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Mit dem Smartphone mal eben schnell ins Internet: Frei zugängliches WLAN macht das unabhängig vom eigenen Handyvertrag möglich. Foto: t&w

Dichtes WLAN-Netz ist das Ziel aller

Von Antje Schäfer
Lüneburg. Tempo machen bei frei zugänglichen WLAN-Zugängen in der Lüneburger Innenstadt will die Jamaika-Gruppe im Rat. Bis Ende 2020 sollen die wichtigsten öffentlichen Orte mit kosten- und kabellosen Internetzugängen ausgestattet sein, fordert die Gruppe von CDU, Grünen und FDP in einem Antrag zur Ratssitzung am Donnerstag, 2. März. Angestrebt werden solle dazu eine Zusammenarbeit mit dem Verein Freifunk Lüneburg. Die Verwaltung soll zudem prüfen, ob Fördergeld über die EU-Initiative „WiFi4EU Freies WLAN für Europa“ eingeworben werden könne. Die Stadt und die Lüneburg Marketing GmbH haben sich allerdings längst auf den Weg gemacht.

Stadt und Marketing GmbH sind Thema längst angegangen

Zur Begründung für den Antrag führt die Gruppe an: Das Handy sei die „moderne Kommunikationszentrale der digitalen Generation“. Freie WLAN-Hotspots seien deshalb für Bürger der Stadt, Touristen sowie zur Förderung von Wirtschaft wichtig. Doch damit sehe es in der Innenstadt mau aus, nur an wenigen Plätzen stehe ein freies WLAN zur Verfügung und Nutzer müssen von einem Netz ins andere wechseln. Deshalb sei die Verwaltung zum Handeln aufgefordert.

Die hat das Thema seit vergangenem Jahr auf dem Zettel, umso mehr, seitdem es keine Störerhaftung mehr gibt. „Das macht den Weg frei, in den Kommunen rechtssicher freies WLAN öffentlich betreiben zu können“, sagt Gabriele Lukoschek, Erste Stadträtin und Aufsichtsratsvorsitzende der Lüneburg Marketing GmbH. Sie erinnnert daran, dass der Marketing-Chef Claudio Patrik Schrock-Opitz bereits im vergangenen Mai erklärt habe, dass ein flächendeckendes freies WLAN Ziel sei (LZ berichtete). „Inzwischen hat er mit möglichen Partnern Kontakt aufgenommen, die das Projekt mittragen und umsetzen könnten.“ Das Ganze bedeutet natürlich Investitionen und im späteren Betrieb weitere Kosten. Dazu blickt die Jamaika-Gruppe nach Brüssel und auch Gabriele Lukoschek begrüßt es, wenn eine Förderung über die EU möglich wäre.

EU-finanzierte Initiative „WiFi4EU“

Der Rat der Europäischen Union will künftig über die EU-finanzierte Initiative „WiFi4EU“ die Bereitstellung kostenloser Internetzugänge in Kommunen fördern. Die Rede ist von 120 Millionen Euro für einen besseren WLAN-Zugang in Rathäusern, öffentlichen Parks und anderen Zentren des öffentlichen Lebens. „Die EU wird die Einrichtung lokaler Zugangspunkte für drahtlosen Netzzugang finanzieren, und die Begünstigten sind für die Instandhaltung verantwortlich. Das kostenlose Netz wird für die Bürger anhand der Kennzeichnung WiFi4EU leicht zu identifizieren sein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Europäischen Rates. Das Projekt werde aus Mitteln des Finanztopfes „Connecting Europe“ finanziert. Mit einfachen Finanzierungsinstrumenten wie zum Beispiel Gutscheinen würden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckt. Die Mittel würden grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs der Anträge in geografisch ausgewogener Weise innerhalb der EU zugewiesen. Wie viele Kommunen von dem Projekt profitieren können, sei abhängig von der endgültigen Mittelausstattung.

Verwaltung möchte strukturiert vorgehen

Eckpunkte des Förderprogramms seien der Stadt bekannt, sagt Lukoschek, „und wir sind außerdem im Austausch mit dem Breitbandkompetenzzen­trum Niedersachsen“. Wie die konkreten Förderkriterien sind und was förderfähig sei, werde aber erst im Sommer feststehen. Ungewiss sei zudem, mit wie viel Geld die einzelnen Kommunen rechnen könnten. „Das EU-Programm läuft bis Ende 2019, deshalb wollen wir strukturiert vorgehen.“ Für ein leistungsfähiges WLAN bedürfe es einer leistungsfähigen Infrastruktur, als erstes bedürfe es einer sorgfältigen Bestandserhebung. „Ich gehe außerdem davon aus, dass wir einen externen Begleiter brauchen, der Know-how mit einbringt und ein Konzept erstellt.“

One comment

  1. Steffen Günther

    Ich verstehe den Hype um öffentliches WLAN nicht. Sieht man sich in der Stadt um, haben doch v.a. Jugendliche offenbar ohnehin schon alle unbegrenzte Mobil-Flatrates, mit denen sie sich rund um die Uhr online bewegen können. Welchen Effekt soll es da haben, auch noch mit hohem Aufwand WLAN zu installieren?