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Im Frühsommer sollen die Arbeiten zum Umbau der Lehmschüün starten.

Gellersen: Freude über „Lehmschüün“

Von Ute Klingberg-Strunk
Westergellersen. Ein umfangreiches Programm hatte der Rat der Gemeinde Westergellersen bei seiner jüngsten Sitzung abzuarbeiten. Mehrere Bebauungspläne und der Bauantrag für den Umbau der alten Lehmscheune gehörten dazu. Am Ende wurde einiges vertagt – aber auch einiges festgezurrt. So steht der Name für das bisher unter dem Titel „Kulturscheune“ laufende Projekt fest: Die „Lehmschüün“ soll das Dorfleben in Westergellersen als neues Zentrum für Kultur und Begegnung bereichern.

Auf den plattdeutschen Namen hatte man sich im Sport-, Kultur- und Sozialausschuss geeinigt. „Der Name wird uns in der Region ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen“, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Nischk (CDU), „wir hoffen, dass unsere Lehmschüün weit über das Dorf hinaus bekannt wird.“ Die Chancen dafür stehen gut: Denn mit seinen Lehmwänden und den großen Öffnungen an beiden Giebeln besitzt das 1860 erbaute Gebäude ein einzigartiges Flair, das auch der Denkmalschutz erhalten will. Der Architektenentwurf, den der Rat einstimmig beschloss, unterstreicht mit gläsernen Zwischentüren den Durchfahrtscharakter: Wie berichtet, sollen neben einem großen Veranstaltungssaal ein weiterer Gruppenraum, ein Büro, Küche und Sanitärtrakte in dem Gebäude Platz finden.

Zustimmung gab es auch bei den Grünen

„Da ist uns was Ordentliches gelungen“, zeigte sich Rainer Garbers (SPD) zufrieden mit dem Entwurf. Zustimmung gab es auch bei den Grünen, die sich zuletzt beim Thema Scheune der Stimme enthalten hatten. Einziger Grund dafür seien die unklaren Kosten gewesen, betonte Oliver Kraemer, der Punkt werde ja im Rahmen der Haushaltsberatungen erneut thematisiert. „Grundsätzlich finden wir die Idee aber sympathisch“, stellte Kraemer klar, „Westergellersen braucht diese Räume. Dabei ist uns auch wichtig, dass sich das Gebäude harmonisch in den Ort einfügt.“

Ebenfalls einstimmig bei einer Enthaltung fasste der Rat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 13 Dorfmitte und ergänzte diesen durch eine Veränderungssperre. Der Geltungsbereich umfasst die Bebauung entlang der gesamten Ortsdurchfahrt an der Landesstraße 216 und der Schumacherstraße. Ziel sei, für die bisher nicht beplanten Bereiche im Altdorf Festlegungen zu treffen, um das historisch gewachsene Ortsbild zu erhalten, erklärte Nischk. „Es besteht sonst die Gefahr, dass sich das Erscheinungsbild sehr stark verändert.“ So seien bereits einige alte Eichen gefallen. Neben schützenswerten Bäumen soll der Plan Regeln für die Wohndichte, für Gestaltungsmerkmale oder Freiflächen definieren. Der Beschluss über einen weiteren Bebauungsplan „Altes Dorf“ für den Bereich der alten Hofstellen wurde vertagt. Er soll im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung im nächsten Jahr aufgestellt werden.

Am Einemhofer Weg ist die Erweiterung des Seniorenheims Mackenthun mit mehreren Neubauten geplant. Nach Wunsch des Vorhabenträgers sollen hier 80 Pflegeplätze und weitere 40 Plätze für „betreutes Wohnen“ entstehen. Auch der Aufstellungsbeschluss für den dafür erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan wurde vertagt, weil der Vertrag über die Übernahme der Planungskosten durch den Investor noch nicht vorliegt. Das wird wie der Haushalt und die neue Geschäftsordnung Thema sein bei der nächsten Ratssitzung am 23. März.