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Hatte immer schon ein Faible für Lego: Frank Gade hat sich mit seinem eigenen Online-Shop barando.de einen Traum erfüllt.

Frank Gade verkauft gebrauchte Lego-Steine

Von Manuela Gaedicke
Bardowick/Vögelsen. Angefangen hat alles mit Straßenplatten. Frank Gade erinnerte sich gut daran, wie er als kleiner Junge seine Autos auf den grauen Platten hin- und hergeschoben hat genau diesen Lego-Klassiker wollte er auch für seinen Sohn. Doch die Platten waren teuer und nur schwer übers Internet zu bekommen. Für Frank Gade die Geschäftsidee. „Ich habe angefangen, auf Flohmärkten gezielt nach Straßenplatten zu suchen und eine Internetseite programmiert, auf der ich sie weiterverkauft habe. Das wurde erstaunlich gut angenommen“, blickt der 43-Jährige auf die Anfänge seines Online-Shops „barando.de“ zurück.

Ein Traum für jeden Lego-Liebhaber

Damals lagerte Gade Platten und Steine noch auf dem heimischen Dachboden, doch aus dem Hobby entwickelte sich schnell eine Vision. „Ich habe auf Geburtstagen immer wieder Erwachsene beobachtet, wie gerne sie sich mit den Bausets der Kinder beschäftigt haben“, berichtet der Bardowicker, der 2014 seinen Job als Projektleiter bei einem großen Hamburger Logistik-Unternehmen aufgab, um sich von da an nur noch mit Lego-Steinen zu beschäftigen. Mehr als 1000 Kisten davon hat er in seinem Lager in Vögelsen sortiert nach Farben, Formen und Jahrgängen. Ein Traum für jeden Lego-Liebhaber, aber auch für seine fünfjährige Tochter, die hier am Wochenende gerne mal ihrer Kreativität freien Lauf lässt.

Frank Gade bleibt zum Bauen und Staunen wenig Zeit. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin sortiert und reinigt er die gebrauchten Steine, die er deutschlandweit über das Internet kauft. Auch heute hat der Postbote ein großes Paket gebracht. „Man weiß vorher nie, was drin ist“, sagt der Vater von zwei Kindern, während er ein großes Set Eisenbahnschienen aus dem Papier einer hessischen Lokalzeitung auswickelt. Gade wird dem Besitzer rund 60 Euro dafür zahlen: Weil er weiß, dass diese Schienen zu bestimmten Zeiten „der Renner“ sind. Eine Großbestellung davon sei mal nach Singapur gegangen, aber auch in den heimischen Kinderzimmern scheint es viele potenzielle Lokführer zu geben. „Zu Weihnachten und Ostern haben wir sehr viele Bestellungen, in den Sommerferien dagegen beginnt dann wohl eher die Phase, in der viele ihr Zimmer aufräumen und ausmisten. Dann wollen einige ihre Sachen im Netz verkaufen.“

Ein Milchzahn und weitere Überbleibsel

Nicht immer seien die Sachen in einem einwandfreien Zustand, wenn sie in Vögelsen ankommen. „Einige Leute packen auch schwere Steine mit ein, um auf den verabredeten Kilopreis zu kommen, und häufig finden wir das eine oder andere Überbleibsel aus dem Kinderzimmer. Sogar ein Milchzahn war mal dabei“, erzählt der Online-Händler, der sich im vergangenen Jahr vor allem auf Suchmaschinenoptimierung spezialisiert hat, um bei Google besser gefunden zu werden. Viel Arbeit, die sich oft erst langfristig rechnet, wie Gade festgestellt hat. „Es sieht zunächst leicht aus, sich mit einem Online-Shop selbstständig zu machen. Aber man muss hin und wieder Rückschläge einstecken und immer an der Idee festhalten.“ Unterstützung bekommt er von seiner Frau, die sich für die nächsten Monate vorgenommen hat, in ihrer Freizeit mehrere tausend verschiedene Figuren zu sortieren, die das Online-Angebot erweitern sollen.

Bislang hat sich Frank Gade in seinem Shop neben verschiedenen Bauplatten vor allem auf Kiloware spezialisiert. Bunte Sets, nach Farben sortiert, die auch für Sammler immer wieder Überraschungen bereithalten. Von der Anfangsidee, einzelne Steine oder Figuren mit besonderem Wert herauszusortieren, hat er sich mittlerweile verabschiedet, bietet stattdessen größere Mengen an, die gerne von Kindergärten, Schulen oder Familien abgenommen werden. Nach zwei Jahren schreibt Gade mit diesem Modell schwarze Zahlen, für die Zukunft wünscht er sich, Schritt für Schritt weiter zu wachsen um seinen Traum von den Lego-Steinen weiter auszubauen.

Hintergrund

Der Klassiker unter den Spielwaren
Lego-Steine gibt es in ihrer jetzigen Form schon seit 1958. Firmengründer Ole Kirk Christiansen, der als Tischler am Anfang noch Holzspielzeuge herstellte, hatte damals Kunststoff als ideales Material für seine Bausteine entdeckt und ließ sich das Noppen- und Röhren-Stecksystem patentieren. Bereits Ende der 40er-Jahre waren Bausteine auf dem Markt, die dem heutigen Klassiker ähnelten. Laut Angaben des dänischen Unternehmens besitzt jeder Mensch auf der Welt heute im Durchschnitt 80 Lego-Steine. gae