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Die Polizei kontrolliert regelmäßig Lastwagen, schaut sich dabei auch die Fahrtenschreiber an. Bei einer solchen Kontrolle eines Fahrzeugs der beiden Spediteure hatten Beamte einen Anfangsverdacht.. Foto: nh

Manipulation auf Anweisung: Spediteure werden verurteilt

Lüneburg. Der Trick war einfach, aber wirksam. Es dauerte, bis man den beiden Spediteuren aus dem Landkreis Lüneburg auf die Schliche kam. Bei einer normalen Lkw-Kontrolle durch die Polizei ergab sich ein erster Anfangsverdacht, der sich bei weiteren Kontrollen schließlich erhärtete. Die Lüneburger Polizei hatte in der Sache dann eigens eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, gleich mehrere Beamte ermittelten zeitintensiv. Jetzt mussten sich die Spediteure – ein 67-Jähriger und sein 35 Jahre alter Sohn – vor dem Lüneburger Amtsgericht verantworten.

Magneten beeinflussten die Fahrtenschreiber

Das Duo räumte den Tatvorwurf ein, die beiden Männer gestanden, ihre Fahrer in den Jahren 2012 bis 2014 angewiesen zu haben, ihre Fahrtenschreiber zu manipulieren. Die Fahrer der Spedition setzten in fast 500 Fällen Magneten auf die elektronischen Aufzeichnungsgeräte, so wurden die Lenkzeiten manipuliert. Solche Fahrtenschreiber sind einerseits wichtig fürs Finanzamt, andererseits registrieren sie, ob ein Fahrer länger als gesetzlich erlaubt hinter dem Steuer sitzt. Denn in bestimmten Abständen sind Pausen vorgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage davon aus, dass die beiden Spediteure zwischen 2012 und 2014 so einen Gewinn in Höhe von rund 25 000 Euro erzielten.

Das Amtsgericht verurteilte die beiden Angeklagten wegen Fälschens technischer Aufzeichnungen zu Freiheitsstrafen in Höhe von jeweils einem Jahr und neun Monaten, bei beiden Männern wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Dass sie die Bewährungschance erhielten, hat mehrere Gründe. Dr. Bernd Gütschow, Sprecher des Amtsgerichts, erläutert: „Beide Angeklagte haben umfängliche und glaubhafte Geständnisse abgelegt. Zudem sind die Taten schon länger her. Und von den rund 25 000 Euro Gewinn werden 12 500 Euro abgeschöpft.“ Das Geld geht also an den Staat. Und ein ganz wesentlicher Grund: Beide Männer hatten glaubhaft versichert, dass sie den Betrieb ihrer Spedition einstellen, daher besteht aus Sicht des Gerichts keine Wiederholungsgefahr.

Der Vater will sich nach dem Urteil nun aufs Altenteil zurückziehen, der Sohn muss sich wohl wie auch die Mitarbeiter einen neuen Job suchen.

Von Rainer Schubert

2 Kommentare

  1. Straftaten von 2014 sind schon “ länger her“ .Das ist die Begründung,warum ein Urteil milde ausfällt?
    Das darf doch nicht wahr sein.Wir haben gerade einmal März 2017❗

    • João José Werzbitzki

      Doro, wenn Sie ganz dolle aufzeigen und nur laut genug darum bitten, mal für fünf Jahre einfahren zu dürfen, wird sich sicher ein Tatrichter finden, der Ihnen die kleine Freude nicht verwehrt und Ihnen einen Abenteuerurlaub in Strafhaft und sozialtherapeutischer Abteilung der JVA Celle ermöglicht.