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Das Land hat die Förderung für die Integrationskurse erhöht, so kann die VHS nun sorglos planen. Foto: t&w

VHS Lüneburg: Raus aus den Miesen

Lüneburg. Es waren magere Zeiten für die Volkshochschule, selbst von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit war die Rede. Im Wirtschaftsplan für 2015 war ein Minus von 100 000 Euro einkalkuliert, für 2016 waren es sogar 250 000 Euro. Im nächsten Ausschuss für Wirtschaft und städtische Beteiligungen wird die gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Hansestadt und Landkreis Lüneburg als Träger der VHS den Entwurf für den Wirtschaftsplan 2017 mit einem Überschuss von 121 095 Euro präsentieren. Der Ausschuss tagt am Mittwoch, 8. März, 16 Uhr, in der Psychiatrischen Klinik am Wienebütteler Weg.

Förderung für die Integrationskurse erhöht

Was im Vorjahr noch für Ebbe in der Kasse sorgte, spült nun das Plus hinein: die Kursangebote für die Flüchtlinge. Denn hier hat das Land seine Förderungen erhöht. Die Situation der VHS-Träger-Gesellschaft ist laut Sitzungsvorlage „insbesondere geprägt durch die Integrationskurse für Flüchtlinge, welche unter anderem von der Agentur für Arbeit oder dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beauftragt werden“. Da die Konditionen für die Kurse bereits Anfang 2016 um 25 Prozent gestiegen sind und für 2017 mit einer hohen Auslastung gerechnet wird, ist der geplante Überschuss aus Sicht der Bildungs- und Kulturgesellschaft realistisch.

Die VHS ist mit Abstand der wichtigste Anbieter von Sprachkursen in der Region, 90 Prozent laufen über sie. Sie geht davon aus, dass 2017 rund 1600 Flüchtlinge die Kurse durchlaufen.
Die Probleme der beiden Vorjahre: 2015 gab es – wie heute auch noch – ein Nebeneinander von Institutionen, die Sprachkurse anbieten, die Erstattung der Kurskosten war dabei allerdings uneinheitlich. Inzwischen hat das Land seine Förderung der Kurse erhöht. Hinzu kam, dass das Land förderungsfähige Kurse immer erst zwei Jahre später bezuschusst – im Klartext: Nun erst fließt das Geld für Kurse von 2015. Hier wird die VHS Lüneburg weiter in Vorleistung gehen, muss dem Land minutiös auflisten, wie viele Stunden pro Teilnehmer gegeben wurden.
Die VHS setzt weiter auf die allgemeinen Zuschüsse von Land, Stadt und Kreis. Dabei kalkuliert sie für 2017 allerdings weniger Geld vom Land ein: Die Summe soll von 645 600 Euro im Vorjahr auf nun 623 068 Euro fallen. Stadt und Landkreis Lüneburg passen ihre Zuschüsse nicht flexibel an, sondern gewähren jährlich einen festen Zuschuss in Höhe von 430 000 Euro, also je Gesellschafter 215 000 Euro.

Unterm Strich gehen die Gesellschafter von Umsatzerlösen der VHS in Höhe von 4 111 472 Euro aus, im Vorjahr waren es 3 263712 Euro. Dem Wirtschaftsausschuss wird bei der Sitzung am kommenden Mittwoch auch der Jahresabschluss 2015/2016 der Theater Lüneburg GmbH präsentiert. Zudem gibt es einen Bericht der Gesundheitsholding Lüneburg über die mittelfristig notwendigen Investitionen ihrer Gesellschaften für das Klinikum, die Psychiatrische Klinik und das Kurzentrum.

Von Rainer Schubert