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Möglichst früh will das Archezentrum in Neuhaus Kindern Naturerlebnisse vermitteln, sie bestenfalls schon zwischen acht und zwölf Jahren für den Schutz der Umwelt begeistern.

Archezentrum Neuhaus: Kinder werden Parkranger

Amt Neuhaus. Elbebiber, wilde Ameisenlöwen oder Schafe: Das sind nur ein paar von den Tieren, die Kinder aus dem Landkreis Lüneburg demnächst als Junior-Ranger kennenlernen können. Das Archezentrum Amt Neuhaus hat in Zusammenarbeit mit der Stork Foundation ein neues Naturerlebnis-Angebot aus der Taufe gehoben, bei dem interessierte Mädchen und Jungen zwischen acht und 12 Jahren vom 1. April an die vielfältigen Naturschätze der Elbtalaue erleben und sich für sie einsetzen.

Die Kinder erforschen während des dreijährigen Programms auf kreative und spielerische Weise ihre Umwelt und können am Ende Botschafter für den Naturschutz werden. Seit 2008 gibt es das bundesweite Bildungs- und Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche, die in Regionen mit großen Schutzgebieten leben – nun auch erstmals im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue.

Angebot außerschulisch und kostenfrei

„Eine schöne Idee, das Programm nun auch bei uns anzubieten“, findet Holger Belz, der seit Anfang des Jahres das Archezentrum Amt Neuhaus leitet. Er ist einer der fünf Betreuer, die die jungen Ranger während des Programms begleiten werden. Unterstützt wird Belz dabei von seiner Kollegin Dr. Siegrun Hogelücht, von Steffen Hollerbach und Dana Wulf von der Stork Foundation sowie von der Natur- und Landschaftsführerin Sabine Wittkopf.

Voraussetzungen zur Teilnahme an dem außerschulischen und kostenfreien Angebot gebe es keine, betont Belz. „Allerdings wünsche ich mir, dass die Kinder wirklich Lust darauf haben, regelmäßig an den Treffen teilzunehmen.“ Stattfinden werden diese jeweils am zweiten Sonnabendvormittag eines Monats für die Dauer von drei bis vier Stunden.
Geplant ist ein abwechslungsreiches Programm mit Ausflügen in die nähere Umgebung. Im ersten Jahr werde es darum gehen, Region und Menschen kennenzulernen: „Wir besuchen unter anderem Elbebiber, wilde Ameisenlöwen und Störche oder keltern selbst Apfelsaft. Ein besonderes Highlight wird die Floßfahrt auf der Elbe“, verrät Belz.

Botschafter für den Naturschutz

Im zweiten Jahr gehe es dann verstärkt darum, in Teamarbeit eigene Projekte zu planen, bevor die jungen Ranger dann schließlich in ihrem dritten Jahr als Botschafter für den Naturschutz unterwegs sind. „Dem Interesse und den Stärken der Kinder sind dabei keine Grenzen gesetzt“, betont Belz, dem zum Beispiel der Bau von Nistkästen, das Pflanzen von Hecken oder sogar eine Werbekampagne für den Biber vorschwebt.

Bei all diesen Aktivitäten gehe es weniger darum, dass die Kinder ihr Wissen über Ökologie und Umwelt ausbauen, betont Belz. „Sie sollen über spannende Naturerlebnisse einen Zugang zur Natur erhalten und sich draußen wohlfühlen.“

Das Angebot solle aber nicht das Handy oder die Playstation aus dem Alltag der Kinder verdrängen, sondern viel mehr einen Ausgleich schaffen. „Es ist wichtig, dass Kinder so früh wie möglich rausgehen und Naturerlebnisse haben“, findet Belz und ist sich sicher: „Das Interesse an der Natur kommt dann von alleine.“ Wie es nach den drei Jahren für die Junior-Ranger weitergeht? „Das steht und fällt mit der Gruppe. Wenn Interesse besteht, stellen wir Räume zur Verfügung und dann haben die älteren Kinder die Möglichkeit, als Mentoren die jüngeren Ranger an die Hand zu nehmen.“

In den nächsten Tagen wird den Kindern das Programm in den Schulen vorgestellt. Eine Info-Veranstaltung für interessierte Eltern findet am Montag, 13. März, um 18.30 Uhr im Archezentrum statt. Anmeldungen sind ab sofort im Archezentrum Amt Neuhaus, Am Markt 5, Telefon: (038841) 759614, archezentrum@amt-neuhaus.de möglich.

Von Patricia Luft