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Volles Haus im Sitzungssaal der Kreisverwaltung: Neben Ausschussmitgliedern waren auch rund 80 Bleckeder gekommen, um über die Oberschule zu diskutieren. Foto: t&w
Volles Haus im Sitzungssaal der Kreisverwaltung: Neben Ausschussmitgliedern waren auch rund 80 Bleckeder gekommen, um über die Oberschule zu diskutieren. Foto: t&w

Schulentscheidung vertagt

Von Ingo Petersen
Lüneburg/Bleckede. So ausgiebig ist wohl lange nicht mehr diskutiert worden im Ausschuss für allgemein- und berufsbildende Schulen des Lüneburger Kreistags. Und so eng war es wohl auch noch nie: 23 Ausschussmitglieder, dazu 80 Eltern, Lehrer und Schüler Bleckeder Schulen drängelten sich am Dienstag im Sitzungssaal der Kreisverwaltung, als darüber diskutiert wurde, die Verwaltung damit zu beauftragen, die für die Umwandlung der Haupt- und Realschule Bleckede in eine Oberschule notwendigen Schritte zu prüfen.

Das Ergebnis, als nach zweistündiger Diskussion die Atemluft knapp wurde: Landrat Manfred Nahrstedt zog die Vorlage der Kreisverwaltung zurück. Stattdessen soll die Verwaltung innerhalb der nächsten sechs Wochen eine Informationsveranstaltung organisieren. Dazu eingeladen werden sollen neben Eltern, Lehrern, Schulleitungen, Landesschulbehörde und Schülern auch Oberschuldirektoren, die ihre Schulmodelle erläutern.

Die Wogen in Bleckede waren hochgeschlagen, als vor einigen Wochen die Sitzungsvorlage der Kreisverwaltung bekannt wurde. An der Realschule bildete sich rasch ein „Arbeitskreis zum Erhalt der Realschule Bleckede“, der seitdem aktiv ist. Zurückhaltender ist die Reaktion an der Hauptschule.

Martin Wiese, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis Lüneburg, schreibt in der Vorlage der Kreisverwaltung: „Bisher wurden beide Schulen zweizügig und die Realschule zeitweise auch dreizügig geführt.“ Und weiter: „Ob dies für die Hauptschule auch in Zukunft gelten kann, muss allerdings in Zweifel gezogen werden.“ Für die Umwandlung in eine Oberschule spreche auch, dass Realschulleiter Rolf Parlow im Sommer 2018 in den Ruhestand geht.

Zu „forsch“ formuliert fanden die Bleckeder Realschuleltern die Vorlage der Verwaltung. In der heißt es auch, dass die Umwandlung von Hauptschule und Realschule in eine Oberschule „zum Schuljahresbeginn 2018/19 betrieben werden“ sollte. Silke Bachem, eine der Sprecherinnen des Bleckeder Arbeitskreises: „Wir hätten uns gewünscht, früher in die Überlegungen einbezogen worden zu sein.“

Schülerzahlen für Real- und Hauptschule stabil bei etwa 100 Kindern

Gegen den Vorwurf, er habe eine „Nacht- und Nebelaktion“ betrieben, wehrte sich Wiese. „Vielmehr handelt es sich um ein ergebnisoffenes Verfahren.“ Noch seien die Schülerzahlen für Real- und Hauptschule stabil bei etwa 100 Kindern, die Prognosen, so Wieses Informationen, seien weit geringer. Das hätte die Frage ausgelöst: „Haben beide Systeme künftig genug Schüler, um mindestens zweizügig zu bleiben?“

Uneinig waren sich auch die Ausschussmitglieder. Achim Gründel (SPD) plädierte für den Prüfauftrag an die Verwaltung: „Was wir brauchen, sind Zahlen, Daten, Fakten.“ Generell keine Probleme mit einer künftigen gemeinsamen Oberschule für Bleckede hatte Frank Stoll (Linke).

Für den herrschenden Trend, Kinder „zusammen lernen zu lassen“, sprach sich Antje Aden-Meyer (Grüne) aus. Erst Ulrike Walter, dann auch Alexander Blume (beide CDU) wandten sich gegen einen Prüfauftrag, plädierten für eine Informationsveranstaltung. Landrat Nahrstedt machte der Diskussion ein Ende: „Ich ziehe die Vorlage zurück, wir machen eine Info-Veranstaltung. Dann sehen wir weiter.“

2 Kommentare

  1. Für den herrschenden Trend, Kinder „zusammen lernen zu lassen“, sprach sich Antje Aden-Meyer (Grüne) aus.
    er ist ja auch vernünftig. die gesellschaft zu spalten, finden eigentlich nur konservative gut.

  2. Werner Schneyder

    Wieso nicht gleich eine IGS? Das Gym hat in der 5. Klasse nur noch 3 Parallelklassen. Eine IGS wäre groß genug, eine tolle Schule aufzubauen.