraussetzungen.

So meldete sich bei der Bürgerfragestunde eine Bürgerin im Rollstuhl und kritisierte die unzulängliche Beschaffenheit der Straßen. „Ich lade Sie gerne ein, mit mir einmal in Hohnstorf unterwegs zu sein“, forderte sie die Ratsmitglieder auf. „Dann werden Sie sehen, wie wenig barrierefrei die Bürgersteige sind und in welchem schlechten Zustand beispielsweise das Pflaster der ,Dorfstraße.“ Ihrer Aufforderung an die Gemeinde, Geld für die Sanierung zur Verfügung zu stellen, begegnete Bürgermeister André Feit (CDU) mit dem Hinweis, dass dort, wo Bäume stehen, das Pflaster durch das sich darunter befindliche Wurzelwerk nicht eben sein kann, die durch andere Ursachen entstandenen Straßenschäden jedoch in den kommenden Wochen von den Gemeindearbeitern beseitigt werden.

Geld für die Imker

Ein weiteres Projekt ist die Förderung von Imkern in der Region, die mit einer Summe von 1000 Euro aus dem Haushalt unterstützt werden sollen. „Wer Interesse hat, hier in der Gemeinde neue Bienenvölker heimisch zu machen, bekommt die Hälfte seiner Kosten von uns ersetzt“, erklärte Feit. Um den fliegenden Neubürgern auch genug Futter zu gewährleisten, können sich interessierte Garteninhaber für das Anpflanzen einer Blühwiese kostenloses Saatgut bei der Gemeinde abholen.

Applaus von den Zuschauern erhielt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Lindemann für seinen Vorschlag, an der „Schulstraße“ ein Stoppschild aufstellen zu lassen. „Die Eltern haben es dort immer eilig, die Kinder werden aus quasi fliegenden Wagen in die Schule entlassen.“ Die eigentlich zum Beschluss anstehende Aufstellung eines Verkehrsspiegels hielt der CDU-Mann für „keine gute Idee“. „Nur wenige Fahrer würden in den Spiegel sehen, ein Stoppschild wäre jedoch unübersehbar.“ Zwar lehnte der Rat in der anschließenden Abstimmung das Aufstellen eines Spiegels ab, über ein Stoppschild müsste laut Feit jedoch das zuständige Verkehrsamt entscheiden.

Fördermittel für Straßenbau in Aussicht

Für die Straße „Im Strangen“ können staatliche Fördermittel beantragt werden, die die Gemeinde nach Beschluss unbedingt wahrnehmen will. Zwar besteht sie aus 280 Metern Gemeindestraße und 700 Metern landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg, doch für letzteres Teilstück kann eine maximale Förderung von 63 Prozent der Ausbausumme aus dem LEADER-Topf für die Förderung ländlicher Räume beantragt werden. Die Ausbausumme von rund 130.000 Euro für den durch Beschädigungen und Absackungen instabilen Weg würde so eine sinnvolle Investition darstellen.

Diskussionsbedarf gab es zum Thema des Neubaus der Kindertagesstätte. Hier fühlte sich die Gruppe SPD/FWGH nicht umfassend informiert. Zwar habe eine gemeinsame Sichtung eines zur Verfügung stehenden Grundstückes stattgefunden, eine klare Aussage über dessen Favoritenrolle bezüglich der Auswahl von 15 möglichen Baugrundstücken wäre von Seiten des Bürgermeisters jedoch nicht geäußert worden.

Wie dringend der Neubau benötigt wird, zeigt die aktuelle Situation, Bürgermeister André Feit: „Bedingt durch die hohe Zahl der Mittagessenkinder und der Schlafenskinder aus der Krippe sind Maßnahmen dringend notwendig.“ Zur räumlichen Entlastung müssten Container aufgestellt werden oder Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder tageweise zu Hause beaufsichtigen können. Möglicherweise sollte auch eine Aufstockung des Betreuungspersonals erfolgen. „Das Kindergarten-Team läuft an der Belastungsgrenze.“