Donnerstag , 15. November 2018
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So stellen sich die Architekten das Innenleben der Arena mit Volleyballfeld vor. Grafik: bocklage + buddelmeyer

Arena Lüneburger Land: Der Traum lebt weiter

Lüneburg. „Gefühlt zum zehnten Mal“ stand das Thema „Arena Lüneburger Land“ für CDU-Fraktionschef Alexander Blume auf der Tagesordnung des Kre istags. Gestern in der Ritterakademie sogar gleich zweimal: Zuerst diskutierten die Abgeordneten öffentlich über die „multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle“. Dann, 21 Tagesordnungspunkte weiter, nichtöffentlich. Am Ende brachte der Kreistag das Projekt einen Schritt weiter. Der endgültige Beschluss über den Bau soll im Juni fallen.

Die Kreistagsmitglieder beschlossen mehrheitlich: 1. Der Landkreis tritt als Bauherr für die geplante „Arena Lüneburger Land“ auf. 2. Der Landkreis sichert sich das vorgesehene Grundstück an der Lüner Rennbahn über eine Option, die nicht gezogen wird, wenn es nicht zum Bau kommt. 3. Mit der Kaufoption übernimmt der Landkreis die vom bisherigen Investor geleisteten Planungen bis zur Phase Genehmigungs- oder Ausführungsplanung.

Kritik an öffentlich-privater Partnerschaft

Im vergangenen Herbst schien das Projekt, das der Region eine Halle mit 3500 Plätzen bescheren soll, kurz vor dem endgültigen Beschluss zu stehen. In der Kritik stand aber auch da schon das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) – ein privater Investor, die Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH, sollte als Bauherr auftreten, als Partner der Landkreis und die Hansestadt.

Nach den Kommunalwahlen verabschiedeten sich Landkreis und Hansestadt dann von diesen Planungen, an denen unter anderem das Rechnungsprüfungsamt Kritik geübt hatte. Gestern warb Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) dafür, dass der Landkreis selbst als Bauherr für das 12,5-Millionen-Euro-Projekt auftritt. „Wir sind ein Kreis, dem eine angemessene Veranstaltungs- und Sporthalle fehlt.“

Auch die Fraktionen nutzten im öffentlichen Teil noch einmal die Gelegenheit, ihre Position klarzumachen. Andrea Schröder-Ehlers (SPD): „Ich bin überzeugt, wir brauchen diese Halle. Und wir haben eine gute Lösung vor Augen.“ Einen „wichtigen Infrastrukturbaustein“ für Lüneburg nannte Alexander Blume die Halle. Er hätte sich aber gewünscht, mit den Planungen „deutlich weiter zu sein“. Blume: „Wenn zur Kreistagssitzung im Juni der endgültige Beschluss fallen soll, müssen die nächsten zehn Wochen genutzt werden, um Nägel mit Köpfen zu machen.“

Zweifel an Sinn des Projekts

„Mehrheitlich“, so Fraktionsvorsitzende Petra Kruse-Runge (Grüne), sei ihre Fraktion dafür, das Projekt weiter zu planen. Froh sei man, dass das ÖPP-Modell vom Tisch sei. „Wir hoffen, dass bis zum Kreistag im Juni Planungen mit entsprechender Substanz vorgelegt werden.“

Vor drei Monaten sei er für die Halle gewesen, erklärte Christoph Podstawa (Linke). „Inzwischen habe ich meine Meinung geändert.“ Der Betrieb der Halle sollte nicht privat vergeben werden, sondern in öffentlicher Hand bleiben. Grundsätzlich sehe man den „Reiz des Projekts“, sagt Stephan Bothe, Fraktionschef der AfD. Solange andere wichtige Projekte, „etwa die Elbbrücke“, nicht verwirklicht seien, „sollte der Kreis sein Geld lieber anders investieren“.

Bei ihm seien die Zweifel am Sinn des Projekts „Arena Lüneburger Land“ seit Ende vergangenen Jahres nicht weniger geworden, erklärte Berni Wiemann (FDP). Er habe Bedenken, dass die Halle mit ihren 3500 Plätzen eine Nummer zu groß für die Volleyballer sei. Allen Zweifeln zum Trotz – im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gab es grünes Licht für die weiteren Planungen.

Von Ingo Petersen

5 Kommentare

  1. Detlev Behrens

    Sinnvoller wäre es sicher, die 12,5 Millionen (ob es dabei wohl bleibt?) im Kreis in Straßen- und Radwegereparaturen zu investieren… aber da fehlt wohl der „Leuchtturm-Effekt“!

    • Was haben Kreis und Stadt sich um eine Randsportart wie Volleyball zu kümmern? Sollen Bahlburg und Hoppe doch ihre Subventionsabgreifenergie mal in echte Unternehmercourage investieren und sich ihre Halle privat finanzieren. So würden sie drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens könnten sie nachweisen, dass der „Selbstläufer Mehrzweckarena“ tatsächlich die fette Kohle einspielt, welche die beiden Spezialisten des uneigennützigen Schaumschlagens verheißen, zweitens wäre ein Ersatz für´s Vamos und seinen armen Betreiber gefunden und drittens könnten Hoppe und Bahlburg „der Community“, die ihre Betriebe bisher mit öffentlichen Zuschüssen getragen hat, endlich einmal ihre Dankbarkeit zeigen, indem sie auf dem Schlachthofgelände die lange schon erstickende Parkplatznot durch den – ebenfalls privat finanzierten – Bau einer Sparkassen-Tiefgarage-Lüneburger-Land lösen und außerdem „dem Schulsport“ für die nächsten siebzig Jahre eine unentgeltliche Nutzung ihrer multimodalen Anlage notariell beglaubigt zusichern würden.

      • Das zeigt doch das die Herren Bahlburg und Hoppe auch nur Menschen“wie du und ich“ sind.(seufz)

        Hier ein interessanter Auszug von Wikipedia zum Thema Mitnahmeeffekt, am pregnantesten ist meiner Meinung der letzte Satz:

        Gegen die Mitnahmeeffekte kann rechtlich nicht vorgegangen werden, da die Begünstigten die Anreizbedingungen materiell und formell erfüllen. Das Problem des Mitnahmeeffekts ist eines der zentralen Themen finanzwissenschaftlicher Wirksamkeitsforschung, denn der Mitnahmeeffekt ist ein Wirkungsverlust. Die Wirksamkeitsforschung zielt darauf ab, dass Gesetze mit finanziellen Anreizen die begünstigten Kreise möglichst zielgenau festlegen sollen, damit die Förderungen eine hohe Effizienz erzielen können und ein Lenkungseffekt eintritt. Finanzielle Anreize sollen beim Adressaten eine bestimmte Verhaltensänderung hervorrufen. Da aber auch Begünstigte die finanzielle Zuwendung in Anspruch nehmen, die auch ohne Zuwendungsaussicht dasselbe Verhalten gezeigt hätten, ist der Kreis der Begünstigten größer, was zu staatlichen Mehrausgaben oder Mindereinnahmen führt. Dadurch verliert der gesetzliche Anreiz an Wirksamkeit, weil der beabsichtigte Zusatzeffekt ganz oder teilweise ausbleibt.[15] Staatliche Leistungsanreize sind dann effizient, wenn die begünstigten Transaktionen ohne Anreiz nicht durchgeführt worden wären.

        Mitnahmeeffekte führen zu staatlichen Mehrausgaben oder Mindereinnahmen im Vergleich zu einer Situation ohne „Mitnehmer“. Die Begünstigten nehmen die staatliche Förderung in Anspruch, obwohl sie dieser nach ökonomischen Gesichtspunkten gar nicht bedurft hätten.[19] Als gering gilt ein Mitnahmeeffekt zwischen 0 % und 25 % aller begünstigten Kreise, mittel ist der Mitnahmeeffekt 50 %. Ein hoher Mitnahmeeffekt besteht bei der Begünstigung privater Vorhaben, ein abnehmender Mitnahmeeffekt bei meritorischen Gütern. Noch geringer wird der Mitnahmeeffekt beim Erwerb öffentlicher Güter durch private Anbieter, am geringsten ist er beim Erwerb öffentlicher Güter durch öffentliche Anbieter.

  2. Ich sage nur armes Lüneburg

    Lüneburg braucht keine Werbung haben ja Rote Rosen mal sehen wie lange noch.

    Lüneburg bekommt kein Fussball Stadion hin 4Liga sage ich nur.

    Die Vollyballer können sich ab melden auf nach Hamburg

    Lüneburg es auch sehr gut siehe Schröderstr.

    Lüneburg bekommt keine Halle hin fahren alle lieber nach Uelzen

    Lüneburg bekommt keine Elbbrücke hin scheiss auf die Ost Bürger die brauchen wir nicht in Lüneburg.

    Was sagt uns dass die ganze scheisse kostet Mio. für die Katz. Mann soll doch gleich sagen machen wir nicht kostet keine Mio. nur 1-2 Wochen neven mehr nicht.

    Was Lüneburg aber kann ein Museum Bauen wo keiner hin geht und minus macht dass ist richtg.

    Es fehlt nur noch ein Leserbrief von Hr. Hartmut Schlomski in der Lünepost.

    • Hey, hey, hey, Frank Schulz

      Das neue Leuphana-Zentralgebäude „ist ein Ort mit Strahlkraft für die Universität und die gesamte Region“, ruft Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić auch dir zu. Und der Leuphana-Stiftungsratsvorsitzende Dr. Volker Meyer-Guckel versichert dir, der Bau „wird ein kultureller Mittelpunkt der Region Lüneburg werden und Menschen“ zu uns einladen! Du sagst, das ist für dich alles nur Gerede, Frank Schulz? Werbung mit Fußbal und Arenas funktioniert nicht? Is wie mit Homöopathie, von der auch viele behaupten, dasse wirkt, aber keiner kann sagen, wie eigentlich? Bingo, Frank! Mein Reden! Wie neulich! Als ich da aufwachte, merkte ich gleich, daß etwas nicht stimmte: der Hals kratzte, meine Nase lief wie ein Wasserhahn und ich war am ganzen Körper mit blauen Eiterbeulen übersät. Also habe ich meine Laborübung sausen lassen und bin zum nächsten Arzt geschlurft. Nach einer halben EWIGKEIT im völlig überfüllten Wartezimmer durfte ich zum Herrn Doktor rein. Der hat mir nur einmal kurz in den Rachen geguckt und meinte dann, das sei „ein ganz normaler grippaler Infekt“, er würde mir „zur Unterstützung“ mal „ein homöopathisches Präparat aufschreiben“, das er in solchen Fällen selbst ganz gern einnehme. Ich nur so: „Äääääääh, nein…?“ und bin schnurstracks raus und zu einem anderen Arzt, der mir ganz normal Benzos verschrieben hat. Ich mein’: Hallo? Geht’s noch??? Jeder halbwegs intelligente Mensch weiß doch heute, daß Homöopathie gar nicht funktionieren KANN, weil in den „Globuli“, wie die verabreichten Zuckerkügelchen heißen, gar KEIN WIRKSTOFF enthalten ist!!! Es gibt für die Wirksamkeit der Homöopathie genau 0,0 Belege, trotzdem schlucken die Leute diese „sanfte Medizin“ wie verrückt. Wenn Sie mich fragen, ist das bloß überteuerter Zucker, und ich halte gegenüber Homöopathiegläubigen mit dieser unbequemen Wahrheit auch nicht hinterm Berg!

      Wir haben das Thema damals im Chemie-LK durchgenommen. Unsere Lehrerin meinte so, man wisse ja gar nicht, was da wirke, vielleicht gebe es doch irgendeinen Mechanismus oder eine geistige Kraft, die dahinterstecke, wer heile habe eben recht usw. LIRUM, LARUM! Ich habe zur nächsten Stunde dann einen Webcomic von meiner Lieblingsseite „I Fucking Love Science“ (hehe^^) ausgedruckt, in dem sich über Homöopathie lustig gemacht wurde. Da hat die Alte aber ganz schön blöd aus der Wäsche geguckt! Es gibt einfach naturwissenschaftliche FAKTEN, die man akzeptieren muß, und die Wirksamkeit von Homöopathie zählt definitiv NICHT dazu. Sorry, aber solche Quacksalberei für bare Münze zu nehmen, beleidigt definitiv meinen IQ von 135. Daß Krankenkassen diese „Medikamente“ auch noch finanzieren, regt mich maßlos auf. Ich frage mich, wie ich erst reagieren würde, wenn ich selbst schon Beiträge zahlen müßte und nicht noch über meinen Papa versichert wäre! Bei soviel DUMMHEIT bleibt einem wirklich nichts anderes übrig, als die Globuli-Fans bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Grund und Boden zu diskutieren – und natürlich dem fliegenden Spaghettimonster täglich ein Opfer darzubringen (hehe^^). Nächstes Mal erzähle ich dir übrigens etwas über Religionen, Frank. Kleiner Spoiler: Gott gibt es überhaupt nicht. Ich sage nur: Religioten ;-).

      Und Tschüß 👋

      Dein Ingo Schneider