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Klima-, Umwelt- und Naturschutz ist der Förderschwerpunkt in der Leader-Region Naturpark Lüneburger Heide. Grafik: hm
Klima-, Umwelt- und Naturschutz ist der Förderschwerpunkt in der Leader-Region Naturpark Lüneburger Heide. Grafik: hm

Naturpark verteilt Fördermittel

Von Dennis Thomas
Amelinghausen. Die Bandbreite der Projekte könnte weiter kaum sein: Angefangen von einer elf Landkreise umfassenden Studie zur Elektromobilität von Cuxhaven bis Dannenberg über die Online-Vermarktung der Künstlerveranstaltung „HeideKultour“ bis hin zum Radlader für einen Schäferhof, der sich um Heidepflege und Menschen mit Behinderung kümmert. Insgesamt für fünf neue Projekte gab jetzt die Lokale Aktionsgruppe (LAG) des Naturparks Lüneburger Heide grünes Licht für Mittel aus dem europäischen Förderprogramm Leader. Rund zwei Millionen Euro kann das Gremium noch bis 2020 verteilen. Die 27 LAG-Vertreter beim Treffen im Rathaus Amelinghausen entschieden nun über die Zuteilung von rund 93.000 Euro zur Unterstützung von fünf Projekten, die insgesamt auf ein Kostenvolumen von rund 400.000 Euro kommen.

Budget für Naturschutz wird teilweise umgeschichtet

Bereits 2016 wurden per Beschluss der LAG rund 260.000 Euro an Fördermitteln für Projekte in der Leader-Region gebunden. Bewilligt wurden beispielsweise Mittel für das neue Ansagesystem des Freizeitbus-Angebots „Heide-Shuttle“ oder das Projekt „Amelinghausener Kunststücke“. Erstaunlicherweise, so Hanna Fenske, Regionalmanagerin des Naturparks, hätte es bislang keine Projektanträge für das Handlungsfeld „Klima-, Umwelt- und Naturschutz“ des Regionalen Entwicklungskonzepts gegeben. Deshalb schlug Fenske vor, die verfügbaren Mittel umzuverteilen.

Bislang hatte die Naturparkregion 1,05 Millionen Euro für den Umweltschutzbereich reserviert. Jenes Teilbudget wird jetzt um 210.000 Euro reduziert und anteilig dem Bereich „Naturparkspezifische Wirtschaftsentwicklung“ zugeschlagen (plus 170.000 auf nun 800.000 Euro) sowie dem Bereich „Demografische Entwicklung“ (plus 40.000), in dem nun insgesamt 460.000 Euro zur Verfügung stehen.

Region sucht gemeinsame Strategie für Elektromobilität

Unter dem Vorbehalt eines Vorstandsbeschlusses gab die Versammlung bereits einstimmig grünes Licht für die Studie „E-Mobilität in der Region Lüneburg“. Dr. Alexander Stark von der Stabstelle Kreisentwicklung des Landkreises Harburg stellte die Idee vor: „Als Ergebnisse sollen geeignete Infrastruktur-Standorte, Ladetechnik und Betreibermodelle identifiziert werden sowie weitere Anknüpfungspunkte, zum Beispiel Car-Sharing oder Nutzung lokal erzeugter regenerativer Energie, dargestellt werden.“ Projektträger ist der Landkreis Osterholz. 80 Prozent den Kosten von 200.000 Euro sollen die 14 Leader-Regionen im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg übernehmen. Der Anteil der Naturparkregion Lüneburger Heide läge bei 12.000 Euro. Der kommunale Eigenanteil von insgesamt 40.000 Euro soll durch elf Landkreise getragen werden. Auch der Landkreis Lüneburg wäre mit 3600 Euro dabei.

Inga Masemann, Regionalmanagerin beim Kreis Lüneburg, bestätigte: „Wir haben vergangene Woche einen Letter of Intent unterschrieben, dass wir uns an dem Projekt beteiligen wollen.“ Zwar hat der Kreis Lüneburg bereits eine eigene Initiative in Sachen Elektromobilität gestartet, „doch wir wollen über den Tellerrand hinaus gucken und gemeinsame Standards in der Region entwickeln“.

Fördermittel für Freizeitwege und Kulturvernetzung

Einstimmig sprach sich das Gemium dafür aus, der Gemeinde Bispingen und der Stadt Schneverdingen 50.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Kommunen wollen gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten den Freizeit-Fahrradweg zwischen Niederhaverbeck und Wintermoor auf rund vier Kilometern Länge ausbauen, quer durch den Wald. Kostenpunkt: rund 130.000 Euro. Die Route sei touristisch bedeutsam als Verbindung zwischen dem Bahnhaltepunkt Wintermoor sowie bis zu fünf Haltestellen des Heide-Shuttles.

15.000 Euro soll die Samtgemeinde Tostedt erhalten für die Teilverlegung des Radfernweges Bremen-Hamburg innerhalb der Gemeinde Heidenau „zur attraktiveren Gestaltung des naturtouristischen Angebots“. Gesamtkosten: 30.000 Euro.

Der Verein HeideKultour soll 7200 Euro erhalten, um für insgesamt 12.000 Euro die Veranstaltungsreihe „HeideKultour“, die an die Kulturelle Landpartie im Wendland erinnert, neu auszurichten und mit einer professionellen Internetseite zu unterstützen. Zuletzt hatten laut Veranstalter rund 250 Künstler an 50 Orten im Naturpark ihre Ateliers und Werkstätten für Besucher geöffnet. Die Neuauflage ist für Anfang Mai geplant.

Zudem darf sich der Verein Schäferhof in Neuenkirchen, der im Naturpark die Pflege von rund 80 Hektar Fläche übernommen hat und mit behinderten Menschen arbeitet, über 8730 Euro freuen. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Anschaffung eines Radladers (34.000 Euro) .auf dem Hof. Damit soll indirekt die Arbeitsstelle des Schäfers gesichert werden, damit der Verein auch langfristig seine gemeinnützige Arbeit fortsetzen kann.

One comment

  1. Fördermittel? dieses wort ist schon ein witz. es sind steuergelder. es wurde gemolken. ohne zu melken könnte man auch fördern, oder?