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An der B209 in Brietlingen-Moorburg gilt Tempo 50. Mit stationären Blitzern in beiden Fahrtrichtungen kontrolliert der Kreis, ob sich Auto- und Lkw-Fahrer daran halten. Foto: A/t&w

Blitzer spülen 300 000 Euro mehr in die Kasse

Lüneburg. Für Städte und Kommunen sind Blitzer sichere Einnahmequellen. Dem notorisch klammen Landkreis Lüneburg zum Beispiel haben sie zuletzt mehr als eine Mi llion Euro in die Kasse gespült.

Anstieg um stolze 37 Prozent

Die sechs festen Anlagen im Kreis Lüneburg – jeweils zwei stehen an der Ostumgehung, an der B209 in Brietlingen-Moorburg und an der B209 bei Etzen – blitzten im vergangenen Jahr zusammen 27 370 Mal. „Das sind 1,1 Millionen Euro Einnahmen im Jahr 2016“, sagt Katrin Holzmann, Sprecherin des Landkreises Lüneburg. 2015 habe es dagegen „nur“ 19 868 Mal geblitzt, was Einnahmen von rund 810 000 Euro bedeutete.

Der Anstieg um stolze 37 Prozent und die damit verbundenen Mehreinnahmen sind wohl vor allem auf einen Blitzer an der Ostumgehung zurückzuführen. In Höhe der Anschlussstelle Erbs­torf war die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Sommer auf 80 herabgesetzt worden. Das führte im Zusammenspiel mit einer fragwürdigen Beschilderung dieser Veränderung dazu, dass der Blitzer über mehrere Tage im Dauereinsatz war, allein an einem einzigen Tag 1301 Mal ausgelöst hatte (LZ berichtete).

Jüngst hat sich das Amtsgericht mit dem Fall eines Autofahrers beschäftigt, der wegen der Beschilderung gegen den Bußgeldbescheid anging – und einen Teilerfolg erzielte. Er musste weniger zahlen, sein zunächst verordneter Punkt in Flensburg wurde gestrichen.
Doch es gibt Kämmerer, die noch mehr Grund zur Freude hatten als Lüneburgs Kreisfinanzchef Björn Mennrich, wie ein Vergleich der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Auch in Hannover sind die Blitzer-Einnahmen gestiegen

Auch im 20. Jahr nach seiner Einrichtung hat das Dauer-Radar vor der Werrabrücke der A7 dem Kreis Göttingen eine Millionen-Einnahme beschert. Obwohl der Blitzer an einem der steilsten Autobahnabschnitte Deutschlands bei vielen Autofahrern bestens bekannt sein dürfte, sind 2016 dort mehr als 55 000 Temposünder erwischt worden – 7000 mehr als im Vorjahr. Dies habe knapp 3,1 Millionen Euro in die Kreiskasse gespült, sagt ein Verwaltungssprecher. An der Radaranlage vor der Werrabrücke wurde der schnellste Raser in dem Tempo-100-Bereich mit 218 Kilometern pro Stunde gemessen.

Die Stadt Hannover hat 2016 insgesamt 4,97 Millionen Euro mit Blitzern eingenommen. „Wir haben zehn stationäre und zwei mobile Anlagen“, sagt Stadtpressesprecher Udo Möller. Das ist ein starker Anstieg, in den Jahren zuvor lagen die Einnahmen bei unter 3 Millionen Euro. Der große Sprung liege daran, dass es nun mehr Blitz-Anlagen gibt.

Rund 1,1 Millionen Euro flossen durch Blitzer an die Stadt Osnabrück. Die Stadt Braunschweig kontrolliert vor allem in Tempo-30-Zonen, vorzugsweise vor Kitas und Schulen, teilt Stadtpressesprecherin Juliane Meinecke mit. Daraus seien 2016 rund 117 000 Euro Einnahmen entstanden. dpa/red

2 Kommentare

  1. „Dem notorisch klammen Landkreis Lüneburg …“ Woran liegt das nur? An mangelnden Einnahmen oder eher an falscher Haushaltspolitik bei der man über seine Verhältnisse lebt? Es gibt Kreise und Gemeinden, in Einzelfällen ganz dicht an Lüneburg gelegen, die es schaffen bei Einnahmen und Ausgaben die Waage zu halten und dennoch ihre öffentlichen Aufgaben zu erfüllen. Manchen gelingt sogar zusätzlich ein attraktiver Aus- und Weiterbau ihrer Bezirke dabei. Manche können vielleicht einfach besser mit Geld umgehen als andere.

  2. Für Städte und Kommunen sind Blitzer sichere Einnahmequellen und verlogen zugleich. hier geht es tatsächlich nur noch um das geld, oder wodurch wird die fahrweise wirklich verändert? durch vernunft etwa? durch strafen, die keine sind? würde man sender aufstellen und in jedem wagen ein empfänger installieren, der sofort reagiert und das tempo drosselt, wäre das problem gelöst. dieses will man aber nicht. geschäfte sind wichtiger als leben. aber angeblich sollen fahrzeuge ja demnächst ganz ohne fahrer auskommen.