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Stadtbaurätin Heike Gunderrmann (2.v.l.) erläutert Ministerpräsident Stephan Weil (l.), Umweltminister Stefan Wenzel und Sozialministerin Cornelia Rundt, welche Projekte im Lüneburger Wasserviertel von Fördermitteln profitiert haben. Foto: t&w

Ministerpräsident lobt Lüneburg

Von Antje Schäfer
Lüneburg. Little Joe ist ihm zuerst ins Auge gefallen, denn in seiner Jugend hat er regelmäßig die Western-Serie „Bonanza“ geguckt. „Und bei d er Kabinettsitzung hat mir Ricky Shayne über die Schulter geschaut. Die Ausstellung der Bravo-Starschnitte in der Kulturbäckerei begeistert mich“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil. In der Kunsthalle der Kulturbäckerei fand am Dienstag die turnusmäßige Sitzung der niedersächsischen Landesregierung statt. Thema war die Städtebauförderung in Lüneburg.

Von der Förderung hat die Stadt unter anderem bei der Umwandlung des ehemaligen Geländes der Standortverwaltung zum Speicherquartier profitiert. Für die Umgestaltung der Kulturbäckerei flossen von Land und Bund im Rahmen der Drittel-Finanzierung je eine Million, der Eigenanteil der Stadt belief sich in gleicher Höhe. Das Ergebnis findet Weil „sehr gelungen“.

Besuch der Landesregierung war zeitlich eng gestrickt

Der Besuch der Landesregierung in Lüneburg war zeitlich eng gestrickt. Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, die die Kulturbäckerei betreibt, begrüßten Weil und die Ministerriege und führten durchs Haus. Nach einer nicht-öffentlichen Kabinettssitzung ging es durch das Wasserviertel, das als Sanierungsgebiet Fördermittel aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ erhält. Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte unter anderem, dass durch die Erweiterung des Fördergebietes der Wiederaufbau des „Lösecke-Hauses“, das 2013 durch Brandstiftung zerstört wurde, unterstützt werden konnte.

Bei der anschließenden Pressekonferenz machte Weil deutlich, dass Lüneburg unter dem Aspekt der Stadtentwicklung etwas Besonderes sei. Denn die Stadt stelle sich der Herausforderung, Historisches zu bewahren und sich gleichzeitig modern zu entwickeln. Ein wesentliches Instrument sei dazu die Städtebauförderung, „die der Stadtbaurätin eine Herzensangelegenheit ist“. Die Umwandlung ehemaliger Kasernen sei bemerkenswert, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die Leuphana und das Areal rund um die Kulturbäckerei. „Lüneburg ist ein sehr bewährter Partner des Landes. Die Ergebnisse hier sprechen für sich. Das Engagement des Landes ist nicht befristet.“ Problem blieben vorerst die Hausschäden durch Senkungen, denn bisher sei es nicht möglich, dies aus Mitteln der Städtebauförderung zu beheben.

Land stellt im Rahmen der Städtebauförderung 56 Millionen Euro bereit

In diesem Jahr stellt das Land im Rahmen der Städtebauförderung 56 Millionen Euro bereit. Zusammen mit dem Bundesanteil stehen Fördermittel in Höhe von rund 112 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sei die Städtebauförderung auch wichtiger Motor für die Baukonjunktur, sie habe erhebliche Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung, so der Ministerpäsident.

Sozialministerin Cornelia Rundt betonte, dass sich Lüneburg durch eine professionelle Zusammenarbeit mit dem Land auszeichne. Seit bereits 38 Jahren habe man hier Erfahrungen mit der Städtebauförderung, den Auftakt machte das Fördergebiet „Westliche Altstadt“. Bisher seien Fördermittel von rund 32 Millionen Euro für sechs Fördergebiete geflossen. Städte, die so engagiert wie Lüneburg rangingen, würden erhebliche Sprünge machen. „Wir fühlen uns vom Land gut unterstützt“, sagte Mädge. Durch die Mittel, die in Konversionsprojekte, aber auch in das Sanierungsgebiet Kaltenmoor geflossen seien, habe man vieles entwickeln können. „Wir hoffen auf weitere Förderung, zumal dies auch Konjunkturprogramm fürs örtliche Handwerk ist.“

» Ein Interview mit Stephan Weil lesen Sie am Freitag in der Landeszeitung.

So läuft‘s

Drittel-Finanzierung
Liegen in einem bestimmten Gebiet einer Kommune städtebauliche Missstände vor, besteht die Möglichkeit, das Gebiet als Sanierungsgebiet festzulegen und einen Antrag auf Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm des Landes zu stellen, um somit finanzielle Zuschüsse vom Bund und vom Land für Sanierungsmaßnahmen zu erhalten. Die Kommune muss ebenfalls einen Eigenanteil von einem Drittel tragen. Untersuchungen zufolge soll 1 Euro aus der Städtebauförderung bis zu 8 Euro an Investitionen anstoßen.