Donnerstag , 20. September 2018
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So sieht es zurzeit am ehemaligen Hotel „Drei Linden“ aus, wo bald 23 Wohnungen entstehen sollen. Foto: nh

Bienenbüttel: „Drei Linden“ weicht einem Wohnpark

Bienenbüttel. Noch steht die Fassade des ehemaligen Bienenbütteler Hotels „Drei Linden“. Der Rest des Hauses ist entkernt, der Komplettabriss der nächste Schritt. An dessen Stelle will Lothar Harder aus Wustrow einen Wohnpark mit 23 Eigentumswohnungen bauen. Eine gute Adresse, liegen die Ilmenau und der Ortskern doch in Sichtweite. In seiner jüngsten Sitzung gab der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde einstimmig grünes Licht für Harders Pläne.

Bis zu 116 Quadratmeter groß sollen die Wohnungen in dem vierstöckigen Wohnpark werden. Ein Großteil der Außenfassade wird mit rot-braunem Klinker versehen, um sich damit ins Ortsbild einzufügen. Dazu soll noch eine Tiefgarage mit einem Parkplatz pro Wohneinheit entstehen. Der begrünte Innenhof soll das Gesamtbild abrunden.

Hotel brachte Glanz und Glamour

Auch der Lärmschutz für die zukünftigen Bewohner des Hauses war Thema der Ausschusssitzung: Die Deutsche Bahn empfahl eine Änderung des entsprechenden Bebauungplans (B-Plans), da sich der Neubau in der Nähe der Bahntrasse befinden wird. Daher erhalten die am ehesten betroffenen Wohnungen spezielles Lärmschutzglas und eine gläserne Vorhangfassade, erklärte der Architekt des Komplexes, Jürgen Othmer. Diese und andere Änderungen des B-Plans wurden ebenfalls einstimmig von den Mitgliedern des Bauausschusses abgesegnet.

Vor Baubeginn müssen die Überreste des einstigen Hotels endgültig weichen. Vor Jahrzehnten brachte das Hotel „Drei Linden“ etwas Glanz und Glamour in die Gemeinde an der Ilmenau. „Mit seiner exzellenten Küche genoss das Haus über mehrere Jahrzehnte einen ausgezeichneten Ruf bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus“, berichtet Wolfgang Koschel vom Arbeitskreis Geschichte in Bienenbüttel.

Hotelbetrieb End der 90er eingestellt

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben die damaligen Eigentümer dort einen Pensionsbetrieb. In der Zeit des Wirtschaftswunders wurde das Hotel ausgebaut: Unter anderem kamen eine Kegelbahn sowie ein Hallenbad dazu, erinnert sich Koschel.

„Das Haus war eingerichtet für kleine und große Feiern, Gewerkschaftstagungen, Firmenschulungen namhafter Unternehmen. Generationen von Vertretern nächtigten dort und ließen sich verköstigen.“ Doch die erfolgreichen Tage des Hauses waren gezählt: Nutzten früher viele das Hotel zur „Sommerfrische“, wurden später Auslandsreisen populärer – Mallorca statt Bienenbüttel.
Und auch Vertreter und Schulungsgäste wurden rarer, bis Ende der 1990er der Hotelbetrieb eingestellt wurde. Seitdem dümpelte das Haus vor sich hin, wurde zum Teil wieder „wohnwirtschaftlich genutzt“ – ein neues Konzept fand sich nicht.

Das hat sich wohl nun gefunden – und sieht den Abriss des Gebäudes vor. Der Verwaltungsausschuss wird am Dienstag über die Änderungen des B-Planes abstimmen. Stimmt er dafür, wird der B-Plan für zwei Wochen öffentlich ausliegen – folgen keine Einwände, steht dem Bauprojekt nichts mehr im Weg.

Von Robin Williamson