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Immer mehr Lokale schließen an der Lüneburger Schröderstraße, der einst so beliebten Kneipenmeile Lüneburgs. Nach Mäxx/Belly's, Zwick und News schließt nun auch das Comodo seine Türen. Foto: be

Die Schröderstraße implodiert: Lokal Comodo vor der Schließung

Lüneburg. Es bröckelt an der einst so beliebten Kneipenmeile, der Lüneburger Schröderstraße. Das Mäxx/Belly’s ist schon länger Geschichte, Zwick und News gaben jüngst ihre Schließung bekannt. Mit dem Comodo macht jetzt nur einige Meter weiter das nächste Lokal dicht.

Das Comodo, betrieben von Michael und Christos Dovas, wird aktuell gleich von mehreren Interessenten umworben. Mit einem hat die LZ gesprochen, er möchte seinen Namen noch nicht öffentlich genannt wissen, verrät aber, dass man zurzeit noch beim Preis verhandele.

Auch Christos Dovas bestätigt die Spekulationen auf LZ-Nachfrage, man wolle veräußern. Sicher sei, dass man seit einem Jahr interessiert daran sei, sich zu verändern. „Wir stehen in Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten, die Tinte ist aber noch nicht trocken.“ Man prüfe zurzeit verschiedene Optionen und Konzepte, so könne es gut sein, dass man nur einen Teil des Lokals veräußert oder eben auch das ganze. Die Angestellten seien schon seit Monaten informiert, Kündigungen für Ende März ausgesprochen. ap

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15 Kommentare

  1. Tja… LAGE alleine reicht nun mal nicht aus. Das geht am Anfang gut … aber nach einiger Zeit nicht mehr. Wenn da dann nicht Preise & Qualität stimmt, bleiben die Kunde auch mal weg. Und die Qualität vieler Gaststätten in der Schröderstrasse läßt/lies wirklich zu wünschen übrig. Und mit welche Arroganz (seitens der Betreiber/Bedienungen) darüber hinweg gegangen wurde/wird. Das wundert mich alles nicht was da jetzt passiert.

  2. Gastro-Meilen wie die Schröderstraße haben etwas einseitiges. Das ist auch eine Art von Verödung, wenn es nur noch Gastronomie gibt. Ich wünsche mir KERBER zurück, das gute alte Kaufhaus, was hier mal war!

    • Ganz so einseitig ist das hier aber nun wirklich nicht….da sind noch Pausenraum mit einem Konzept aus Handel und Gastro, da ist Müller als Juwellier, da ist Ricardo Paul….also nun wirklich nicht einfach Gastro.
      Was wohl eher das große Problem in Lüneburg ist, sind die Mietpreise, die hier aufgerufen werden. Jeder will dann noch sein Geld mitverdienen (GEMA, Finanzamt, Rentenversicherung, E-ON, Künstlersozialkassen an den Musikern usw.usw…) Realität heute ist: einige wenige Leute arbeiten und der Rest macht das große Geld. Wenn die Mieten weiter steigen, die merkwürdgien Abgaben ala Künstlersozialkassen, GEMA und Co. weiter so drastisch eingefordert werden…dann stirbt Lüneburg als Ganzes!! Und wenn alle nur noch zusehen und weder die Gastro noch die Geschäfte besuchen, dann haben wir bald eine dieser toten Städte, wie anderswo auch!
      Und Moddel: Hast Du Dich mal genau hier in der Straße umgesehen? Warst Du jemand der ständig bei Kerber auch gekauft hat? Oder gehst Du zu Käse Hensel, zu Ricardo Paul oder SchmuckStylez….?
      Hinzu kommt: Viele regen sich auf und lassen sich in den Geschäften beraten, um dann im Internet zu kaufen. Wir Händler stehen hier vor so manchen Problemen oder ist hier jedem klar, warum sogar die Konzerne wie Strauss, Butlers und Co. Pleite gehen?? Wo ist Lüneburgs Lokalpatriotismus geblieben? Wollt Ihr, das Gastro und Geschäfte weiterleben, dann nutzt sie auch, aber nicht als Museen!!
      Okay, sorry, aber das mußte mal gesagt werden.

  3. magnusausonius

    Kein Grund zur Sorge. Es gibt viel zu viele überflüssige Gaststätten in Lüneburg. Und es kommen ja immer noch neue dazu. Der Betreiber des „News“ hatte so viele Euro-Zeichen in den Augen, dass er es für angebracht hielt, seinen „weltkleinsten Weihnachtsmarkt“ sogar schon vor Totensonntag zu öffnen, allen Feiertagsregelungen zum Trotz. Es werden sich immer wieder Interessenten finden, die glauben, die horrenden Mietforderungen der Eigentümer an der Schröderstraße bedienen zu können.

  4. Endlich. Nachdem dieser Laden sehr kinderunfreundlich (Familien mit Kindern wurden nicht gern gesehen dort)geworden ist, ist das die gerechte Quittung dafür.

    • Bitte nichts gegen Kinder! Wenn sich wenige tatsächlich so verhalten sollten, dann liegt es nicht an den Kindern dass sie sich so verhalten ;-).

    • Stimmt wohl, wenn Eltern die Sie beschreiben so sind, müssen wohl alle Eltern so sein,oder?
      Anstatt an die Vernunft zu appellieren und individuell zu handeln wird natürlich wieder rigoros untersagt – is ja auch einfacher.
      Aber was viele, nicht nur Gastronomen vergessen ist das die Kinder von heute die Gäste von Morgen sind.
      Die Ausflugsbusse der Altenheime machen nämlich selten bei solchen Lokalitäten Halt.

      • Ok, aber sehen Sie nicht auch, das die Eltern dieser Kinder das eigentliche Problem sind.
        Müsste es am Einlass der Gaststätte dann nicht heissen:
        „Eltern die ihren Kindern keine Manieren beigebracht haben,
        haben in Begleitung derer keinen Zutritt.“?

  5. Unabhängig von der Qualität der beschriebenen Gastronomie:
    In der gesamten Lüneburger Innenstadt zeigt sich mehr und mehr, dass Qualitäten der Habgier
    der Eigentümer zum Opfer fallen.
    Eine ehemals individuell sehr schöne Stadt wandelt sich so zu einem charakterlosen Ort für Touristen,
    für Lüneburger mit anhaltender Freude an „Ihrer Stadt“ ist dann kein Platz mehr.

  6. Den guten alten Stint kann nichts ersetzen..das waren Zeiten. Die Schröderstrasse ist für mich eh nur ein missglücktes Umsetzen dessen gewesen. Für Alt-Lüneburger uninteressant. Mittlerweile wohne ich seit Jahren in Hamburg. Da kommt diese kleine Schröderstrasse ziemlich kleinkariert rüber. Überall machen neue Kneipen auf. Und wieder zu..oder wechseln ständig die Betreiber. Läuft wohl nicht mehr..fahren eh alle nach Hamburg.

  7. Die Qualität, war in der Tat sehr schwach in der Ecke. Alle wollten alles sein, Frühstückskaffee, Bistro, Restaurant, Kneipe, Cocktailbar, Kuchenbar etc. Das gab dann eine einzige Matschepampe mit Bedienung ohne Schliff. Wenn man ein richtig gutes Essen zu sich nehmen möchte ist die Auswahl sehr klein und die genannten Gaststätten kamen einen dabei nie in den Sinn. Hinzu kamen sicher die hohen Mieten schwache Betriebsführung und eine alternde satte Gesellschaft

    • Genau das ist der Punkt!! Wer wenig zahlen will, bekommt halt nichts anderes außer Matschepatsche und schlechter Bedienung. Dann darf man aber auch nicht rumnörgeln. Und darin sind ja viele GANZ GROß!

      • Da gebe ich Ihnen ja Recht. Allerdings ist die Lage hier etwas anders .. Für ~5€ Portion Pommes kann ich wenigstens auch Ketchup erwarten (und nicht extra bestellen/bezahlen). Oder 1€ für ein Glas Wasser (für Medikamente) .. wenn man eine Gesamtrechnung von 85€ hat. Bei den Preisen erwarte ich dann aber auch sauber Toiletten, etc. … und das ist bei einigen Lokalen in der Schröderstrasse leider nicht gegeben. Es geht nicht darum Spitzenqualität für wenige Geld zu bekommen, das ist schlecht möglich. Es geht um eine angemessene Leistung für die (teilweise) sehr hohen Preise.

  8. Nachdem das Finanzamt nach einem Stubendurchgang im alten Mäxx aufgeschreckt war und die Lüneburger Gastroszene unter die Lupe genommen hat, funktionierten einige Geschäftsmodelle nicht mehr. Die „guten“ Jahre sind dahin. Das ausgerechnet der alte Mäxx Betreiber Interesse am verzweifelten Verkaufsversuch der Gastrobrüder hegt ist spannend. Spannend mit welchen Geschäftsmodell diesmal an den Start gegangen wird, wo doch das alte gerade noch glimpflich vor Gericht endete.

  9. Ich finde einen Kommentar hier ganz besonders interessant: „Ich wünsche mir KERBER zurück, das gute alte Kaufhaus, was hier mal war!“
    Ja… ist vielleicht die Zeit langsam gekommen, in der sich die Menschen individuelle und persönlichere Geschäfte und auch Restaurants zurückwünschen? Kann es sein, dass niemand mehr so wirklich Lust auf Einheitsbrei, große Ketten und Convenience-Fraß hat? Ja, wo ist er denn, der gute alte Tante-Emma-Laden, wo man noch persönlich begrüßt wurde und nicht nur eine Zahl im System war?

    Ganz ehrlich, Leute: Wir sind alle selber dran Schuld, dass es so ist, wie es ist. Sich schön im Einzelhandel beraten lassen und dann bei Ama**n bestellen. Immer schön Billig-Convenience-Pampe in sich reinlöffeln, die von völlig unterbezahlten Köchen in Akkordarbeit auf den Teller gebabscht werden, sich aber über die Preise in „ehrlichen“ Restaurants (Ohne Friteuse) beschweren….

    Dass in Lüneburg die Mieten hochgehen, weil es sich ja mit dem tollen Hamburg messen muss, wissen wir auch alle und das, was das ja jetzt in der schönen Lüneburger Innenstadt passiert ist das Resultat aus all dem, was ich gerade aufgezählt habe.

    Quintessenz: Wir sind alle selber dran schuld!

    Einfach mal wieder die kleinen Läden aufsuchen und sich überraschen lassen, wie innovativ und besonders einige Geschäftsmodelle sein können. Nicht immer nur durch die Hauptstraßen latschen und rummeckern! Wir alle haben es selber in der Hand.