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Eng war es in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses des Lüneburger Kreistags, in der unter anderem die Schülerinnen Leonie Cohrs und Annika Blume sowie BI-Sprecherin Anke Ahlf aus Brietlingen (vorn, v. r.) ihr Anliegen vortrugen. Foto: t&w

Schüler machen Druck im Schulausschuss

Von Ingo Petersen
Lüneburg. In der Regel verirren sich interessierte Bürger nur selten in einen der Ausschüsse des Lüneburger Kreistags — das war am Dienstag im Ausschuss für allgemein- und berufsbildende Schulen anders. 80 Bleckeder diskutierten mit der Verwaltung und den Ausschussmitgliedern über die künftige Bleckeder Schullandschaft. Und der Ausschuss hatte noch mehr Gäste: Auch Mitglieder der Bürgerinitiative „Bus 209“, die sich für bessere Busverbindungen von Brietlingen und Artlenburg nach Lüneburg einsetzt, meldeten sich zu Wort.

Im vergangenen Herbst hatte die Initiative eine Unterschriftenliste mit mehr als 2500 Namen und der Forderung nach besseren Busverbindungen an Landrat Manfred Nahrstedt übergeben. Anlässlich der Übergabe der Unterschriftenliste hatte Nahrstedt gesagt: „Sie teilen uns mit, zu welchen Zeiten Busverbindungen am dringendsten benötigt werden. Und dann starten wir eine zweijährige Testphase.“ Die Kosten dafür würde allerdings nicht allein der Kreis tragen, „da müssten Sie die Gemeinden und die Samtgemeinde mit ins Boot holen“.

Forderungen nach besseren Busverbindungen

Mit einem ausführlichen Brief hatte sich die Bürgerinitiative auch schon an alle Mitglieder des Kreistags gewandt. Vor zwei Wochen trugen Mitglieder der Initiative ihr Anliegen im Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV vor.

Forderungen nach besseren Busverbindungen von Artlenburg und Brietlingen nach Lüneburg gibt es schon lange. Initiatorin Anke Ahlf hatte im Gespräch mit Landrat Nahrstedt betont: „Wir lassen uns nicht abspeisen. Wir wollen bei den Busverbindungen endlich genauso behandelt werden wie die anderen Gemeinden im Landkreis.“

Auf die Einwohnerfragestunde im Schulausschuss am Dienstag hatte sich die BI „Bus 209“ wieder passgenau vorbereitet. Leonie Cohrs, Schülerin an den Berufsbildenden Schulen, etwa berichtete von ihrem langen Schulweg: Um 6.40 Uhr fährt sie von Brietlingen ab, kommt um 7.07 Uhr am ZOB an, hat dann eine Wartezeit von 53 Minuten bis zum Unterrichtsbeginn an der der BBS. Mitschülerin Annika Blume nannte ein Beispiel in der Gegenrichtung: Hat sie nach der 8. Stunde um 15 Uhr Schulschluss, müsse sie bis um 16.40 Uhr, also 100 Minuten, bis zum nächsten Bus warten.

Umfrage auf den Weg gebracht

Die Mitglieder der Bürgerinitiative hatten Fragen: Gibt es eine vorgeschriebene „Höchstwartezeit“, die Schüler zwischen Schulschluss und Busabfahrtzeit hinnehmen müssen? Und: Gibt es eine Auflistung von Leerbussen, die zwischen Lüneburg, Brietlingen und Artlenburg fahren und die möglicherweise für Fahrgäste geöffnet werden könnten? Konkretes hörten die Mitglieder der Bürgerinitiative im Schulausschuss nicht — mit der Zusicherung von Landrat Nahrstedt, sich die Situation auch bezüglich des Schülerverkehrs „genau anzugucken“, machten sie sich auf den Heimweg.

Mittlerweile hat die BI „Bus 209“ für Brietlinger und Artlenburger eine Umfrage auf den Weg gebracht, in der sie den Bedarf an zusätzlichen Buslinien in der Bevölkerung abfragen. Konkrete Vorschläge für Verbesserungen im Busverkehr hatte Landrat Nahrstedt von der BI immer wieder eingefordert.

„Die Resonanz auf die Umfrage ist gut, wir haben schon 440 beantwortete Fragebögen“, berichtete BI-Sprecherin Anke Ahlf nach der Ausschusssitzung.