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Ralf Brügmann (v.l.), Matthias Koop, Kevin Wilms und Peter Thiele vom Windmühlenverein Artlenburg wollen bis Pfingsten mit der Sanierung des Speichers fertig sein. Foto: cw

Artleburger sanieren Mühlenspeicher

Artlenburg . Dass die Artlenburger Windmühle unerwünschte Gäste in Form von Holzwürmern hat, ist bereits seit gut zehn Jahren bekannt. Doch im alten Kernholz der Mühle kommt das kleine Untier kaum voran. Im 1957 angebauten Speicher jedoch sieht das anders aus: Hier wurde auch Splintholz verbaut, das weicher ist und deshalb von den Würmern bevorzugt wird. Dort haben die Tiere so gewütet, dass der Windmühlenverein zuletzt niemanden mehr den Boden betreten lassen wollte.

„Historische Häuser und Gebäude sind immer aus dem harten Kernholz gebaut worden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Peter Thiele. „Später hat man aus Kostengründen auch Splintholz verbaut, das ist das Problem.“ Besonders die Fußbodenbretter hatten es dem Getier angetan – genau dort, wo beim Pfingstfest immer die Kaffeetische stehen. Der Fleckenrat hat dem Verein einen Zuschuss von 9000 Euro zukommen lassen, um den Speicher zu sanieren. „Reine Materialkosten“, sagt Thiele. „Wir machen das in Eigenleistung.“ Dass die Männer, die die Säge bedienen und die Balken passgenau auf den Stahlträgern befestigen, keine Profis sind, merkt man nicht. „Wir haben uns das im Laufe der Zeit angeeignet“, sagt Thiele. Die Stahlträger haben einen neuen Anstrich bekommen, große Lärchenbalken bilden das Gerüst für die Kiefernbretter des künftigen Fußbodens.

Seit Oktober ist der Verein dabei, das alte verwurmte Gebälk herauszureißen und neue, behandelte Balken und Bretter zu verlegen. „Da kommt uns auch wunderbar zu Gute, dass wir hier so viele junge Leute im Verein haben“, freut sich Thiele.

Der Speicher mit dem darunter liegenden Keller ist früher an die Mühle gebaut worden, um hier Getreide einzulagern. „Oben standen die Säcke, unten im Keller war das lose Getreide“, sagt Ralf Brügmann. Er ist mit seinem Bruder, dem letzten Müller, hier aufgewachsen.

Den frisch hergerichteten Keller will der Windmühlenverein künftig nutzen. „Wir werden hier ein kleines Museum einrichten“, erklärt Thiele. „Wir haben so viele historische Gerätschaften, da wäre es schade, wenn man die nicht ausstellen würde.“ Auch ein kleiner Lagerraum soll hier noch entstehen.

Jetzt geht es in den Endspurt – schließlich muss bis zum Pfingstmontag, 5. Juni, alles hergerichtet sein. Dann startet wieder das große Mühlenfest mit Oldtimertreff. Der Verein hofft auf viel Zuspruch, denn um die alte Mühle zu erhalten, muss immer wieder investiert werden. Da zählt jeder Euro.

Von Claudia Wesch