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Nahrendorfs Pastor Jonathan Overlach und Kirchenvorstandsmitglied Brigitte Dörling stehen vor einer Bilderwand mit Arbeiten von Konfirmanden der Kirchengemeinde, die bald einen neuen Seelsorger erhalten wird. Foto: ki

Nahrendorfs Pastor verlässt seine Gemeinde

Von Gudrun Kiriczi
Nahrendorf. „Mein Vorgänger hat mir große, aber warme Fußstapfen hinterlassen“, erinnert sich Pastor Jonathan Overlach, der am 2. März 2014 die Pfarrstelle in der Gemeinde Nahrendorf übernahm. Nach drei Jahren heißt es nun schon wieder Abschied nehmen. Am Sonntag, 25. Februar, wird Pastor Overlach um 15 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst in der Nahrendorfer St.-Lamberti-Kirche verabschiedet. Wenige Tage später tritt er seinen neue Pfarrstelle in Bennigsen an. In Nahrendorf wird Anfang März Pastor Ralf Kölling die Vakanz-Vertretung übernehmen.

„Wir haben in diesen drei Jahren mit Pastor Overlach eine Besonderheit erlebt“, sagt Brigitte Dörling vom Kirchenvorstand. „Wir konnten einen jungen Pastor in seiner Probezeit begleiten“. Nahrendorf gehörte bisher zu den Kirchengemeinden, in denen die Pastoren lange blieben. Mit nur drei Amtsjahren ist Overlach eine Ausnahme. Doch: „Wir verstehen die Gründe für seinen Wechsel“, versichert Dörling. Overlach möchte in der Nähe seiner betagten Eltern leben, um in der Not helfen zu können. Im Abschiedsgottesdienst wird Dörling das große Engagement seines Dienstes in Nahrendorf und Dahlenburg herausstellen.

Beim Schützenfest sogar zum Volkskönig gekürt

Overlach hat in der Kirchengemeinde viel bewegt, sich immer den Herausforderungen gestellt und die Chance wahrgenommen, eigene Akzente zu setzen. Aus der Großstadt kommend, war es für ihn wichtig zu lernen, wie das dörfliche Gemeindeleben funktioniert. „Ich musste wissen, was die Leute wollen“, um sich mit der Gemeinde zusammen auf den Weg zu machen, seine Ideen umzusetzen. „Wenn die Leute Kontakt zur Kirche haben sollen, dann muss ich zu ihnen kommen“, sieht Overlach die Seelsorge in der dörflichen Regien in der Pflicht. Un so ging Nahrendorfs Seelsorger in die Vereine, wurde beim Schützenfest sogar zum Volkskönig gekürt.

Nach Open-Air-Gottesdiensten in Kovahl, Neestahl und auf dem Nahrendorfer Sportplatz kam er mit seinen Gemeindemitgliedern ins Gespräch. In Erinnerung wird ihm der Erntedankgottesdienst in einer Scheune in Nüdlitz bleiben, wo der Altar auf 1,5 Tonnen Kartoffeln aufgebaut war. Unvergesslich sind für ihn auch die Büfett-Aktion am Gründonnerstag, bei der so viel mitgebracht wurde, dass das Gemeindehaus aus allen Nähten platzte, und der Reformationsgottesdienst, bei dem die Kirchbesucher Fragen in eine Kiste werfen konnten. Er musste die Zettel herausziehen und die jeweilige Frage in 90 Sekunden beantworten. Gemeinde bedeutet für Overlach Gemeinschaft, die etwas von der Kirche erfahren und von Gott hören will.

Wichtig ist für den Pastor auch die Jugendarbeit

Er stellte sich vielen Herausforderungen wie der Umgestaltung des Friedhofs, die Öffnung der Kirche für kulturelle Veranstaltungen und die von ihm eingeführte Hubertusmesse, für die er eine Parforce-Bläsergruppe besorgte hatte. Am Ende hielt Overlach die Predigt, den Rest erledigte der Kirchenvorstand.

Wichtig ist für den Pastor auch die Jugendarbeit. „Bei Freizeiten und Seminaren wollte ich erfahren, was die Jugend will“ , sagt Overlach. Für Jugendliche sei der Konfirmandenunterricht wie für ältere Menschen der Kirchgang am Sonntag. „Es war eine wunderbare Zeit, die jungen Menschen zu begleiten, und ich bedauere, dass ich die Gruppe nicht mehr konfirmieren kann“, sagt Overlach. Er wird immer gern an seine Nahrendorfer Zeit zurückdenken da er mit offenen Armen empfangen worden ist . „Mir sind die Menschen in der Gemeinde ans Herz gewachsen.“