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Die Holzbrücke in Deutsch Evern ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Rat von Deutsch Evern für die Maßnahme ausgesprochen. Foto: A/t&w

Deutsch Evern: Brücke über die Bahn wird saniert

Deutsch Evern. Ganz einig waren sich die Mitglieder des Rats der Gemeinde Deutsch Evern am Ende zwar immer noch nicht, dennoch beschlossen sie am Mittwochabend mit großer Mehrheit (acht Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, drei Enthaltungen), die Holzbrücke über die Bahnstrecke Hamburg – Hannover zu sanieren. Rund 220 000 Euro werden für die Sanierung veranschlagt, die Investition soll auf zwei Jahre verteilt werden.

Konzept überzeugt den Rat

„Die Brücke ist in schlechtem Zustand und muss dringend saniert werden“, erklärte Gemeindedirektorin Stephanie Buntrock. Bisher habe es aber „kein geeignetes Konzept gegeben“. Das sei seit der letzten Bauausschussitzung im Januar anders, dort habe ein Ingenieurbüro „ein schlüssiges Konzept“ vorgelegt. Mit der Sanierung könne die Lebenszeit der 1984 gebauten Brücke um weitere 20 Jahre verlängert werden, sagte Buntrock.

Sie tue sich schwer mit der Zustimmung zur Sanierung und werde deshalb nicht zustimmen, sagte SPD-Fraktionssprecherin Barbara Beenen. Nach „eigener Zählung“ werde die Brücke von 35 bis 50 Menschen pro Tag genutzt. Zudem sei sie weder behindertengerecht, noch sei es problemlos möglich, sie mit Kinderwagen oder Fahrrad zu benutzen.

Für die Sanierung der Brücke sprach sich Stefan Mues, Fraktionssprecher der UWI, aus. Noch nie habe die Gemeinde ein so überzeugendes Sanierungskonzept für die Fußgängerbrücke bekommen. „Es wird viel vom Bestand der Brücke erhalten, die Brücke wird nicht mehr so rutschig sein, und sie wird dann auch mehr angenommen werden“, ist Mues überzeugt.

Auf die Unsicherheit hinsichtlich des Baus eines dritten Bahngleises wies der Grüne Ralf Werner hin. „Ich würde vor einem Bau erst mit der Bahn sprechen“, schlug er vor. Bürgermeisterin Ulrike Walter (CDU) entgegnete: „Die Bahn sagt, es ist zu früh, um verbindliche Aussagen zu treffen.“ Und getan werden müsse etwas, sonst drohe die Sperrung der Brücke, erklärte Gemeindedirektorin Buntrock.

Bahnstrecke muss gesperrt werden

Die Standfestigkeit der Brücke sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gefährdet, hatte das Büro H&P Ingenieure aus Laatzen im Januar in der Sitzung des Bauausschusses vorgetragen. Vor allem Feuchtigkeit hat im Laufe der Jahre der Holzkonstruktion zugesetzt. Und noch ein Mangel soll im Zuge der Sanierung beseitigt werden: Die Treppenbohlen bieten keinen ausreichenden Rutschschutz.

Das Besondere am Konzept der Laatzener Ingenieure: Um den Bahnverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wollen sie mit Hilfe eines 130-Tonnen-Autokrans den Mittelteil der Brückenkonstruktion ausheben und zur weiteren Instandsetzung am Seitenrand ablegen. Später soll das Brückenteil wieder eingesetzt werden.

Mit dem Beschluss des Gemeinderats kann Gemeindedirektorin Stephanie Buntrock jetzt die weiteren Schritte einleiten. Sie wird zunächst das Büro H&P Ingenieure mit den weiteren Arbeiten beauftragen, die werden zunächst Kontakt mit der Deutschen Bahn aufnehmen, denn für die Arbeiten muss die Bahnstrecke gesperrt werden. Mögliche Fertigstellung: irgendwann im Jahr 2018. pet