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So sieht der Entwurf des Bürger- und Kulturhauses der Architektin Uta Kraake aus. Grafik: uta kraake/nh

Das Dahlenburger Millionen-Ding

Dahlenburg. Seit mehr als drei Jahren steht Dahlenburgs „gute Stube“, das Schützenhaus, leer, der Abriss ist längst beschl ossen. Stattdessen will der Flecken ein neues Kultur- und Bürgerhaus errichten. Am Mittwoch hat die Planerin Uta Kraake die Baupläne im Umwelt-, Bau- und Straßenbauausschuss der Öffentlichkeit vorgestellt.

1,65 Millionen Euro soll der Neubau kosten – viel Geld für den finanzschwachen Flecken. Die Finanzierung gilt dennoch als gesichert. Schließlich gibt es nach den Worten von Gemeindedirektor Christoph Maltzan für das Projekt gleich mehrere Finanziers: Eingeplant sind Zuschüsse vom Landkreis Lüneburg und der Sparkassenstiftung (zusammen 300 000 Euro) sowie der Samtgemeinde Dahlenburg (300 000 Euro). Weitere 100 000 Euro erhofft sich der Flecken aus der „Leader“-Förderung, 100 000 Euro soll auch das Land beisteuern.

Und von der Gebäudeversicherung für die marode Schützenhalle gibt‘s auch noch Geld, das in den Neubau des Kultur- und Bürgerhauses investiert werden soll. Immerhin rund 130 000 Euro. Der Eigenanteil des Fleckens beträgt somit rund 720 000 Euro (LZ berichtete).

Insgesamt 783 Quadratmeter Nutzfläche weist der Entwurf des Neubaus aus. Vorgesehen sind unter anderem im Erdgeschoss ein 276 Quadratmeter großer Saal, eine 36 Quadratmeter große Cateringküche, eine Kühlzelle, WC-Räume und Garderoben für Besucher und Künstler. Im Obergeschoss soll unter anderem die Technik des Hauses wie Heizung und Lüftung ihren Platz finden.
Giebel für gutes Raumklima bei Veranstaltungen

Vorgesehen ist der Bau eines Giebelhauses, das ein gutes Raumklima bei Veranstaltungen garantieren soll. Wie berichtet, hatte im Vorfeld Architektin Uta Kraake Unternehmen und Vereine befragt, ob und wie oft sie das „Kultur- und Bürgerhaus“ für Veranstaltungen nutzen wollen. Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass ein echter Bedarf an Räumlichkeiten in der Samtgemeinde Dahlenburg besteht: Mit jährlich 53 Veranstaltungen sei zu rechnen, wenn das neue Gebäude erst einmal errichtet ist. Zudem hatte auch schon eine Theatergruppe Interesse angemeldet, das neue Gebäude als Spielort zu nutzen.

Die Dahlenburger Politik steht laut Maltzan geschlossen hinter den Neubauplänen. Der Gemeindedirektor hofft deshalb, schon bald den Bauantrag stellen zu können. Spätestens Ende 2018, so die Hoffnung der Dahlenburger, soll der Neubau stehen und der Flecken wieder über eine „gute Stube“ verfügen, die von den Vereinen, Verbänden und Unternehmen genutzt werden kann.
Obwohl der Rat den Neubau schon vor Monaten beschlossen hat, taucht immer wieder die Frage auf, ob das Schützenhaus unbedingt abgerissen werden muss – so auch bei der Einwohnerfragestunde während der Sitzung des Fleckenrates in der vergangenen Woche. Ratsherr Viktor Trautmann (aktive Bürger) erinnerte daran, dass bereits vor drei Jahren ein Arbeitskreis zu dem Ergebnis kam, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei. Thomas Behr (Grüne) ergänzte, dass energetische Sanierung, Schimmelbefall und Brandschutz Arbeiten in einer Größenordnung erforderlich machen würden, die nicht tragbar sei. Auch habe sich der Landkreis als Kommunalaufsicht gegen den Erhalt des Schützenhauses ausgesprochen.

Von Klaus Reschke und Gudrun Kiriczi

Groß, aber alt und marode

Größer, höher weiter: Dieser Grundsatz gilt nicht für den geplanten Neubau des Kultur- und Bürgerhauses in Dahlenburg. Bis zu 900 Personen hatten Platz im Saal des Schützenhauses. Eine Größe, die aus Sicht der Dahlenburger Ratsherren und -frauen längst nicht mehr zeitgemäß ist. Das neue Gebäude wird deshalb „nur“ noch Platz für maximal 344 Besucher bieten. Unwirtschaftlich ist aus Sicht der Verantwortlichen die Sanierung des alten Schützenhauses, das 1901 errichtet, 1979 saniert und zu einer Mehrzweckhalle umgebaut wurde.

Doch am Gemäuer hat der Zahn der Zeit genagt: Das Dach ist undicht, Schimmelpilz hat sich im Haus breit gemacht, das Parkett ist aufgrund eines Wasserschadens gequollen, und der Brandschutz müsste nachgebessert werden. kre