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Der Verkehr auf dem Ochtmisser Kirchsteig hat nach Einschätzung von Anwohnern trotz Verkehrsinseln nicht abgenommen. Foto: be
Der Verkehr auf dem Ochtmisser Kirchsteig hat nach Einschätzung von Anwohnern trotz Verkehrsinseln nicht abgenommen. Foto: be

Autos fahren häufiger gegen Verkehrsinseln

Von Alexander Hempelmann
Lüneburg. Eigentlich schien alles klar: Damit keine schweren Lkw durch den von Senkungen geplagten Teil des Ochtmisser Kirchsteigs fahren, sollten Höhenbegrenzungen aufgestellt werden. So hatte es die Stadt bei einem Ortstermin mit Anwohnern bereits im Sommer vergangenen Jahres besprochen. Doch plötzlich ist das wieder fraglich.

Stadt hat eine Umfrage gestartet

Schon lange gilt Tempo 20 und eine Gewichtsbegrenzung auf dem Abschnitt zwischen Kreisel und Schomakerstraße, Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, dürfen nicht passieren. Da Schilder schon mal ignoriert werden, sollten auch bauliche Vorrichtungen helfen, dass hier keine großen Brummis fahren. Vorrichtungen mit einer maximalen Durchfahrtshöhe von 3,10 Meter sollten auf beiden Seiten des Abschnitts installiert werden. Hoch genug für Krankenwagen, aber nicht für Lkw. Für Ausnahmen, zum Beispiel Tankfahrzeuge, die Heizöl liefern, sollte ein Schlüssel bei einem der Nachbarn hinterlegt werden. So war der Stand vor einem Dreivierteljahr.

In den vergangenen Tagen haben die Anwohner nun Post von der Stadt erhalten. Im Umschlag lag auch ein Stimmzettel zur Frage der Höhenbegrenzung. Die Anwohner werden gebeten, ein Kreuzchen zu machen, ob sie für oder gegen die Errichtung einer Höhenbegrenzung sind. Auch eine Enthaltung ist möglich.

Auch eine Enthaltung ist möglich

Stadtpressesprecher Daniel Gritz begründet die Rolle rückwärts: „Zwar haben sich bei einer Anliegerversammlung die meisten für die Einrichtung einer Höhenbegrenzung ausgesprochen. Sie könne die Problematik des Schwerlastverkehrs im Ochtmisser Kirchsteig zwischen der Kreuzung Schomakerstraße und dem Kreisel Dörnbergstraße lösen, war die Meinung damals. Danach jedoch haben sich aber immer wieder Anwohner bei uns gemeldet und uns mitgeteilt, dass sie die Höhenbegrenzung doch nicht für sinnvoll erachten. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, vor der Installation noch einmal eine Einschätzung der Anwohner einzuholen.“

Die Antworten dazu stünden größtenteils noch aus. Die Verwaltung will das Echo abwarten und dann entscheiden. „Anregungen der Anwohner nehmen wir bis dahin selbstverständlich auf und prüfen sie — auch die Anregung, noch einmal eine Anliegerversammlung zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch durchzuführen“, sagt Gritz.

Autos fahren häufiger gegen Verkehrsinseln

Derweil haben einige Anwohner auch den Eindruck, dass die Verkehrsinseln, die nach dem Umbau der Straße neu installiert worden sind, nicht so wirken, wie sie sollen, nämlich den Verkehr auszubremsen. Zudem seien gerade bei Dunkelheit schon häufiger Autofahrer gegen die Begrenzungen gefahren, die sich dadurch verschoben hätten.

Gritz sagt: „Bereits vor der Sanierung des Ochtmisser Kirchsteigs gab es vier Inseln auf der Straße. Nach einer Begehung mit den Anwohnern wurden wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen weitere Verkehrsinseln gefordert, um die Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiver zu machen. Die Stadt hat daraufhin vier zusätzliche Verkehrsinseln im nördlichen Bereich des genannten Straßenabschnitts installiert und sie wie die anderen mit Leitbaken versehen, die aufgrund ihrer Reflexion gut sichtbar sind. Deswegen können wir zurzeit nicht nachvollziehen, dass die Inseln schlecht sichtbar sein sollen.“ Selbstverständlich werde die Stadt dem Hinweis noch einmal nachgehen, verspricht er.

Gros der Autofahrer fährt durchaus mit geringer Geschwindigkeit durch

Was das Geschwindigkeitsniveau betrifft, so habe die Stadt die Beobachtung gemacht, „dass das Gros der Autofahrer durchaus mit geringer Geschwindigkeit den Ochtmisser Kirchsteig durchfährt. Insofern tragen die Verkehrsinseln zur dauerhaften Senkung der Geschwindigkeit bei“, ist Gritz überzeugt.

Doch abgenommen habe die Verkehrsmenge nicht, beschreiben Anwohner ihren Eindruck, im Gegenteil: Manch ein Autofahrer habe erst durch die mehrmonatige Sperrung der Wandrahmbrücke den Weg durch den Kirchsteig für sich entdeckt.